Die Sanierung der Freibäder im Markt Wiesenttal (Streitberg), Gräfenberg und Egloffstein ist einen Schritt weiter. Die drei Kommunen schlossen sich für die Förderung des Bundes zu einem Zweckverband zusammen. Gräfenberg wird als Leitkommune Ansprechpartner für die Förderung und ihre Pflichten sein. Einstimmig billigte als Letzter auch der Wiesenttaler Marktgemeinderat den Vertrag. "Wir sind alle in derselben Situation", betonte Konrad Rosenzweig (CSU).

Damit ist eine Steuerungsgruppe ins Leben gerufen, der die drei Bürgermeister, Vertreter der Kämmereien und als Fachmann für Förderungen beim Landratsamt Forchheim Dominik Bigge angehören. Den Vorsitz hat Gräfenbergs Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW). Als Aufgaben liegen vor dem Zweckverband und der Steuerungsgruppe die Ausarbeitung aller Unterlagen für den Zuschussantrag, die Gesamtkoordination und einen Teil der Vergaben; die einzelnen Baumaßnahmen bleiben bei den Kommunen und ebenso nichtförderfähige Posten, die eingeplant sind. Die Förderung kann 90 Prozent betragen; ansonsten 45 Prozent. Voraussetzung ist für den hohen Satz eine finanzielle Notlage der Gemeinden. Die bestätigte das Landratsamt nach den Fakten aus den vergangenen Jahren. Hier sieht Rosenzweig eine "gewisse Zwickmühle". Denn Schwimmbäder sind eine freiwillige Aufgabe von Kommunen. Solche müssen sie aber zusammenstreichen, wenn ihre Kassenlage klamm ist. Der CSU-Kreisrat hofft auf alle Bundestagsabgeordneten in der Region, dass der Widerspruch nicht zum Schaden der drei Kommunen wird. "Es geht um die Zukunft von strukturschwachen Gemeinden", gab er allen Politkern, die in letzter Zeit die Bäder besucht haben, mit auf den Weg.

Geballte Entscheidungen

Der Wiesenttaler Bürgermeister Marco Trautner (FWW/CSU) versucht, möglichst wenig Sitzungen einzuberufen. Dementsprechend geballt mussten jetzt die Entscheidungen fallen, vor allem die Anpassungen von Wasser- und Abwassergebühren. Beim Trinkwasser lag in der laufenden Periode der Preis bei 2,41 Euro je Kubikmeter. Dadurch häufte sich eine Überdeckung von fast 80 000 Euro an. Sie ist bis 2024 auszugleichen. So kann Wiesenttal seinen Wasserpreis auf 1,86 Euro senken. "Damit ist der Preis im Markt Wiesenttal wieder auf Augenhöhe mit den anderen Gemeinden in der Fränkischen Schweiz", sagte der Bürgermeister.

Die Erhöhung war damals eine Notlage, weil ein hohes Defizit aus den vier Jahren zuvor auszugleichen war. Es war durch dringliche Investitionen entstanden, für die es damals im Gegensatz zu heute keine Förderungen gab. "Es ist schade, dass wir keine Rücklagen bilden dürfen", sagte Rosenzweig. Denn Wiesenttal hat die Sanierung der maroden Leitungen zwischen Störnhof und Oberfellendorf und im Muggendorfer Netz vor sich.

Trinkwasser

Für die laufenden Maßnahmen in der Trinkwasserversorgung hat das Wasserwirtschaftsamt für das laufende Jahr 850 000 Euro Förderung bewilligt und, so Trautner, zum Weitermachen aufgefordert. Das wird auch nötig sein, gab es doch in den letzten Wochen im Muggendorfer Netz vier Rohrbrüche. Es war ene Art Kettenreaktion, wie sich herausstellte. Nach dem ersten Schaden musste das ganze Leitungsnetz gesperrt werden, weil die Schieber der einzelnen Leitungsstränge für Schulberg, Lindenberg und Dooser Berg nicht mehr schließen. Dadurch gelangte Luft ins Netz. Als es wieder befüllt wurde, löste der vorübergehende Überdruck die Folgebrüche aus.

Kläranlage Wüstenstein

Wüstenstein hat seit kurzem eine eigene Kläranlage. Bisher waren für das Abwasser im Ortsteil zwei Euro festgesetzt. Dieser Preis kann bei weitem nicht gehalten werden, auch wenn inzwischen die Zuschüsse ausgezahlt wurden. Würde man kostendeckend kalkulieren, bis eine gesplittete Gebühr eingeführt werden kann, läge der Preis pro Kubikmeter sogar bei 4,93 Euro. Festgelegt wurden nun 3,98 Euro, weil sich die Betriebskosten erst noch einspielen müssen. Günter Schürer (CSU) aus Wüstenstein rechnet für seine Mitbürger mit Jahreskosten um die 550 Euro, mit Grundgebühr und bei einem Verbrauch von rund 100 Kubikmetern im Jahr.

Für die Ortsteile Birkenreuth, Haag, Wöhr, Muggendorf und Streitberg müssen die Abwassergebühren nicht angepasst werden, ergab die Nachkalkulation eines Fachbüros. Vielmehr ist ein Überschuss abzubauen; dafür stehen etliche Sanierungsmaßnahmen an. Allein für die Kanalbefahrungen wegen Schadstellen setzt man 100 000 Euro an.

Baugebiet "Wirtsleite"

Der Rat billigte eine dringliche Anordnung des Bürgermeisters für das Baugebiet "Wirtsleite 2" in Niederfellendorf. Dort wurden Erdarbeiten und Untergrundverbesserungen, die für den Straßenbau im kommenden Jahr nötig sind, vorgezogen. Denn dadurch ist den Kanalbauern geholfen, die bis Weihnachten mit den Arbeiten fertig sein wollen. Die Baufirma wollte der Bürgermeister nicht im Regen stehen lassen, was man bei der Witterungslage durchaus wörtlich nehmen kann. Der Gemeinde entsteht kein wirtschaftlicher Nachteil. "Ein kostenneutraler Vorgriff, der mehr als berechtigt ist", nannte es Rosenzweig.