Wortreich gab der Gräfenberger Stadtrat Werner Wolf (FW) seiner Freude Ausdruck: "Das Programm ist der Sechser im Lotto für uns. Wir würden einen großen Fehler begehen, wenn wir nicht alles versuchen, an den Fördertopf zu kommen." Der betreffende Fördertopf ist das EFRE-Programm, das für "Europäischer Fonds für regionale Entwicklung" steht. Im Herbst hatte Kämmerer Ernst Steinlein diesen Topf entdeckt. Aus diesem Topf fließen Gelder für energetische Sanierungen.


145.000 Euro Eigenanteil

Für die Gräfenberger bedeutet dies, dass ein lange gehegtes Vorhaben endlich in die Nähe der Realisierbarkeit rückt: der Ausbau des Nahwärmenetzes. Gesprochen wird hier von einer Investition in Höhe von einer Million Euro.

Zu 90 Prozent würden die unrentierlichen Kosten nun gefördert werden. Für die Variante Nahwärmeversorgung Eichenweg und Altstadt blieb der Stadt ein Eigenanteil in Höhe von 145.000 Euro. "Der Klimaschutz kann nicht warten", erklärte Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD). Die meisten Gebäude der Stadt sind laut Nekolla errichtet worden, bevor überhaupt von Energiestandards gesprochen wurde.


Sanierung der Hülle

Nekolla freut sich besonders, "das alles gut zusammenpasst": die Förderungen über das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) und über das kommunale Investitionsprogramm (Kip) sowie das bereits bestehende Hackschnitzelwerk. "Das Werk liegt am Ortseingang und hat Kapazitäten frei", freute sich Nekolla. Nun geht es darum, im Förderantrag zu begründen, dass Gräfenberg dank den Fördergeldern viel CO2 eingespart könnte.

In einer zweiten Phase will die Stadt die Sanierung der Gebäudehülle anstreben. Die fünf öffentlichen Gebäude - das sind das Verwaltungsgebäude, das historische Rathaus, das Bürgerhaus, das evangelische Pfarrgemeindehaus und das Pfarrhaus - sollen künftig über das bestehende Blockheizschnitzelwerk beheizt werden. Dies gilt auch für die Altstadt und die Eichenstraße. In vier der Gebäuden müssten die Heizkessel ausgetauscht werden.
Mit dieser Variante wollen sich die Gräfenberger nun auch um die Fördermittel bewerben.