Dass zur Weihnachtszeit Tiere im Graben der Kaiserpfalz stehen, das haben Forchheimer und Touristen längst lieben gelernt. Die lebende Krippe ist nicht nur für Kinder ein echter Hingucker. Aber ein Elefant im Pfalzgraben?

Dabei geht es natürlich um den Pfalzifanten, der in Form eines Spielgerüstes mit Rutsche im Pfalzgraben, ungefähr unterhalb des fehlenden Mauerstückes, erbaut werden soll. Als Vorlage für die Rutsche dient der Pfalzifant, das Maskottchen der Kaiserpfalz.

Neben dem Spielgerüst sollen im Graben andere museumspädagogische Spielsachen für Kinder bereitgestellt werden, darunter ein Schuppen für die Lagerung von Holz, ein Spielhaus mit Kindermöbeln, eine Tafel mit Spielanleitungen und Spielkisten sowie eine bewegliche Esse.

Ob das Pfalzifant-Gerüst überhaupt machbar ist, das habe man bereits bei Unternehmen angefragt, berichtete Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) in der Sitzung des Bauausschusses. "Wir wollen Kinder für das Museum begeistern", so Kirschstein. Es sei schön, wenn Besucher im Graben den Pfalzifanten sehen und in der Kaiserpfalz die Zeichnung dazu.

Im Februar 2018 hat Susanne Fischer, die Leiterin des Pfalzmuseums, die Idee für den Spielplatz vorgestellt. Von der Unteren Denkmalschutzbehörde gibt es nun auch eine Stellungnahme: Zumindest für die meisten Vorhaben im Graben hat die Behörde grünes Licht gegeben. Anders beim Pfalzifanten: Der geplante Standort des Pfalzifanten befindet sich in der Sichtachse Sattlertorstraße-Kaiserpfalz und in der der Nähe der Grabenmauer. "Um dieses beliebte Fotomotiv nicht zu beeinträchtigen, sollte ein Standort gefunden werden, der dem Bauwerk zuträglicher ist", so die Behörde.

Im Bauausschuss am Montag wurde der museumspädagogische Spielplatz konkreter. Besonders die leuchtend blaue Farbe des Spielgerüstes und dessen Standort sorgte bei vielen Stadträten für Unmut. Thomas Schuster (CSU) regte an, mit Holzarten wie Kirsche zu arbeiten, um das Gerüst zwar natürlich zu belassen, aber dennoch etwas Farbe aufzunehmen. "Es ist gut, dass für Kinder etwas getan wird", meinte SPD-Stadträtin Lisa Hoffmann. Die kräftige Farbe des Spielgerüstes sei aber "nicht akzeptabel", so Hoffmann.

Ähnlich äußerte sich Thomas Werner (CSU): "Man ist natürlich schockiert von dieser Farbenpracht, wenn man da so drauf schaut." Wie sein Parteikollege Markus Schmidt plädierte er für einen anderen Standort. FW-Stadtrat Erwin Held mahnte: Für andere Bauvorhaben in der Stadt mache man jedem Auflagen. Und nun solle im Pfalzgraben etwas in Kobaltblau entstehen. Seinen scherzhaften Vorschlag, das Loch in der Mauer gleich mit einer Rutsche zu verbinden, konnte OB Kirschstein entkräftigen: Um das Loch zu reparieren, seien nun alle Aufträge vergeben.

FDP-Stadtrat Sebastian Körber zeigte sich als einziger angetan von dem Entwurf: "Das ist genau dieser Aha-Effekt, den man braucht. Ich finde das ausgesprochen charmant", sagte er. Gerade weil sich die Farbigkeit von der Kaiserpfalz abhebe, störe es das Gebäude nicht. "Ich finde das supergelungen."

Veranstaltungen sollen bleiben

Den Standort habe man bewusst gewählt, erklärte Museumsleiterin Fischer. An der Längsseite würde es zu eng werden. Um die Kurve im Graben müssen schließlich noch Fahrzeuge kommen. Denn Veranstaltungen wie die Afrika-Kulturtage sollen dort weiterhin stattfinden. An einem anderen Standort, etwa an der Roten Mauer oder im Stadtpark, gebe es keine Verbindung mehr zur Kaiserpfalz. "Das macht nur Sinn in unmittelbarer Nähe der Kaiserpfalz", sagte Fischer. Nach Führungen würden sich Kinder oft weiter auf dem Areal aufhalten wollen.

Weil die anderen museumspädagogischen Gegenstände bei den Stadträten gut ankamen, haben sie diesen einstimmig zugestimmt. Die genauen Standorte müssen noch mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgesprochen werden. Über den Pfalzifant wurde gesondert abgestimmt.

Drei verschiedene Varianten standen dafür zur Auswahl. Mit acht Stimmen erlangte jene die meiste Zustimmung, in der das Spielgerät natürlich aus Holz angefertigt werden soll. Der Standort soll bleiben, aber anders als zuerst dargestellt, näher an die Grabenmauer rücken.