"Das Verständnis der Eltern ist sicher da, aber es ist auch deren Mithilfe gefordert", sagt Martin Gebhardt, Elternbeiratsvorsitzender der Martin-Grundschule Forchheim. Anlass ist, dass die Weihnachtsferien bereits mit dem 18. Dezember beginnen werden. Das haben Bund und Länder in dieser Woche beschlossen und soll helfen, das Infektionsgeschehen vor Familienfeiern an Weihnachten weiter einzudämmen.

Eltern jüngerer Kinder müssen also wieder für zwei Tage organisieren. Der Elternbeiratsvorsitzende selbst hat vor den Feiertagen ohnehin Urlaub, kann also daheim sein. Doch das treffe nicht auf jeden zu, noch seien für Eltern Fragen offen, was die Betreuung betrifft, sagt Gebhardt. Viele Eltern befinden sich nun im Schwebezustand und hätten Bedarf nach weiteren Informationen.

Ferien beginnen zwei tage früher: So reagieren Schüler, Lehrer und Eltern im Kreis Forchheim

Für Ingrid Käfferlein, Schulleiterin am Herder-Gymnasium Forchheim, kam die Entscheidung über den früheren Ferienstart nicht völlig überraschend, schließlich hatte das Bundesland Nordrhein-Westfalen diese Option schon zuvor beschlossen. Trotzdem komme der Wegfall von zwei Unterrichtstagen ungelegen. "Gerade heuer, wenn nicht wie sonst in den zwei letzten Schultagen Veranstaltungen und Konzerte stattfinden, hätten wir die Möglichkeit gehabt, die zwei Schultage für die Wissensvermittlung und Klassleitergespräche zu nutzen."

In welcher Form die Notbetreuung für die zwei Tage stattfinden solle, hänge noch von der Benachrichtigung vom Kultusministerium ab. Wobei Käfferlein den Begriff einer Notfallbetreuung nicht negativ sehen will. "Wir unternehmen ja etwas mit den Kindern."

Siegfried Reck, Schulleiter am Gymnasium Fränkische Schweiz (GFS) in Ebermannstadt, sieht es pragmatisch. "Positiv formuliert: Zwei Tage sind ertragbar, wenn dafür keine weiteren Ausfälle hinzukommen." Alles, was es für die kurzfristige Quarantäne einzelner Klassen zu organisieren gegeben habe, sei deutlich schwieriger zu stemmen gewesen, so der Schulleiter.

Trotzdem merkt er noch einen weiteren Punkt an: In der Notbetreuung müsste man die Jahrgangsstufen wohl mischen.

Zwei Tage aus Sicht der Lehrer verschmerzbar

Jörg Striepke, stellvertretender Schulleiter der Georg-Hartmann-Realschule, sieht den verfrühten Ferienbeginn aus zwei Perspektiven. Dem Weihnachtsfest und den Kollegen werde der frühere Ferienbeginn sicherlich gut tun. "Corona ist belastend für die Schüler und Lehrer", weiß er aus Erfahrung. Denn von den 70 Lehrkräften fielen zurzeit 18 aus, der Ausfall müsse von den Kollegen kompensiert werden.

Zwei Tage weniger Unterricht seien verschmerzbar, so Striepke, gerade in den unteren Klassen gebe es zeitliche Lücken im Lehrplan, die Flexibilität zulassen. "Unseren Abschlussklassen und Eltern tut es aber weh."

"Auf die zwei Tage kommt es nicht unbedingt an, das wäre ohnehin prüfungsfreie Zeit gewesen", findet der Schülersprecher des GFS, David Fischer. Er besucht am Gymnasium die elfte Klasse. Anders wäre es, wenn Ferien bereits noch einmal früher angesetzt worden wären. "Am 16. Dezember schreiben viele noch eine Klausur", sagt er. Diese hätte dann wohl in das kommende Kalenderjahr verschoben werden müssen.

Die Frage kommt auf, warum kein Unterricht von daheim stattfindet

Trotzdem wäre die Zeit kurz vor Heiligabend auch schön gewesen, um mal Gespräche weg von der Schule zu führen , findet der Elftklässler.

Sylvia Rasek, Elternbeiratsvorsitzende der Anna-Grundschule Forchheim, hat selbst zwei Kinder in der Grundschule. Sie könne den Zweck der verlängerten Ferien gut nachvollziehen. Gleichzeitig frage sie sich aber, wieso man nicht auf die Erfahrungen aus dem Frühling zurückgreift. "Wieso ist kein Home-Schooling für diese zwei Tage angesetzt? Das hat gut funktioniert."

Einige Kinder müssten ja auch beschäftigt werden. Gerade in einer Zeit, "in der den Eltern die Hutschnur platzt". Sie hätte sich zum Beispiel gewünscht, dass die Schüler in der Woche vor Weihnachten direkt von daheim aus unterrichtet werden.

Das sieht im Übrigen auch der Bayerische Philologenverband ähnlich. Wenn es um Infektionseindämmung ginge, hätte man aus Sicht der Philologen für die beiden Tage auch bayernweiten Distanzunterricht in Betracht ziehen können, sagt der Vorsitzende Michael Schwägerl.

Gelassener sieht das Bärbel Holzschuh, Elternbeiratsvorsitzende der Grund- und Mittelschule Kirchehrenbach. "Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber das muss zu stemmen sein." Sie arbeite selbst im Gesundheitsbereich und sei um jeden weiteren Tag Präsenzunterricht, der aktuell möglich ist, froh. Von weiteren Eltern der Schule habe sie noch nichts gehört. "Ich denke, dass es funktioniert." Anders gestalte sich die Situation, wenn die Ferien darüber hinaus nach dem 6. Januar noch einmal verlängert werden würden.

Vater Martin Gebhardt ist froh, die Information so früh zu haben. Spannend werde es sein, zu sehen, wie es nach den Ferien weitergeht. "Es ist klar, dass man das nicht einfordern kann. Aber der Wunsch nach Planungssicherheit ist da."