Forchheim
Strategische Neuausrichtung

Für fast 28 Millionen Euro: Forchheimer Klinikum wird erweitert

Das Forchheimer Klinikum startet eine strategische Neuausrichtung. Das Krankenhaus erweitert seine Intensivstation, die Notaufnahme und schafft Platz für die Kardiologie. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 28 Millionen Euro.
 
Für fast 28 Millionen Euro: Klinikum Forchheim wird erweitert
Aufsichtsratsvorsitzender Klinikum, Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein, Ärztlicher Direktor Klinikum Forchheim, Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann, Geschäftsführer Klinikum, Sven Oelkers, Betriebsrätin Waltraud Bürkner, Gesundheitsminister Klaus Holetschek, Architekt Fritz Galuschka, Aufsichtsrat Klinikum, Landrat Dr. Hermann Ulm. Foto: Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH
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Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz erweitert am Standort Forchheim die Intensivstation, die Notaufnahme und schafft Platz für die Kardiologie. Wie vermeidet man angesichts einer zu kleinen Intensivstation, dass Operationen verschoben oder abgesagt werden müssen oder Schwerstverletzte anderen Krankenhäusern zugewiesen werden? Wie setzt man die Erfahrungen mit Covid-19 um, mit strengen Auflagen für die Isolierung von intensivpflichtigen Patienten? Wie wird man den gestiegenen Anforderungen gerecht für den Betrieb einer erweiterten Notfallversorgung in der Notaufnahme, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)* beschlossen hat? Wie kann die Klinikfusion der ehemals selbständigen Häuser Klinikum Forchheim und Klinik Fränkische Schweiz gelingen? Diese Fragen stellt das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in einer Pressemitteilung.

Demnach bildete der erste Spatenstich mit dem bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) für den Erweiterungsbau am Standort Forchheim den Auftakt für die strategische Neuausrichtung der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, die aus dem Zusammenschluss der beiden Häuser hervorgegangen ist. Mit der Erweiterung der Intensivstation und Notaufnahme und der Bereitstellung von Räumlichkeiten für die Kardiologie werden die Leistungen der beiden fusionierten Häuser fokussiert und spezialisiert. Die Notfall- und Intensivfälle werden in Forchheim gebündelt.

Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz erweitert Forchheimer Standort 

"Mit dem Erweiterungsbau setzen wir das medizinische Konzept der Fusion um", erläutert Sven Oelkers, Geschäftsführer der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH. "Aber die Welt bleibt nicht stehen. Durch immer neue Vorgaben, die berücksichtigt werden müssen, entwickeln wir entsprechend die medizinischen Strukturen weiter. Diese müssen den Vorgaben des G-BA entsprechen, um zukunftsfähig zu sein. Unser Ziel ist die bestmögliche Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung im Landkreis mit den Standorten in Forchheim und Ebermannstadt zu ermöglichen.“

Medizinisches Konzept: Kardiologie wird von Ebermannstadt nach Forchheim verlegt

Das medizinische Konzept sieht vor, dass die interventionelle Kardiologie von Ebermannstadt nach Forchheim verlagert wird, wo auch die Schlaganfallversorgung und komplexe Gastroenterologie zentralisiert werden.

Intensivbeatmungsfälle werden nach der Erweiterung in Forchheim behandelt. In Ebermannstadt wird das gesamte Spektrum der akuten und rehabilitativen Geriatrie und die Psychosomatik den Schwerpunkt bilden. Ergänzt wird das Spektrum durch das Pflegezentrum mit seinem stationären und ambulanten Leistungsangebot, teilt das Krankenhaus mit.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek betont: "Wir machen unsere Kliniken fit für die Zukunft. Das erfordert kontinuierlich Investitionen in Gebäude und Ausstattung. Wir haben die Maßnahme schon im ersten Jahr der Antragstellung direkt im Jahreskrankenhausbauprogramm 2020 eingeplant und fördern den Ausbau mit rund 22 Millionen Euro. Die Fördersumme soll dabei anteilig auch aus dem Krankenhausstrukturfonds kommen. Das ist gut investiertes Geld, das unmittelbar der Versorgung der Menschen zugutekommt.“ 

Moderne medizinische Behandlung

Oberbürgermeister der Stadt Forchheim, Dr. Uwe Kirschstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, sagt: "Klasse, dass durch die bauliche Vergrößerung die neuesten und modernsten Behandlungsmethoden für unsere Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen. Mit rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spielt das Klinikum auch als einer der größten Arbeitgeber für die Stadt Forchheim eine gewichtige Rolle."

