Der Anteil an hochqualifizierten Arbeitnehmern in Forchheim steigt stetig. Und im Stadtsüden schlägt das Hightech-Herz der Königsstadt immer lauter. Der Wandel ist unüberhörbar: Wer in den modernen Büroräumen lauscht, bekommt das Gefühl, Forchheim befinde sich in Kalifornien.

Aber Vorsicht: Die "New Work"-Welt, in der immer mehr Menschen ihrer Arbeit im "Homeoffice" oder beim "Daily Stand-up Meeting" im "Open Space"-Büro nachgehen, erscheint oft zu schön, um wahr zu sein. Für nicht wenige Arbeitnehmer versteckt sich hinter der digitalen Fassade und dem professionell klingenden Arbeit 4.0-Neusprech der Chefs nur eine Angestelltenhölle. Denn einige Firmen sehen in der Digitalisierung lediglich Methoden, wie sie ihre Mitarbeiter besser überwachen, zähmen und ausbeuten können.

Dafür treiben vermeintliche "Digital Leader" gerne die "New Work"-Sau durchs Dorf, beziehungsweise durchs Büro, und bewirken das Gegenteil von dem, was der Philosoph Frithjof Bergmann mit seinem Konzept erreichen wollte. Statt eines Gegenentwurfs zur kapitalistischen Ausbeutung machen viele Chefs das genaue Gegenteil:

Statt Arbeit menschlicher zu machen, nutzen sie digitale Anwendungen lediglich, um die Arbeitsleistung zu messen. Statt Kreativität zu steigern, steigern sie mit Computer-Tools nur die Bürokratie. Statt offener zu kommunizieren, kommen über die digitalen Kanäle nur Anweisungen.

Deshalb sollten sich auch die Forchheimer nicht von der schönen neuen Arbeitswelt blenden lassen. Und die Chefs sollten den Rat der Digitalisierungs- und New Work-Expertin Annika Leopold aus Forchheim beherzigen: Unternehmen brauchen zufriedene Mitarbeiter, um erfolgreich zu sein.