Der Markt Wiesenttal besitzt gut 110 Hektar Wald, meist in Steillagen an den Flanken des Wiesent- und des Aufseßtals. Um die Bewirtschaftung und die Pflege kümmert sich Rita Satzger, die Leiterin des Forstreviers Streitberg. Zusammen mit dem Bauausschuss besuchte sie die Lagen, in denen in diesem Jahr Maßnahmen vorgesehen sind. Anschließend stellte sie dem Marktgemeinderat die Situation vor.

"Der Holzmarkt ist mehr als schwierig", stellte die Revierförsterin an den Anfang. Schädlingsbefall und Sturmschäden haben zu einem starken Preisabfall bei Fichte und Kiefer europaweit geführt. In der Fränkischen Schweiz ist die Fichte auf dem absteigenden Ast, insbesondere auch wegen Befalls mit Rotfäule. Inzwischen ist auch die Kiefer gefährdet, wegen des Triebsterbens und wegen des Sekundärschädlings Prachtkäfer, dessen Larven sich in der Borke kranker Bäume gütlich tun. Hinzukommt nach Satzger, dass viele Waldbesitzer nicht in ihren Bestand schauen, ob es dort Schäden gibt. "Hier ist trotzdem noch eine gute Ecke", meinte Satzger im Vergleich zu anderen bayerischen Regionen, "Buche und Ahorn rettet uns über vieles hinweg."

Schleppender Holzabfuhr

Wegen der angefallenen Holzmengen verläuft die Abfuhr schleppend. In der Fränkischen Schweiz gibt es kaum Lagerplätze, die über 500 Meter vom nächsten Waldbestand entfernt sind. So kommt hinzu, dass geschlagenes Holz mit Schädlingsbefall entweder gespritzt oder entrindet werden muss. Deshalb ließ die Försterin mit dem Markt nur dort einschlagen, wo damit ein Waldumbau begonnen werden kann. Diese Flächen werden zu Ausgleichsflächen für Bauvorhaben in der Kommune.

In der Heiligenleite

Eine dieser Flächen befindet sich in der Heiligenleite bei Draisendorf. Wegen der Sicherheit auf der angrenzenden Straße wurde hier ein Fichtenbestand mit Rotfäule geschlagen. Um das dort im feuchtkühlen Kleinklima wachsende seltene Koboldmoos zu erhalten, wurde schädlingsfreies Totholz liegen gelassen. "Das ist eine naturschutzfachlich wertvolle Leistung der Gemeinde", betonte Satzger. Bürgermeister Helmut Taut (FWW) bat die Ratsmitglieder: "Multipliziert, dass das kein Chaos ist. Das ist nicht mehr die Forstwirtschaft wie vor 50 Jahren." Wiesenttal habe lernen müssen, dass der Kommunalwald keinen Geldgewinn mehr bringe, sondern nur ökologischen - als Ausgleichsflächen und für den Klimaschutz.

1300 Weißtannen gepflanzt

Auch am Hohlen Berg bei Muggendorf wurde eine kleine Fläche mit Fichten abgeholzt und ebenso bei Wohlmannsgesees. An diesen drei Stellen und zwei früheren Hiebplätzen werden nun insgesamt 1300 Weißtannen gepflanzt. Das kostet über 6500 Euro und wird durch den erwarteten Erlös aus dem Holzverkauf gerademal zur Hälfte aufgewogen.

Die Tanne hat mehrere Vorzüge gegenüber anderen Nadelgehölzen. Zum einen wächst sie im Schatten vorhandenen Baumbestandes, durch ihre tiefe Pfahlwurzel steht sie stabil, zum anderen ist sie hierzulande selten und wird deshalb nicht so leicht von Schädlingen befallen. Das zusammen führt zu einer Aufwertung des Waldbestandes.