Dreck, Lärm und ständig geschlossen - eine Wirtin will die Gerüchte über ihr Lokal nicht mehr hinnehmen. Und diesen Sommer gibt es sogar noch eine Besonderheit.
"Beim Lübbis ist es wegen der Baustelle laut und dreckig." - "Es gibt dort sowieso nur Burger." - "Das Lübbis hat nie offen." Diese Vorurteile möchte Kathrin Grüner, Inhaberin der Forchheimer Dinner Bar "Lübbis", nicht auf sich sitzen lassen. Kurzerhand dreht die 45-Jährige ein Video, das sie auf der Social-Media-Plattform Instagram veröffentlicht.
"In der Apothekenstraße ist Baustellenlärm und Dreck - nee, das stimmt so nicht", heißt es darin, begleitet von einem Kameraschwenk auf die angesprochene Straße. Gegenüber inFranken.de erklärt Grüner: "Wir haben hier gerade absoluten Baustellenalarm. Wir sind von zwei Seiten eingekesselt." Aber dreckig? Das sei es beim "Lübbis" deshalb nicht. "Das kann man ja alles wegwischen. Dann wischen wir die Tische eben zweimal am Tag."
Im Forchheimer "Lübbis" gibt es mehr als nur Burger
Sie beobachte, dass "einige Leute Reservierungen abgesagt haben, weil sie dachten, es sei bei uns laut und staubig." Als dann noch am selben Tag eine Person das "Lübbis" als "Burger-Restaurant" bezeichnet, trifft das bei Kathrin Grüner einen Nerv. "Ich dachte: Jetzt muss ich damit mal aufräumen." Für sie der Anlass, das Video auf dem Instagram-Account des Lokals hochzuladen.
Denn Burger - die machen auf der Speisekarte nur rund ein Drittel aus. Woher das Gerücht stammt? Die Wirtin hat eine Vermutung. "Während Corona gab es bei uns vor allem Burger zum Abholen.“ Andere kulinarische Sparten seien bereits abgedeckt gewesen. "Als Gast holt man sich ja nicht bei uns Pasta, wenn um die Ecke der Italiener ist."
Heute stehen eine Vielzahl weiterer Gerichte auf der Karte. Was sie davon besonders empfehlen würde? "Unsere Bowls", sagt Kathrin Grüner ohne Zögern. Diese orientierten sich an einer typisch thailändischen Zubereitungsweise. Regelmäßig wechsle sie außerdem das Angebot auf der Speisekarte. "Ich will das Beste aus allen Genres."
Welchen Einfluss die Baustelle auf das Lokal hat
Und die Baustelle in der Apothekenstraße? "Wir sind davon eigentlich gar nicht betroffen. Um 17 Uhr arbeitet da kein Mensch mehr", betont die Wirtin. Aber das Wort "Baustelle" genüge bei einigen Menschen, um Dreck und Lärm zu suggerieren. "Forchheim ist so ein Mikrokosmos. Da kennt jeder jeden." Gerüchte wie diese sprächen sich schnell herum. Im "Lübbis" habe die Betreiberin bereits bemerkt, dass die Zahl der Gäste schwinde.
Auf ihr Video, in dem sie diese Punkte klarstellt, habe sie "enorm viel Zuspruch" und positive Reaktionen erhalten. "Das Video ist ein bisschen oldschool", sagt die Wirtin lachend. Aber genau das scheine bei ihren Gästen und Abonnenten anzukommen. "Ich habe Nachrichten bekommen, dass das 'typisch ich' bin. Und dass es das authentisch macht." Auch in den Kommentaren reagieren Nutzer mit Herzchen-Emojis und Applaus. Eine Person schreibt: "Super cool." Jemand anders kommentiert: "Klingt gut- Wir kommen vorbei."