Wie soll das Katharinenspital genutzt werden, wenn das historische Gebäude mit Sakralraum saniert ist? Diese Frage beschäftigte nun nach dem Stiftungsausschuss auch den Finanzausschuss des Stadtrats Forchheim. Man entschied sich nach der Vorstellung mehrerer Varianten einstimmig für eine gewerbliche Nutzung der beiden Dachgeschosse, während Erd- und erstes Obergeschoss als Quartierstreffpunkt und Versammlungsstätte genutzt werden sollen. "Die Spitalkirche ist ein Kleinod für Forchheim", betonte während der Aussprache Lisa Hoffmann (SPD). Stadtbaumeisterin Sigrun Wagner stellte das gesamte Nutzungskonzept, das für die Förderung entscheidend ist, dem Gremium vor. Fest stand für alle Varianten, dass die Katharinenkirche als solche mit Altar und den wertvollen Bildern wieder in Funktion gesetzt wird. Auf der Empore wird die Orgel wiederaufgestellt. Der zweistöckige Raum soll nicht nur Gottesdiensten dienen, sondern auch für passende andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Bestattungsüberreste

Die angebaute Sakristei wird zu einem Gebetsraum umgestaltet. Unter ihr haben die Archäologen einen mittelalterlichen Karner gefunden sowie Bestattungsüberreste im Umfeld. Wenn die statischen Probleme des Karnergewölbes behoben sind, erhält er wieder seinen historischen Zugang von außen. Er soll eine Station im archäologischen Pfad werden, der von der Kaiserpfalz ausgehen soll.

Das Erdgeschoss des Spitals soll die notwendigen Funktionsräume wie Toiletten und Garderobe aufnehmen, um als Foyer des Kirchenraums zu dienen. Wagner schlug vor, den Raum zum Fluss als kleinen Mittagstisch des Stadtteiltreffs zu nutzen.

Aufzug geplant

Das erste Obergeschoss wird durch einen Aufzug auch für behinderte Menschen zugänglich sein. Der Aufzug wird bis ins erste Dachgeschoss führen; das zweite kann aus technischen Gründen, da im historischen Dachstuhl, nur über eine Treppe erreicht werden. Sie muss neu gebaut werden, da die vorhandene auf das Gewölbe darunter drückt, erläuterte Wagner. Das Obergeschoss soll das Büro des Stadtteiltreffs aufnehmen sowie einen Seminarraum und eventuell ein Stuhllager. Der Stadtteiltreff würde im Ganzen aus dem Neubau herüberwandern. Denn dort besteht das Problem, dass Tische und Stühle bei Bedarf wegen einer gastronomischen Nutzung hereingebracht werden müssen und derweilen in einer nicht vermieteten Wohnung gelagert werden.

Nach einer ersten Variante könnten die zwei Dachgeschosse zu zwei großen Wohnungen über zwei Etagen werden. Eine etagenweise Aufteilung ist aus Brandschutzgründen nicht möglich, weshalb die Variante 3 schon von der Planerin verworfen wurde. Variante 2 würde das ganze Gebäude öffentlich nutzen. Die vierte Nutzungsmöglichkeit lässt gewerbliche Nutzung zu, und zwar auf rund 170 Quadratmetern über die zwei oberen Etagen.

Privatwohnungen problematisch

Der Stiftungsausschuss pendelt noch zwischen den Varianten 2 und 4; Wagner empfahl dem Finanzausschuss gleich Nummer 4 Privatwohnungen hielt sie wegen der zwangsläufig hohen Miete und der öffentlichen Nutzung darunter für eher problematisch.

Der Wirtschaftsförderer Viktor Naumann hat im Vorfeld geäußert, eine durchgängig öffentliche Nutzung wäre zu viel, da genügend andere Angebote in der Innenstadt vorhanden seien. Der ungünstige Raumzuschnitt unter dem Dach schränke allerdings auch gewerbliche Nutzung ein. Stadtrat Tino Reichardt (FDP) dachte da speziell an Architekten wegen der Eigenheit der Räume und an die Wirksamkeit der Adresse Bamberger Straße 1.

Emmerich Huber (Grüne) verglich die beiden Varianten auch auf der Förderseite. Der Unterschied macht 500 000 Euro aus, wenn nicht das ganze Gebäude öffentlich genutzt wird. Denn die Förderung gibt es nur, um Leben in die Stadt zu bringen. Er schlug vor, mit der Regierung abzuklären, ob innerhalb von ein bis zwei Jahren ein förderunschädlicher Schwenk von teils gewerblich auf voll öffentlich möglich sei. Das wäre dann erforderlich, wenn es sich herausstellen sollte, dass kein Interesse an den Dachgeschossräumen bestünde. Gerhard Meixner (Grüne) regte zu diesem Punkt an, auch gemeinnützige Einrichtungen anzusprechen. Hans-Werner Eisen (CSU) dachte an Interimsbüros für die Stadtverwaltung. Hingegen stellte Ludwig Preusch (FW) die Chance, Einnahmen zu generieren und damit den Stiftungszweck zu fördern, für seine Entscheidung voran.