Zukunftsfähige Notfallversorgung

Landrat Dr. Hermann Ulm, Aufsichtsratsmitglied der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, unterstreicht: "Der Erweiterungsbau am Standort Forchheim sichert uns die Notfallversorgung für den gesamten Landkreis Forchheim. Kreistag und Stadtrat haben mit dem Beschluss zur Fusion die Zeichen der Zeit erkannt, nachdem die krankenhauspolitischen Vorgaben die Bündelung von Intensivmedizin, Notaufnahme und Kardiologie an einem Standort erzwingen. Im Zusammenspiel von Notärzten, Rettungsdiensten und Klinik wird dadurch eine hochmoderne, zukunftsfähige Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger entstehen.“

Zahlen zum Erweiterungsbau

Knapp 28 Millionen Euro sind für die Baukosten Erweiterungsbau Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz vorgesehen:

  • Gesamt: 27.858.200 €
  • Förderfähig: 21.662.000 €
  • Nicht förderfähig: 6.196.200 €

Zeitplan mit drei Bauabschnitten

  1. Baubeginn März 2021 mit bauvorbereitenden Maßnahmen - Baustellenzufahrt, Verlegung der Liegendkrankenzufahrt für Rettungswagen und Verlegung eines Sauerstofftanks aus dem Baufeld.
  2. Juni 2021 Beginn der Tiefbau- und Rohbauarbeiten, Abbruch vorhandener Betonkonstruktionen, das Herstellen der notwendigen Anschlussflächen sowie die Sicherung der Bestandsflächen. Dann folgen die Gründungsarbeiten, die Rohbauarbeiten, Fassadenund Dachkonstruktionen sowie die Ausbauarbeiten.
  3. Endoskopie und Kardiologie werden erst nach Bezug der neuen, umgebauten Flächen angepasst.
  4. Ende 2023 Gesamtfertigstellung

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Die Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH bietet mit ihren Einrichtungen des Gesundheitswesens an den Standorten Forchheim und Ebermannstadt kompetente medizinische Versorgung in Wohnortnähe. Mit rund 1000 Mitarbeitern zählt das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern des Landkreises Forchheim.

Am Standort Forchheim verfügt das Klinikum laut eigenen Angaben über eines der modernsten Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung mit derzeit 225 Planbetten mit den Kliniken für Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie, Innere Medizin, Geburtshilfe/Gynäkologie sowie den Fachabteilungen Anästhesie und Intensivmedizin, Radiologie, Neurochirurgie, Plastische und Ästhetische Chirurgie und Urologie und den Belegabteilungen HNO und Orthopädie. Am Haus befindet sich ein Notarztstandort und ein Medizinisches Versorgungszentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Der Standort Ebermannstadt umfasst ein Fachkrankenhaus für Innere Medizin mit 85 Betten, einschließlich einer psychosomatischen Abteilung mit 18 Betten, und eine Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation mit 60 stationären Betten. In der Fachklinik für Innere Medizin liegen die Schwerpunkte in der Behandlung und Prävention von Herz- und Gefäßerkrankungen sowie in der geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung.

Im Fachkrankenhaus für Geriatrische Rehabilitation ist die Behandlung speziell auf ältere, multimorbide Patienten ausgerichtet. Außerdem betreibt die Klinik in Ebermannstadt ein Pflegezentrum mit 60 stationären Plätzen und einen ambulanten Pflegedienst.

*G-BA - Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen. 

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