Auf einer Stufe "mit Bordellen": Erlebnispark Schloss Thurn wegen fehlender Öffnungsperspektive frustriert. Nach Monaten im Lockdown dürfen einzelne Freizeitparks in Deutschland wieder öffnen - der Europa-Park Rust in Baden-Württemberg zum Beispiel oder der Heidepark Soltau in Niedersachsen. Doch was ist mit Bayern? Seit sieben Monaten ist der Erlebnispark Schloss Thurn in Heroldsbach (Landkreis Forchheim) schon geschlossen. Gemeinsam mit anderen bayerischen Freizeitparks forderten die Betreiber unlängst eine baldige Öffnung. Das Gesundheitsministerium erteilte diesen Öffnungswünschen jedoch eine klare Absage.

"Es ist tatsächlich wenig nachvollziehbar", so die Sprecherin von Schloss Thurn, Ann-Kathrin Andorka, im Gespräch mit inFranken.de. Gerade, weil ähnliche Unternehmen bereits wieder öffnen dürfen, entstehe bei den Parkbetreibern das Gefühl, dass andere "nicht bevorzugt, aber anders behandelt werden". Zoos und Tierparks dürfen beispielsweise wieder Besucher empfangen. Doch anstatt bei den Tierparks, "finden wir uns in dieser Öffnungsmatrix wieder, wie sie so schön genannt wird, zusammen mit den Bordellen", äußerte Andorka ihr Unverständnis zuvor gegenüber der dpa.

Bayerns Freizeitparks weiter zu: "Nicht nachvollziehbar"

Ein Sprecher des Ministeriums begründete die Absage damit, dass weiterhin Maßnahmen zur Einschränkung von Kontakten geboten seien. In Fahrgeschäften und Warteschlangen davor würde zudem der Abstand oft nicht ausreichend eingehalten werden. In Zoos sei das anders. "Hätten wir besonders viele Indoor-Attraktionen, wäre das etwas anderes", so Andorka gegenüber inFranken.de. Doch in Schloss Thurn wie auch vielen anderen Freizeitparks findet alles draußen statt, wo das Infektionsrisiko eigentlich geringer sein soll als in Innenräumen.

Die Parks seien aber trotz der langen Zwangspause nicht "im Winterschlaf", betont die Sprecherin. "Wir sind auf 'Stand-by' sozusagen." Die Attraktionen werden regelmäßig gewartet, die Tiere müssen versorgt und das weitläufige Gelände in Schuss gehalten werden. Schloss Thurn habe auch im Winter Fixkosten und in der letzten Saison wurde ebenfalls Geld in den Erlebnispark investiert. "Das erwarten die Besucher auch", so Andorka.

Für Schloss Thurn bedeutet der dauerhafte Lockdown wegen Corona einen hohen finanziellen Verlust. Bisher belaufe sich die Summe bereits auf einen siebenstelligen Betrag. "Aber so geht es nicht nur uns, sondern der ganzen Freizeitbranche", sagt Andorka. Dennoch hoffe man natürlich, dass es nicht so weiter geht.

Fehlende Planungssicherheit macht Schloss Thurn zu schaffen

"Wir wünschen uns, dass wir wie jede andere Branche auch behandelt werden", so Andorka. "Konkrete Termine oder zumindest Pläne, wann es wieder losgehen kann. Momentan lässt sich damit nicht planen und es ist auch schwer für uns, damit umzugehen." Auch eine Öffnung abhängig von der Inzidenz würde den Parks bereits mehr Planungssicherheit verschaffen.

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Während die Pläne vonseiten der Landesregierung fehlen, hat Schloss Thurn bereits alle möglichen Öffnungs- und Hygienekonzepte vorbereitet. Ob mit Shows, ohne Shows oder kleineren Shows, mit Gastronomie oder ohne Gastronomie - die Betreiber seien vorbereitet. "Aber immer nur so ins Blaue planen und dann wieder auf die lange Bank geschoben werden - das ist langsam schon frustrierend", räumt Andorka ein.

Nun bleiben die bayerischen Freizeitparks weiter im Ungewissen - und das, obwohl Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zuletzt noch Perspektiven angekündigt hatte. Die Öffnung von Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen und Campingplätzen hatte er als wichtige Schritte in Richtung Normalität bezeichnet und gefordert: "Jetzt müssen zeitnah auch Innengastronomie und Freizeitparks folgen." Die neuen Äußerungen aus dem Gesundheitsministerium kamen daher mehr als überraschend.

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