Am nördlichen Paradeplatz in Forchheim sollen zwei alte Linden wegen der anstehenden Umgestaltung des Platzes gefällt werden. Bundestagsmitglied Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen), Stadtrat Emmerich Huber und Stadträtin Andrea Hecking (beide FGL) wollen das nicht hinnehmen und haben sich in einer symbolischen Protestaktion an die Linden gekettet.

"Wer der nächsten Generation nur abgehackte Baumstümpfe hinterlassen will und glaubt dürre Neuanpflanzungen sind ein Ersatz für jahrzehntelang gewachsene Bäume, muss von den Bürgerinnen und Bürgern gestoppt werden", erklärt Badum in einer Pressemitteilung.

Baumfällungen in Forchheim - Huber: "Das Maß ist voll"

"Das Maß ist voll", sagt Huber, "ob die Fällungen der Pappeln für die Stadtwerke in den neunziger Jahren oder die Baumfällungen der GEWOG in der Käsröthe in diesem Jahr, wir wollen das nicht länger hinnehmen. Entschuldigungen im Nachhinein bringen uns Natur nicht wieder."

Um eine Feuerwehrzufahrt herzustellen, die die Bauordnungsbehörde fordert, müssten laut dem bestehenden Entwurf am nördlichen Paradeplatz (vor dem Sportgeschäft "Sport Wolf") die beiden Linden gefällt werden. Die Bäume sollen im Zuge der Neupflanzungen am Paradeplatz ersetzt werden. Die Kosten für eine Verpflanzung der Linden an einen anderen Standort wären enorm. Eine Mehrheit des Forchheimer Stadtrates ist für die Baumfällungen.

Die Forchheimer Grünen kritisieren, dass "selbst jahrzehntealte, das Stadtbild prägende Bäume, die den Aufenthalt angenehm machen und für das Stadtklima enorm wichtig sind, keine ausreichende Lobby" hätten. FGL-Stadtrat Emmerich Huber, der als Jurist bei einer Versicherung mit ähnlichen Fällen befasst sei, meint: "Das große Feuerwehrfahrzeug ist 2,5 Meter breit. Bei 6,10 Meter Abstand zwischen Häuserfront und Linde bleiben damit beidseitig 1,8 Meter Luft zum Durchfahren. Die Feuerwehrzufahrt ist gewährleistet."