Die Sitzung hatte eigentlich ganz harmonisch angefangen. Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) wollte eine Entscheidung herbeiführen, welcher der beiden Architekten nun das Projekt der Kita-Erweiterung weiterführen soll. Dazu erläuterte er in einem zweistündigen Vortrag die ganze bisherige Vorgehensweise noch einmal.

Sein Hauptargument für die Beibehaltung des bisherigen Architektenbüros "Umarchitekt" von Ulrich Manz (Bamberg) war, dass die technischen Vorarbeiten schon sehr weit gediehen seien, weil das Büro Manz schon seit drei Jahren an der Sache dran sei. Das Büro Bauer, dass man erst kürzlich dazugeholt hatte, um auszuloten, wo man mit anderen Ideen Kosten einsparen könnte, sei erst in der Vorbereitungsphase. Es könnte aber nach Aussage des Zweiten Bürgermeister Nikolaus Thäter (UGL) im Frühjahr die Vorplanungen abschließen, so dass bis zum Herbst 2021 mit den Arbeiten begonnen werden könnte.

Sicht der Kita-Mitarbeiter

Nachdem Förtsch mit seinem Vortrag fertig war, legte Elke Schäfer die Sachlage aus Sicht der Kita-Mitarbeiter dar und warb ebenfalls dafür, die Manz-Planungen weiterzuverfolgen, weil dort schon alle Änderungswünsche der Mitarbeiter eingearbeitet worden seien. Vor allem setzte sie sich für die bodentiefen Fenster ein, die "einen großen Erlebnis-Mehrwert" für die Kinder darstellten. Man solle dabei nicht unbedingt auf die Kosten achten, weil Kinder die Zukunft seien.

Elternbeirat

Nun kam der Elternbeirat zu Wort. Zweite Vorsitzende Simone Schülein verteidigte den Brief, den der Beirat im Vorfeld der Sitzung an alle Gemeinderäte geschickt hatte. In ihm setzte sich auch der Elternbeirat dafür ein, die Manz-Planungen weiterzuverfolgen und forderte die Gemeinderäte auf, "bei der Sitzung am 1. Dezember im Sinne der Familien und der Marktgemeinde zu entscheiden und das Projekt nicht länger hinauszuzögern".

Hart ins Gericht gegangen

Nun kam Zweiter Bürgermeister Nikolaus Thäter zu Wort, der im Namen von neun Gemeinderäten (von 14 insgesamt) eine Stellungnahme vorlas, in der die Mehrheit der Gemeinderäte mit den bisherigen Kita-Planungen hart ins Gericht ging und sich schließlich gegen die Manz-Planungen entschied. "Die große Befürchtung ist, dass die Kosten davonlaufen so wie bei der Lindelberghalle in Igensdorf", meinte Günter Polster von der WEU. Es tat sich eine tiefe Schlucht auf zwischen dem Bürgermeister und der Mehrheit der Gemeinderäte, als die Abstimmung ergab, dass nur sechs Gemeinderäte für die Weiterführung der Manz-Pläne sind, Neun stimmten dagegen. Damit steht nun fest, dass das Büro Bauer aus der Oberpfalz die Kita-Planungen weiterführen wird.

Lautstarke Proteste

Die etwa 15 anwesenden Zuhörer aus Elternbeirat und Kita-Mitarbeitern verließen anschließend lautstark schimpfend die Sitzung, die nach der Abstimmung wegen einer Lüftungspause kurz unterbrochen wurde.

Und erneut zeigte sich, dass die beiden großen Fraktionen im Gemeinderat - die Unabhängige Gemeindeliste (UGL) und die Wahlgemeinschaft Egloffstein und Umgebung (WEU) - mit insgesamt sieben Stimmen eine entscheidende Macht sind. Unterstützt wurden sie von den beiden Räten der Dorfgemeinschaft Bieberbach (DGB).