Der Ort, im Herzen des Trubachtales gelegen, ist bekannt als Wanderparadies, als Gemeinde mit dem größten Osterbrunnen der Welt, als Kletterregion, als Kirschenanbaugebiet und als einer der ältesten Orte in der Region mit reicher Kultur.

Wie in Aufseß hat Egloffstein seine Entwicklung den Burgbesitzer, in diesem Falle derer von Egloffstein, zu verdanken. Seit mindestens 1184 wohnen die "Barons" in dem wehrhaften Haus oberhalb des Ortes, sagt Ortschronist Fritz Preis.

Über den Ort schreibt Reiseschriftsteller Joseph Heller 1829: "Protestantisch; im Landgericht Gräfenberg, liegt Egloffstein in einer höchst romantischen Gegend im Trubachtthale, hat 489 Einwohner, eine Pfarrkirche, welche 1358 aus einer Schlosskaplanei entstand, und in welcher bis 1501 der katholische Kultus fortgeführt wurde.
Hier ist auch der Sitz des Egloffsteiner Patrimonialgerichtes."

Grundlage für Gemälde

Die geografisch "romantische Lage" des Ortes - Häuser, die in den Berg hineingebaut sind und mit einer Burg bekränzt - führte recht bald zum Besuch von Touristen, von Malern und Künstlern, die die eigenwillige und einmalige Ortslage als Grundlage für ihre Gemälde und Zeichnungen verwendeten. Das war früher so und so ist es bis heute geblieben.

Ein vor Jahren gegründeter Künstlerkreis hat sich zwar wieder aufgelöst, trotzdem gibt es noch zahlreiche Ateliers in der Gemeinde. Außerdem trifft sich alle zwei Wochen ein Kunst- und Kulturstammtisch, den jeder besuchen kann. Der berühmteste hier lebende Künstler ist Oleg Popov, der als Clown im russischen Staatszirkus Weltruhm erlangte.

Schon aus dem Jahre 1927 sind die ersten Tourismuszahlen bekannt. Damals besuchten zwischen Mai und September 1211 Gäste den Ort. Es gab schon früher Urlauber hier. 1829 empfahl zum Beispiel Reiseschriftsteller Joseph Heller: "Im mittleren Wirthshaus lässt sich gut logieren." Wahrscheinlich ist damit das Gasthaus zur Post gemeint. Laut Beschreibung des Egloffsteiner Kulturpfades, an dem das Gasthaus liegt, wurde im Jahre 1866 "eine königlich-bayerische Postexpedition" hier eingerichtet und "an den Bierbrauer und Gemeindevorsteher Johann Georg Heid übertragen". 1891 kam ein Poststall hinzu, um eine tägliche Kutschenverbindung nach Obertrubach zu unterhalten.

Eine Voraussetzung dafür war die Einrichtung von "Fremdenbetten", damit Gäste beim Umsteigen auf eine andere Linie nicht auf der Straße stehen und warten mussten.

Seit 1951 mit Verkehrsamt

Kommunal betrieben wird der Tourismus seit der Nachkriegszeit. 1951 eröffnete man ein Verkehrsamt und meldete im gleichen Jahr schon 10 000 Übernachtungen. 1952 wurde die erste Burgserenade veranstaltet und 1953 öffnete die Burg ihre Pforten erstmals für Besucher. Im gleichen Jahr markierte der Heimatverein 100 Kilometer Wanderwege und stellte dutzende Ruhebänke auf. In den nächsten Jahren steckte die Kommune viel Zeit und Geld in den Ausbau des Straßennetzes und in die Einrichtung eines Kurgartens.

1965 gab es schon 460 Betten mit 16 000 Übernachtungen. Die touristische Entwicklung führte zum Erweiterungsbau des Hotels Zur Post, anstelle der alten Scheune, in der früher die Postkutschen standen.

Das Jahr 1986 markiert den vorläufigen Höhepunkt: Es wurden fast 55 000 Übernachtungen gezählt, so viele Übernachtungen gab es seither nicht mehr. Derzeit pendelt sich die Zahl der Gäste in der Gemeinde zwischen 9 000 und 10 00 pro Jahr ein, die Zahl der Übernachtungen hält sich bei rund 40 000 die Waage.

Seit den 80er Jahren unterstützt der Tourismusverein Egloffstein und Umgebung, unter der derzeitigen Leitung von Michael Wirth, die Arbeit des Heimatvereins und der Gemeinde. Er betreibt auch die Touristinformation, die von Christine Trautner geleitet wird.

Neben den touristischen Besonderheiten wie Wanderwegparadies, Klettern und Osterbrunnen ziehen auch die Felsenkeller und die vier Kulturwege Urlauber wie Tagesgäste an. Mit überregionalen Veranstaltungen wie der künstlerisch beleuchteten Burganlage "Egloffstein leuchtet" im letzten Jahr werden zusätzliche Anreize geschaffen, Gäste ins Trubachtal zu locken.


Idealer Ausgangspunkt


Und auch vom mit rund 25 000 Gästen beliebtesten Bierwanderweg der Region, dem "5-Seidla-Steig", profitiert Egloffstein. Viele Gäste nutzen den Wanderparkplatz als Ausgangspunkt, um von hier nach Thuisbrunn zu gehen.


Serie

Stiche und Postkarten waren lange Zeit die einzigen Bilder, die es von einem Ort gab; über Kameras oder Maler verfügten nur betuchte Leute.

Je bedeutender der Ort im touristischen Sinne war, desto mehr verschiedene Motive gab es. Diese zeigten in der Vergangenheit vor allem Sehenswürdigkeiten: Kirchen, Burgen und besondere Plätze.