Die Bürger haben entschieden - sie wollen, dass an der Schirnaidler Straße gebaut wird. 44 Wohneinheiten werden entstehen. Dennoch läuft die Planung auch nach dem Bürgerentscheid vom 17. Mai nicht reibungslos. Der Ortsverband der Grünen zum Beispiel reagiert missmutig, weil die Gemeinde an der Schirnaidler Straße ein "Biotop versilbert" habe; auch sei das Verkehrskonzept nicht geklärt.

Am Donnerstag sagte Irmgard Heckmann (FW) dem FT, dass der "offene Dialog", den Martin Albert (Sprecher des Bürgerbegehrens) angekündigt hatte, noch nicht so recht spürbar sei. Bei der jüngsten Ratssitzung jedenfalls habe sie den Eindruck gewonnen, dass Bürgermeister Claus Schwarzmann "etwas genervt" sei, weil das Projekt Schirnaidler Straße nicht zügig vorankomme.

Für die Freien Wähler betonte Irmgard Heckmann, dass sie im Sinne des Bürgerentscheids hinter dem Ratsbegehren stehe. "Was das hohe Verkehrsaufkommen betrifft, habe auch ich leichte Befürchtungen", räumt Heckmann ein. "Doch selbst wenn am Ende einige Straßen überlastet sein sollten - ich habe keine Idee, wie sich das vermeiden ließe."

Genervt wirkte Claus Schwarzmann am Donnerstag, zwei Tage nach der Ratssitzung nicht mehr; aber im Ton wird Schwarzmann unnachgiebiger Den Grünen wirft er vor, "Halbwahrheiten und Unterstellungen" in Umlauf zu bringen, weil sie behaupteten, in der Schirnaidler Straße werde ein Biotop bebaut.

Offenbar werde von den Grünen ignoriert, dass das Gebiet untersucht; dass jeder Vogel registriert und dass hier selbstverständlich "kein Biotop" bebaut werde. "Es gab", stellt Schwarzmann fest, "ein Bürgerbegehren, dabei wurden alle Themen beleuchtet. Noch nie hat es in der Gemeinde Eggolsheim so viel Aufklärung zu einem Thema gegeben. Jetzt hat der Bürger als Souverän gesprochen - und dieser Bürgerentscheid ist bindend für den Marktgemeinderat."

Martin Albert sieht das eigentlich genauso. Dennoch zeigt sich der JB-Rat und Mitinitiator des Bürgerbegehrens weiterhin kritisch. Er befürchtet, dass die Ideen einer "alternativen Straßenführung" und einer "geringen Versiegelung" in der weiteren Planung vernachlässigt werden könnten. "Es geht darum, dass die Versprechungen langfristig umgesetzt werden. Die ortsbildprägenden Walnussbäume zum Beispiel dürfen keinesfalls verloren gehen. Daher wäre es falsch, wenn die Planer jetzt in ihrem Kämmerchen verschwinden." Daher fordert Martin Albert "eine stärkere Auseinandersetzung mit den Planern" während des Gestaltungsprozesses. Wenn es nach ihm geht, müsste der Gemeinderat auf die Arbeit der Planer vom Städtebau-Büro Valier & Partner (Bamberg) reagieren können, noch ehe die ihre fertigen Pläne vorlegen.

Doch in diesem Punkt scheint die Gesprächsbereitschaft von Claus Schwarzmann erloschen zu sein. "Sämtliche Anregungen des Begehrens liegen komplett bei den Ingenieuren", betont der Eggolsheimer Bürgermeister: "Wir haben der Planerin unser komplettes Archiv überlassen - und wir müssen ihr jetzt Zeit geben, damit sie uns am 21. Juli die Pläne vorlegen kann."

Anschließend, so Schwarzmanns Verweis auf den Zeitplan, werde es im August und September erneut eine "Auslegung der Pläne" und eine letzte Diskussion im Gemeinderat geben - "und im Frühjahr 2021 können wir dann hoffentlich mit der Erschließung beginnen".

Entschieden zeigte sich Claus Schwarzmann gestern auch, was die Verkehrsplanung betrifft. Die "Fachmeinung des renommierten Planungsbüros Valier & Partner" sei unmissverständlich: Bei einer Erweiterung eines Gebietes um 44 Wohneinheiten könne ein eigenständiges Verkehrskonzept "überhaupt kein Thema" sein. Grundsätzlich gebe es ja längst ein Verkehrskonzept, erinnert Schwarzmann. Die Gemeinde habe es als Teil des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) vorgelegt.