So ganz genau kann Axel Heise, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), nicht beziffern, wie viele Corona-Tests seit letzter Woche auf Rechnung des Freistaats gemacht wurden. "Das können wir erst nach einiger Zeit sagen", erklärt er, "denn die Ärzte rechnen das nicht sofort ab."

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit erfasst indes die Zahl der Laboruntersuchungen für ganz Bayern. Dies könne als Indikator hergenommen werden, ob es tatsächlich einen Anstieg gebe, so Heise. Diese Zahlen unterstreichen aber die These, dass es seit vergangenem Mittwoch keinen Run auf die Teststellen gegeben habe. Am 30. Juni, also dem Tag, bevor die kostenlose Testung auch ohne Symptome oder Kontaktpersonen begann, wurden bayernweit 14 900 Laboruntersuchungen auf SARS-CoV-2 durchgeführt. Am 1. Juli lag die Zahl bei etwas über 12 000, am 2. Juli knapp über 7500. Schwankungen sind dabei aber normal. Am 9. Juni wurden über 18 000 Tests durchgeführt, der niedrigste Wert im Juni lag bei 2836 Untersuchungen am 21. Juni.

Telefonischer Kontakt zum Arzt

Grundsätzlich muss sich ein Bürger, der sich auf Corona testen lassen will, keinen Kopf mehr machen, wer für die Kosten aufkommt. "Nach wie vor ist es so, dass die Menschen mit symptomatischem Verhalten oder diejenigen, die Kontaktpersonen ersten Grades sind, getestet werden", erklärt Heise, "diese Tests zahlt die Krankenkasse." Der Freistaat bezahle neuerdings dann, wenn jemand von sich aus getestet werden will, zum Beispiel, weil er nach einem Urlaubsaufenthalt im Ausland ein ungutes Gefühl habe. Auch dann sei es aber wichtig, vorab telefonisch mit dem Hausarzt Kontakt aufzunehmen.

Das bestätigt auch Holger Strehl, Sprecher des Landratsamtes Forchheim, der Auskünfte für das Gesundheitsamt gibt. In Forchheim gibt es eine zentrale Abstrichstelle, einige niedergelassene Ärzte nehmen zudem in ihren Praxen Proben.

1300 Getestete in Abstrichstelle

"Die Abstrichstelle wird am Vormittag vom Gesundheitsamt und am Nachmittag durch die Kassenärztliche Vereinigung genutzt", erklärt Holger Strehl. Durch die Kassenärztliche Vereinigung am Nachmittag dürften es bisher so um die 500 Menschen gewesen sein, die getestet wurden, erklärt Strehl. Am Vormittag durch das Gesundheitsamt waren es circa 800.

Insgesamt wurden im Landkreis Forchheim bisher 208 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet. Ein Test sei allerdings nur eine Momentaufnahme, wie Axel Heise von der Kassenärztlichen Vereinigung betont. Daher sei ein negativer Test auch "kein Freibrief zur Sorglosigkeit", sagt er. Denn es werde nur gezeigt, ob man in diesem Moment infiziert sei. Man kann sich aber sofort nach der Abgabe anstecken und das würde das Testergebnis dann nicht zeigen.

Jeder trägt Verantwortung

"Deshalb ist es auch völlig unverantwortungsvoll, wenn man aufgrund eines negativen Testes nicht mehr auf die Regeln achtet und sich zum Beispiel ein Bier aus demselben Glas mit Freunden teilt", sagt Heise.

Auch wer bereits einen Antikörper-Test gemacht habe, sei nicht frei von jeglicher Verantwortung, erklärt der Sprecher der KVB, ob und wie lange die Immunität greife, sei bisher nicht endgültig bewiesen. Daher seien sich die Ärzte, für die er spreche, auch einig, dass es sinnvoll sei, den PCR-Test und nicht den Antikörper-Test von Seiten des Freistaats aus zu finanzieren. "Es geht darum, andere Leute zu schützen", erklärt er, "es ist vielleicht für die Person selbst interessant zu wissen, dass man es schon hatte." Wenn man aber die Gesamtgesellschaft im Blick habe, dann sei es wichtiger, dass erkannt wird, wer krank ist, auch wenn keine Symptome vorliegen. So können weitere Ansteckungen vermieden werden.

Welcher Test für mich?

Möglichkeiten Grundsätzlich werden zwei Testarten unterschieden: der PCR-Test und der Antikörper-Test. Beim PCR (Polymerase-Chain-Reaction)-Test werden die Erreger nachgewiesen, indem in der Regel ein kombinierter Abstrich (Nase und Rachen) genommen wird. Beim Antikörper-Test wird eine Blutprobe genommen, die auf die Reaktion des Immunsystems untersucht wird. Sind Antikörper im Blut nachweisbar, kann davon ausgegangen werden, dass bereits eine Infektion bestand.

Vorgehen Wer vermutet, aktuell mit SARS-CoV-2 infiziert zu sein, sollte seinen Hausarzt anrufen und einen Termin zur Untersuchung ausmachen. Der Patient wird entweder zur Teststelle oder zum Hausarzt geladen (sollte dieser vor Ort Proben entnehmen). Wer vermutet, dass er bereits vor einiger Zeit mit dem Virus infiziert war, für den ist dieser Test nicht sinnvoll. Dann kommt ein Antikörper-Test infrage, der aber selbst bezahlt werden muss und auch keine völlige Sicherheit bietet.