Das rechte Ufer der Aufseß ab Wüstenstein gehört zur Gemeinde Wiesenttal, das linke zu Waischenfeld und damit zum Landkreis Bayreuth. Das ist dem Biber, der unterhalb der Kuchenmühle einen Staudamm gebaut hat, herzlich egal. Dagegen macht es eine Lösung schwierig.

Denn die Unteren Naturschutzbehörden der beiden Kreise müssen über ein weiteres Vorgehen entscheiden, weil sein Bauwerk aus Baumstämmen die Brücke über den kleinen Fluss unbefahrbar macht. Flussmeister Stefan Hausdorff von der Flussmeisterei Bamberg, die dem Wasserwirtschaftsamt Kronach zugeordnet ist, beschreibt die Geländesituation: Durch die Kuchenmühle und Reste eines Triebwerks eines Wasserrads hat der Fluss zwei Geländesprünge in diesem Bereich. Dort führt auch die Holzbrücke für den landwirtschaftlichen Verkehr und Fußgänger auf die andere Talseite.

Wasser gestaut

Als nun der Biber einen Baumstamm querlegte, staute sich das Wasser nochmals an, bis unter die Unterkante der Brückenkonstruktion. Deswegen rief der Markt Wiesenttal die Flussmeisterei zu Hilfe. Die holte den Stamm heraus und der Wasserstand fiel. "Es ist nicht abzuschätzen, ob die Brücke dadurch Schaden erleidet", meint Hausdorff.

Dass stauendes Wasser über die Ufer tritt, ist aus seiner Sicht nicht weiter problematisch. Denn bei den Uferstreifen handelt es sich beiderseits um Brachland im Eigentum des Freistaats, das die Flussmeistereien oder beauftragte Landwirte einmal im Jahr mähen. So halten es er wie auch seine Bayreuther Kollegen, die zum Wasserwirtschaftsamt Hof gehören.

Zwei Lösungen stehen im Raum. Die eine trug Wiesenttals Bürgermeister Marco Trautner (FWW/CSU) in der Marktgemeinderatssitzung vor. Demnach soll eine Röhre durch den Biberdamm den Wasserstand dauerhaft senken, so dass die Brücke wieder benutzbar und nicht weiter gefährdet wäre.

Das wurde andernorts schon gemacht, weiß der Flussmeister. Ob es funktioniert, zweifelte Ratsmitglied Konrad Rosenzweig (CSU) an. Der Jäger ist sich sicher, dass der Biber "alles daransetzt, die alte Höhe wieder aufzustauen". Denn vermutlich braucht er sie, um den Unterwasserzugang für eine Biberburg zu sichern.

Für Rosenzweig sind Biber eine Bereicherung der Landschaft, wie er betonte. Gleichwohl sieht er durch zu dichte Bestände - am Oberlauf der Aufseß arbeiten die nagenden Wasserbauingenieure auch - die Struktur des schmalen Tals langfristig verändert. Wenn zu viel Gelände versumpfe, könne es nicht mehr gemäht werden, so dass es verbusche und der Flusslauf nicht mehr sichtbar sei. Damit verlöre es seinen Reiz, den Touristen und Wanderer gerade dort sehr schätzen, weil keine Straße durchs Tal führt.

Rosenzweig plädierte deshalb für eine Entnahme an dieser Flussstelle. Das sah nach Hausdorff bei dem Ortstermin der Biberbeauftragte anders, nicht zuletzt, weil das überschwemmte Geländestück staatlich ist. Die zum Schutz der Brücke richtige Lösung zu finden, ist nun Sache der beiden Landkreisbehörden Forchheim und Bayreuth.