In der Klinik Fränkische Schweiz sind in den vergangenen eineinhalb Wochen drei Patienten mit der gesicherten Diagnose Influenza eingewiesen worden. Ein Patient erlitt durch die Influenza Komplikationen (Nierenversagen) und musste nach Erlangen verlegt werden. Ein anderer, sehr alter Patient ist an der Grippe und einer Begleiterscheinung (schwere Lungenentzündung) gestorben, da den Medizinern seitens des Patienten keine intensiv-medizinischen Maßnahmen (Anschluss an eine Lungen-Maschine) erlaubt waren.

Den anderen Patientin gehe es gut, sagt Oberarzt Rüdiger Clemenz. Alle Hände voll zu tun haben die Mediziner und Krankenschwestern in Ebermannstadt derzeit aber auch mit dem Magen-Darm-Virus, weshalb ein Aufnahmestopp für Routinepatienten verhängt wurde. Notfälle werden immer behandelt, auch andere Patienten auf eigenen Wunsch. Mit dem Aufnahmestopp soll die Handlungsfähigkeit im Krankenhaus gewährleistet bleiben.

"Patienten mit Durchfallsymptomen werden isoliert", erklärt Clemenz. Wenn mehr am Norovirus erkrankte Patienten kommen, wird einerseits Bettenkapazität benötigt, andererseits koste es auch viel Personal, um die Patienten zu waschen, versorgen und die Betten zu beziehen. Weder an dem Magen-Darm-Virus Erkrankte noch Patienten mit der richtigen Grippe bestätigt Reinhard Hautmann, Geschäftsführer des Forchheimer Krankenhauses.


Viren fast überall


Niesen, Husten, Heiserkeit bei den einen Menschen, Durchfall und Brechreiz bei den anderen - fast überall hat ein Virus die Menschen erwischt. Nicht nur die im Volksmund benannte Magen-Darm-Grippe, die mit der Grippe nichts zu tun hat, sondern eine Noroviruserkrankung ist, auch der grippale Infekt, den viele Menschen oft irrtümlich als Grippe bezeichnen, macht sich im Landkreis breit. Selbst wenn bei allen dieser Viruserkrankungen das Wort "Grippe" im Namen nennt, muss zwischen dem grippalen Infekt, der meldepflichtigen Influenza und dem Norovirus unterschieden werden.


Ausfälle in Wiesenthau


Fast die Hälfte des Personals und der Kinder im Kindergarten Wiesenthau mussten wegen der unangenehmen Begleiterscheinungen des grippalen Infekts das Bett hüten. "Wir haben an die Eltern appelliert, die Kinder zu Hause zu lassen, wenn es möglich ist", sagt Sandra Hager von der Kinderkrippe des Kindergartens Wiesenthau-Schlaifhausen, die sich bei den vielen Eltern, die dieser Bitte nachgekommen sind, herzlich bedanken möchte. Nun geht es dort langsam wieder aufwärts.

Auch Jürgen Kretschmann, Rektor der Georg-Hartmann-Realschule in Forchheim, hatte zu Beginn der Woche einen erhöhten Ausfall an Lehrern. Die Unterrichtsstunden der erkrankten Lehrer werden dann von Kollegen vertreten. Natürlich versucht Kretschmann das so zu lösen, dass ein Englischlehrer eine Englischstunde vertritt. "Am Dienstag war das nicht mehr möglich", sagt der Rektor, und ließ die Englischstunde von einem Musiklehrer vertreten. "Einige Kollegen fallen aus, wenn sie kranke Kinder zu Hause betreuen", fügt Kretschmann an.

Aber diese Krankheitsfälle sind zu der Jahreszeit nichts Außergewöhnliches und liegen noch im normalen Bereich. "'Gott sei Dank bin ich geimpft', sagte eine Kollegin", erzählt Kretschmann. Er selbst sei nicht geimpft, aber noch fit.

"Die Impfung schützt, kann aber die Infektion nicht zu hundert Prozent vermeiden", sagt die Ärztin Christiane Fleischmann, Leiterin des Gesundheitsamts in Forchheim. Diese Impfung bezieht sich ausschließlich auf die Influenza, die richtige Grippe. Vor dem grippalen Infekt schützt sie nicht.


Grippe ist meldepflichtig


Nach dem Infektionsschutzgesetz ist die Grippe namentlich meldepflichtig. "Im Moment zeigt es ein moderates Niveau", hält die Leiterin der Gesundheitsbehörde fest. "30 Meldungen liegen vor, wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegt", mutmaßt Fleischmann. Gründe dafür sind, dass nicht alle Erkrankten zum Arzt gehen und nicht alle Ärzte einen Rachenabstrich nehmen, über den die Influenza nachweisbar wird, und dass in Familien mit mehreren Erkrankten nur einer gemeldet wird. Die Grippe gehe nun richtig los, bis sie in ein bis zwei Wochen den Höhepunkt erreicht haben wird. Täglich gehen Meldungen ein - wegen der Influenza.

"Gerade für Menschen, die in der Öffentlichkeit arbeiten, chronisch Erkrankte oder ältere Menschen, ist die Grippeimpfung wichtig. Man kann den Verlauf mildern, damit die Patienten besser darüber hinwegkommen", klärt die Ärztin vom Gesundheitsamt auf.

Die kalten Wintermonate seien einfach die Monate dieser Infektionen. Jeden Tag kämen nun Menschen mit Problemen der oberen Atemwege. Bei jedem dieser Patienten wird ein Abstrich genommen, um die Influenza feststellen zu können.

Noch sind in den meisten Schulen und Kindergärten alle noch relativ gesund. "Wir sind glücklich, dass die Lehrer und die Schüler da sind", sagt Karin Baier aus der Verwaltung der Grund- und Mittelschule in Ebermannstadt. Nur wenige Krankheitsfälle sind dort bekannt.

Doch ob Menschen an der Influenza oder am grippalen Infekt erkrankt sind: "Wer krank ist, gehört ins Bett", sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes.


Info: Grippe

Influenza: Die Influenza beginnt plötzlich, mit Fieber über 38,5 Grad, mit einem trockenen Reizhusten, Gliederschwäche, Kreislaufproblemen und Schwäche- und Mattigkeitsgefühl. Oft ist man zu schwach zum Laufen, wenn man aufsteht, auf allen Vieren zur Toilette kriechen ist die sicherere Fortbewegung

Ansteckung: Wer sich weder an dem banalen Infekt noch an der Influenza anstecken möchte, kann durchaus einige Vorsichtsmaßnahmen treffen. Da die Influenza durch den direkten Kontakt oder Tröpfchen übertragen wird, sollte man es vermeiden, dem anderen die Hand zu schütteln oder Material anzufassen. Nach dem Kontakt Hände oder Gegenstände gründlich waschen.

Husten: "Wenn man husten muss, sollte man in den Ärmel husten, große Menschenansammlungen vermeiden, sich viel an frischer Luft bewegen, vitaminreich essen und auch die Impfung ist wichtig", nennt Christiane Fleischmann vom Gesundheitsamt Forchheim einige Präventionsmaßnahmen.

Impfen: Eine Impfung muss jährlich wiederholt werden, da die Eigenschaft des Grippevirus darin besteht, seine Oberfläche zu verändern.