"Der Sägmühlsteg ist mit sofortiger Wirkung gesperrt und wird auch nicht mehr eröffnet", erklärte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses in Ebermannstadt. Sie hatte kurz vor der Sitzung das Ergebnis einer von der Landesgewerbeanstalt (LGA) durchgeführten Prüfung erhalten. Seit der letzten Überprüfung hat sich der bauliche Zustand des Holzstegs erheblich verschlechtert. Fortschreitende Feuchte hat zu Fäulnis und "erheblicher Entfestigung" des Holzes an allen Teilen des Tragwerks geführt. Das Auflager eines der beiden Hauptträger ist sogar völlig verfault. "Da besteht tatsächlich Lebensgefahr. Ich kann nur alle aufrufen, keine Mutproben zu machen", warnte die Bürgermeisterin.

Sie erklärte, dass es sich beim Sägmühlsteg um eine Geh- und Radbrücke über drei Felder aus dem Jahr 1991 handelt. Er verbindet das historische Obere Scheunenviertel mit der Innenstadt und dem Einkaufszentrum "Oberes Tor".

Die Widerlager sind aus Stampf- und Stahlbeton, die Pfeiler aus Stahlbeton. Allerdings ist der Überbau aus Holz. "Der Steg ist drei Meter breit und hat die stattliche Länge von 55,5 Metern. Ich hätte mich da verschätzt", trug Christiane Meyer vor.

Einzige Fußverbindung

Weiter informierte sie, dass die Brücke derzeit die einzige Fußwegverbindung zwischen Innenstadt und dem Scheunenviertel ist. Sie zählte auf, dass sich im Scheunenviertel einer der größten Biergärten befindet, die meisten Scheunenbesitzer in der Innenstadt wohnen und den Steg nutzen und dass hier der Ausgangspunkt vieler Wanderwege ist. "Diese sind für unsere Bedeutung als Tourismusgemeinde von großer Bedeutung", meinte die Bürgermeisterin.

Meyer wies aber auch darauf hin, dass mit einer Errichtung eines neuen Brückenbauwerks nicht vor Ende 2022 zu rechnen sei. Jetzt stehen erst einmal weitere Untersuchungen an, Planungsleistungen müssen vergeben werden, Varianten geprüft oder ein Wasserrechtsverfahren eingeleitet werden. "Es gibt keine Möglichkeit, den jetzigen Steg zu ertüchtigen. Wir reden hier über höhere Kosten. Aber wir haben auch viele andere Aufgaben in der Verwaltung vorliegen, die abgearbeitet werden müssen", sagte Christiane Meyer. Sie erklärte, dass jetzt eine kurzfristige Möglichkeit für einen Fußweg geprüft werden müsse. Schwierig sei eine Lösung über private Gärten. Man müsse die Nutzung der Autobrücke ins Auge fassen. Als mittelfristige Lösung müsse die Errichtung einer Behelfsbrücke ermittelt und dem Rat vorgelegt werden.

Reaktionen

Thomas Dorscht (FDP/BFE) meinte, dass er bei der Aufzählung der Bedeutung des Stegs als Fußverbindung den Punkt vermisst habe, dass dieser für Schüler einer der sichersten Wege sei, um ins Freibad zu gelangen. Erwin Horn (NLE) überlegte, ob man den Pufferbereich hinter Aldi und Rewe ertüchtigen könnte. Christian Kiehr (NLE) ist es wichtig, dass den Kindern eine klare Route zum Freibad vorgegeben werden sollte. Er hofft, dass die Absperrung nicht ignoriert wird. Das griff Erwin Horn auf und schlug vor, dass man angeben sollte, warum der Steg gesperrt ist. Wilhelm Kraupner (SPD) wies darauf hin, dass auch die Fahrradfahrer bedacht werden sollten. "Das ist eine erste Info an den Rat. Wir müssen noch weitere Informationen einholen", fasste die Bürgermeisterin zusammen.