Mit einem Streit haben Thomas Siebenhaar und Matthias Mösel ihre Zusammenarbeit im Arivo-Hotel beendet. Der Immobilienökonom Siebenhaar ist Geschäftsführer der Projekt Bauart, einer GmbH, die 50 Prozent des Arivo-Hotels hält. Mösel gründete vor etwa zwei Jahren eine Betriebsgesellschaft mit der Projekt Bauart und stieg als Geschäftsführer und Betreiber des Arivo-Hotels ein.

Als das Hotel im April 2019 eröffnete, präsentierten sich der aus Dietzhof stammende Thomas Siebenhaar und Matthias Mösel aus Wiesenthau als innovative Geschäftspartner, die eine Jugend-Freundschaft verband.

Dass es jetzt zum Bruch kam, ist insofern überraschend, als beide Seiten betonen, dass die Geschäfte gut gelaufen seien und dass die Corona-Krise nichts mit dem Zerwürfnis zu tun habe.

Auslastung sank auf 15 Prozent

Natürlich habe Corona den Betrieb des Hotels und der hauseigenen Gastronomie Gutlands getroffen, sagte Thomas Siebenhaar am Donnerstag (16. Juli) dem FT. Coronabedingt sei die Auslastung von 80 auf 15 Prozent gesunken, jetzt liege sie bereits wieder bei 40 Prozent.

Was die Auseinandersetzung mit Matthias Mösel betrifft, bestätigte Thomas Siebenhaar, dass sich "die Gesellschafterversammlung der Projekt Bauart von Herrn Mösel mit sofortiger Wirkung" getrennt habe. "Gründe für die Trennung werden von uns nicht angegeben", betonte Siebenhaar gegenüber dem FT.

Matthias Mösel sagt, dass Siebenhaar am 13. Mai "eine nicht rechtmäßige Kündigung und ein Hausverbot" ausgesprochen habe. Seitdem kämpften die Anwälte beider Seiten um "ein Ausstiegsszenario". Dabei geht es laut Mösel um seine "Anteile" an der Firma Arivo Apartmenthotels.

Es habe zwar zwischen Siebenhaar und ihm "unterschiedliche Unternehmensauffassungen gegeben und komplett unterschiedliche Meinungen, wie man den Betrieb zu führen hat", sagt Matthias Mösel; aber gerade weil das Geschäft gut gelaufen sei, "war die Kündigung völlig unvorhersehbar" .

"Es gibt Spielregeln für einen GmbH-Geschäftsführer", sagt Thomas Siebenhaar. Er weist darauf hin, dass die VR Bank 84 Prozent der Anteile an der Projekt Bauart halte; und dass nicht er persönlich, sondern die Holding über die Trennung vom Geschäftsführer entschieden habe.

Raus aus dem Handelsregister

Unabhängig davon, ob die Kündigung nun rechtmäßig oder unrechtmäßig war: Fakt ist, dass Matthias Mösel seit 16. Juli kein Geschäftsführer mehr ist. Er habe sich am Donnerstag "aus dem Handelsregister ausgetragen", erklärte er dem FT. Damit habe er sich "entschieden", seine Funktion als Geschäftsführer "niederzulegen".