Es ist ein kleiner Piks, in den große Hoffnung gesteckt wird. Corona-Impfungen könnten die Ausbreitung des Virus stoppen, da immunisierte Menschen keine weiteren anstecken können. Ein Impfstoff steht in Europa in den Startlöchern und zur Pandemiebekämpfung sollen bayernweit bis Mitte Dezember 96 Impfzentren bereit stehen. Der Landkreis Forchheim hat seinen Standort für ein Impfzentrum gefunden: "Nach aktuellem Stand kommt das Corona-Impfzentrum ins ehemalige Schülerwohnheim Don Bosco", erklärt Holger Strehl, Pressesprecher des Landratsamtes, dem Fränkischen Tag Forchheim.

Susanne Becher, die Leiterin des Fachbereiches Sicherheit und Öffentliche Ordnung, koordiniert die Vorbereitungen und hat die leerstehenden Räume in der Don-Bosco-Straße 4 bereits besichtigt. Jetzt gehe es darum, einen Betreiber für das geplante Forchheimer Impfzentrum zu finden. Die Impfspritzen in den Oberarm dürfen nur qualifizierte Ärztinnen, Ärzte und geeignetes medizinisches Fachpersonal verabreichen. Außerdem sei Verwaltungspersonal nötig, erläutert Strehl.

Mögliche Betreiber haben sich gemeldet

Wer das stationäre Impfzentrum im Osten der Königsstadt künftig betreibt, steht noch aus. Derzeit wird eine entsprechende Ausschreibung vorbereitet. Aber: Vorab hätten sich beim Forchheimer Landratsamt bereits mögliche Betreiber gemeldet. Das sei schon einmal "beruhigend", meint Strehl. Die Behörde ist deshalb zuversichtlich, dass das Impfzentrum bis zum vorgegebenen Termin, 15. Dezember, planmäßig startklar sein kann.

Die Räumlichkeiten in der Don-Bosco-Straße 4 waren früher eine Jugendherberge. Zum 31. Juli 2019 hat das Don Bosco Jugendwerk Forchheim seinen Betrieb eingestellt, seitdem stehen die Räume leer. Zuletzt stand im Raum, in dem Gebäude, das an die Kirchenstiftung St. Johannes Bosco zurückging, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Potenzielle Betreiber des Impfzentrums in dem ehemaligen Schüler-Wohnheim könnten Wohlfahrtsverbände sein, die das benötigte Fachpersonal in ihren Reihen haben, erläutert Landratsamtssprecher Holger Strehl. Das sei ähnlich wie bei der zentralen Corona-Abstrichstelle auf dem Parkplatz in der Ruhalmstraße am. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Forchheim und der ASB Fränkische Schweiz betreiben das dortige Corona-Testzentrum des Landkreises.

In Bamberg steht der Standort für ein Impfzentrum ebenfalls fest: Das Foyer der Brose Arena. Für die Stadt und den Landkreis Bamberg wird dort ein gemeinsames Corona-Impfzentrum entstehen, teilte das Landratsamt Bamberg am Montag mit. In der Brose Arena könnten Impfzentrum und Spielbetrieb ohne Probleme parallel laufen, betont Oberbürgermeister Andreas Starke. "Selbst wenn im neuen Jahr wieder Basketballspiele mit Zuschauern möglich sein sollten, sind wir logistisch in der Lage, das Impfzentrum mit dem Basketballbetrieb in der Brose Arena zu kombinieren." Bis zum Jahresende finden noch drei Heimspiele von Brose Bamberg statt. Ab 1. April 2021 soll dann im Sportpark an der Breitenau geimpft werden; die Immobilie ist bereits Eigentum der Stadt Bamberg.

Außer einem Zentrum soll in jedem Landkreis auch ein mobiles Impfteam unterwegs sein, das beispielsweise Personen in Alten- und Pflegeheimen, sofern diese das möchten, gegen das Coronavirus impft. Eine Pflicht soll es nicht geben, die Impfung ist freiwillig. Laut Bundesgesundheitsministerium könnte ab Mitte Dezember ein Impfstoff zugelassen werden. Die Staatsregierung plant, dass dezentral in den kreisfreien Städten und Landkreisen 96 Impfzentren sowie mobile Impfteams organisiert werden. Zunächst sollen besonders vulnerable Menschen und Personen, die einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, die Corona-Impfung bekommen.

Wie soll geimpft werden?

Freiwillig Die Bundesregierung beteuert, dass eine Impfung gegen Covid-19 freiwillig sein soll. Eine Corona-Impfpflicht lehnen Institutionen wie der Ethikrat und die ständige Impfkommission ebenfalls ab. Über mögliche Nebenwirkungen ist bislang wenig bekannt und können nicht ausgeschlossen werden.

Phase 1 Laut der deutschen Impfstrategie sollen in der ersten Phase über die Zentren zunächst vulnerable und exponierte Bevölkerungsgruppen geimpft werden. Der aussichtsreiche Impfstoff der Firmen Biontech/Pfizer muss bei -70 Grad gekühlt werden, weshalb die Zentren spezielle Tiefkühlschränke benötigen. Die Kosten tragen Bund und Länder.

Phase 2 In der zweiten Phase, wenn mehr Impfstoff verfügbar ist und bei höheren Temperaturen gelagert werden kann, sollen sich Erwachsene in Arztpraxen impfen lassen können. Die Impfungen sollen die Krankenkassen bezahlen.