"In erster Linie muss er ein Netzwerker sein", bekräftigte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Am Donnerstag präsentierte er dem Hauptausschuss die Ausschreibung für die viel diskutierte Stelle eines Citymanagers. Das Gremium stimmte für den Vorschlag, als einziges Mitglied stimmte FDP-Mann Sebastian Platzek dagegen.


Die Innenstadt beleben

Der neue Citymanager soll die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Händlern, Kaufleuten und der Politik in der Innenstadt voran bringen. Zudem soll er sich um Veranstaltungen kümmern und den Leerstand bekämpfen.

Die Stelle ist auf zwei Jahre befristet und bei der Stadtverwaltung angesiedelt. Ein Studium oder einschlägige Berufserfahrung in den Bereichen Citymanagement oder Wirtschaftsförderung werden erwartet.

Platzek und seine FDP-Fraktion sind der Ansicht, dass die Stelle nicht bei der Stadt sondern in der Wirtschaft angesiedelt sein sollte. "Mit unternehmerischem Denken hätte in der Innenstadt mehr voran gebracht werden können als mit verwalterischem Denken", begründete Platzek die Ablehnung. Er sieht zudem die Befristung als problematisch an, um für qualifizierte und motivierte Leute attraktiv zu sein: "Eine befristete Stelle auf zwei Jahre ist im öffentlichen Dienst allein wegen des Erfolgsdrucks schwierig."


Lange Vorarbeit zum Thema

Bereits seit Oktober 2016 tauschte sich Oberbürgermeister Kirschstein regelmäßig mit den Organisationen "Werbegemeinsachft Forchheim" und "Die Innenstädter" zum Thema Citymanagement aus. Auch die Stadtrats-Fraktionen wurden vor einem Jahr eingebunden.

Dabei entstand die Idee, eine Genossenschaft zu bilden, die bislang aber noch nicht zustande kam. "Ich hätte mir gewünscht, die Frage einer gemeinsamen Organisation zu klären, aber das hat noch nicht ganz geklappt", so Kirschstein. Er habe auch vergeblich dafür geworben, dass der Citymanager keine Stelle bei der Stadt werde. "Aber wir brauchen die Stadt jetzt als Impulsgeber", betonte der Oberbürgermeister. Kirschsteins Idee ist, die Position zu einem späteren Zeitpunkt wieder "an die Händlerschaft zurückzugeben" - das sei auch der Grund für die Befristung der Stelle.

Annette Prechtel (Grüne/FGL) kritisierte, dass sich das Projekt zu sehr auf Leerstands- und Eventmanagement fokusiere. Sie forderte ein klareres Leitbild, an dem der Citymanager arbeiten soll: "Leerstand ist ein Symptom, das wir alle nicht wollen. Aber was für eine positive Vorstellung von der Innenstadt haben wir eigentlich?" Diese Frage müsse ihrer Ansicht nach in Zukunft geklärt werden.

"Also für mich ist der Sachtstand außerordentlich enttäuschend. Wir treten da seit einem Jahr auf der Stelle", meinte Ulrich Schürr (JB). Die jetzige Stellenausschreibung, die seine Fraktion auch unterstützt, hätte man bereits früher machen können, erklärte Schürr.

Udo Schönfelder (CSU) betonte, dass das Ziel des neuen Citymanagers sein müsse, die Frequenz und Lebendigkeit in der Innenstadt zu erhöhen. "Jetzt zurückzuziehen wäre das falsche Signal", so der CSU-Fraktionsvorsitzende.