Der Hauptpunkt der kurzen Tagesordnung (drei Punkte) im Marktgemeinderat Egloffstein war die Übergabe einer Unterschriftenliste, mit der die beteiligten Eltern der Öffentlichkeit klarmachen wollen, dass sie eine Kita - wie derzeit aktiv - auch künftig haben wollen. Hintergrund ist die Diskussion darüber, ob die Gemeinde rund vier Millionen Euro für den Anbau eines neuen Horts ausgeben soll oder ob es nicht auch billiger gehe.

Die "Unterschriftensammlung für eine familienfreundliche Betreuung von Grundschulkindern in Egloffstein" geschah über die Feiertage, teilten die beiden Vorsitzenden des Elternbeirats, Thomas Manger und Simone Schülein, dem fast vollständig anwesenden Gremium mit. Sie sind weiterhin der Meinung, dass "ein flexibles und verlässliches Hort- und Betreuungssystem für Schulkinder unserer Gemeinde attraktiv für junge Familien und damit zukunftsfähig" ist. Der Elternbeirat der Kita "Elmar" möchte auf diesem Weg die Interessen der Eltern gegenüber Bürgermeister und Gemeinderat vertreten und sich für ein familienfreundliches Betreuungsangebot starkmachen. Mit den Unterschriften will der Elternbeirat eine "verlässliche und familienfreundliche Kinderbetreuung außerhalb der Unterrichtszeit sicherstellen, die es den Erziehungsberechtigten ermöglicht, Familie und Beruf zu koordinieren". Dazu gehören nach Meinung des Elternbeirates "Erhalt und Ausbau einer pädagogisch kompetenten Kinderbetreuung" montags bis freitags von 7 bis 8 Uhr sowie von 11.30 bis 17 Uhr (inklusive Hausaufgabenbetreuung und individuell buchbarer Abholzeiten) sowie eine Kinderbetreuung während der Ferien und anderer unterrichtsfreier Tage (beispielsweise Buß- und Bettag), montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr.

Aus der Bürgerversammlung

Hintergrund des Ansinnens war eine Bürgerversammlung Anfang Dezember in Egloffstein, in der der Anbau eines Horts an den bestehenden und energetisch sanierten Kindergarten für fast vier Millionen Euro in der Bürgerversammlung heiß diskutiert und lautstark abgelehnt worden war. Als "Mercedes-Lösung" und als "Luxusbetreuung" wurde die Tatsache bezeichnet, dass sich die Gemeinde neben der energetischen Sanierung des alten Kindergartens einen Anbau leisten wolle, der alleine fast vier Millionen Euro kosten solle. Ein Unding, meinten viele der 60 Anwesenden und es gab lauten Applaus für die Befürworter einer kleineren Lösung. "Muss denn eine eigene Küche sein, um die Kinder mit Essen zu versorgen, kann das nicht wie bisher ein Gasthaus übernehmen? Muss es ein teurer Anbau sein, kann man nicht Räume der Grundschule für den geplanten Hort übernehmen, um Geld zu sparen?", das waren die wichtigsten Fragen an Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU), die auch als Antrag formuliert wurden, so dass sich der Gemeinderat in nächster Zeit erneut mit dem Thema befassen muss. Neben dem Anbau an den Kindergarten steht die millionenschwere städtebauliche Sanierung des Marktplatzes auf der Agenda und auch die Sanierung des Freibads, die auch schon mit zwei Millionen Euro veranschlagt ist. Und das in einer Zeit, in der die Gemeinde es fast geschafft hat, ihren hohen Schuldenberg mit millionenschwerer Hilfe des Freistaates abzubauen. War alles für die Katz, werden jetzt wieder hohe Schuldenlasten notwendig, um die Gemeinde weiterzuentwickeln? Um diese Fragen darf sich der neue Gemeinderat dann ausführlich Gedanken machen.