Thomas Silberhorn (CSU):

"Der Schutz unseres Klimas ist existenziell wichtig. Die Bewahrung der Schöpfung ist ein Kernanliegen der CSU. Mit dem Pariser Klimaschutz-Abkommen aus dem Jahr 2015 und der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung haben wir uns zu ehrgeizigen Zielsetzungen verpflichtet, um eine Begrenzung der Erderwärmung zu erreichen. Außerdem haben sich die großen Industriestaaten beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau darauf verständigt, ihre Wirtschaft zu dekarbonisieren.

Beim Klimaschutz geht es darum, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung mit ökologischen Erfordernissen in Einklang zu bringen. Der Ausstieg aus der Kohle und der Umstieg auf CO2-neutrale Verkehrsmittel sind besonders dringlich. Die Landwirtschaft muss Teil der Lösung sein, denn Boden und Wald binden CO2.

Bayern ist Vorreiter bei der Energiewende: Über ein Viertel der Bruttostromerzeugung in Deutschland kommt aus erneuerbaren Energien, Bayern erreicht deutlich mehr als ein Drittel. Die bayerische Photovoltaik-Leistung beispielsweise ist von unter 6,2 Gigawatt im Jahr 2010 auf rund 11,1 Gigawatt Ende 2014 angestiegen und damit führend im Vergleich zu allen anderen Bundesländern.

Extreme Wetterereignisse und der Anstieg des Meeresspiegels bedrohen bereits heute zahlreiche Länder und entziehen Millionen von Menschen die Existenzgrundlage. Deutschland hat seine Zusagen zur Klimafinanzierung seit 2005 mehr als verfünffacht und leistet einen wesentlichen Beitrag, um konkret Fluchtursachen zu vermeiden.


Andreas Schwarz (SPD)

"Die SPD steht zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens. Wir wollen erreichen, dass Deutschland bis zum Jahr 2020 den CO2-Ausstoss um mindestens 40 Prozent senkt und wir bis 2050 weitestgehend Treibhausneutralität erreichen. Darüber hinaus wollen wir in der nächsten Legislaturperiode ein Klimaschutzgesetz auf den Weg bringen, das den Klimaschutzplan 2050 im Dialog weiterentwickeln soll.

Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, müssen wir die erneuerbaren Energien besser nutzen und zugleich umweltfreundliche Mobilität weiter fördern, beispielsweise mit einer E-Auto-Quote.

Wir sind der Überzeugung, dass den Stadtwerken bei der Umsetzung der Energiewende eine Schlüsselrolle zufällt. Wir brauchen eine Energiewende "von unten" in Städten und Gemeinden. Hier gibt es schon viele gute Konzepte, die vorangebracht werden müssen. Wir wollen kommunales Klimaschutzkonzept, das Bürger-Energiegenossenschaften unterstützt und beispielsweise Maßnahmen wie Bau und Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen, hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Erdgas fördert.

Auch weitere Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden sind unerlässlich."


Daniela Saiko (FDP)

"Wir Freien Wähler sind uns unserer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen bewusst. Umweltpolitik und Klimaschutz beginnen im Bewusstsein der Bürger vor Ort und müssen bis in die internationale Politik hinein verfolgt werden. Wir brauchen Antworten auf Überschwemmungen, Dürre, Wasserknappheit, Stürme und eine sich verändernde Flora und Fauna. Deshalb begrüßen wir das Pariser Klimaabkommen und unterstützen ausdrücklich eine ambitionierte Umsetzung der Ziele in unserem Land.

Wir stehen für eine eine dezentrale Energiegewinnung aus regenerativen Quellen, bei der die Wertschöpfung soweit wie möglich in der Region verbleibt und wollen mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, insbesondere im Bereich der Speichertechnologie und des Ausbaus intelligenter Netze. Hier gilt es Ausstiegsanreize bei fossilen Energieträgern zu entwickeln und den Ausbau von erneuerbaren Energien über Boni-Systeme zu stärken. Dies kann sowohl für Energiesparer als auch für CO2-Reduzierer gelten.

Die Politik hat vielseitige Möglichkeiten, über finanzielle Anreizsysteme und Gesetzgebung Einfluss zu nehmen. Durch gesetzliche Vorgaben gilt es Übergangsfristen für klimaschädliche Fahrzeuge oder Haushaltstechnik festzulegen, Schadstoffgrenzwerte enger zu setzen und über Anschaffungsprämien für energieeffizientere Geräte und Fahrzeuge Anreize zu schaffen. Ein weiterer Punkt ist auch eine effiziente Stadtplanung und -entwicklung - hin zu einer Stadt der kurzen Wege - mit einem sinnvollen Ausbau des ÖPNV und Radwegenetzes; bei der Energieversorgung von Neubaugebieten auf eine zentrale Energieversorgung, z.B. mit Blockheizkraftwerken, zu setzen.

Insgesamt ist es eine Kombination aus klar zu definierenden Einsparzielen beim Energieverbrauch und explizierter Förderung von neuen Technologien im Bereich Energieerzeugung, die es ermöglichen, die Klimaschutzziele zu erreichen."


Sebastian Körber (FDP)

"Klimaschutz ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, gerade auch für die nachfolgenden Generationen. Es muss aber auch das Wünschenswerte mit dem Machbaren in Einklang gebracht werden. Insbesondere muss der Klimaschutz auch für die Menschen und die Wirtschaft bezahlbar und finanziell planbar sein, daher gehört die Stromsteuer auf ein Mindestniveau gesenkt und keine überzogenen Standards bei Umwelt- und Energieeinsparvorschriften, die etwa ständig das Bauen, Wohnen und Mieten verteuern.

Mit der Planwirtschaft im Energiemarkt muss Schluss sein, weshalb das EEG beendet werden muss, alle Bestandsanlagen haben natürlich Bestandsschutz.

Klimaschutz darf auch kein nationaler Alleingang sein, sondern möglichst europaweit koordiniert werden. Ein gutes Instrument hierfür ist etwa der Emissionshandel der CO2- Zertifikate. Ferner gehört die Produktverantwortlichkeit beim Hersteller gestärkt, also in seinem Verantwortungsbereich liegend zur Müllvermeidung, und auch der Recyclingkreislauf immer insgesamt betrachtet. Hier ist auch das Bewusstsein beim Verbraucher zu stärken, denn dieser fängt schon in den eigenen vier Wänden, und bei Kindern im Kindergarten und den Schulen an."


Lisa Badum (Die Grünen)

"Fakt ist, der Ausstoß von CO2 in Deutschland ist unter Merkel seit 7 Jahren gleich geblieben. Es werden genauso viel Abgase in die Luft geblasen wie vorher. Vom deutschen Klimaziel, unseren CO2-Ausstoß bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken, sind wir meilenweit entfernt.

Was ist also zu tun? Erstens: Die Kohle muss im Boden bleiben. Wenn wir ab Herbst regieren, werden wir un-verzüglich die 20 dreckigsten Kohlekraftwerke vom Netz nehmen und den CO2-Ausstoß der verbleibenden Kohlekraftwerke analog zu den Klimazielen deckeln und neue Tagebaue nicht mehr zulassen. Wir werden den Kohleausstieg im Einklang zu unserem Ziel 100 Prozent erneuerbare Energien im Strombereich bis 2030 gestalten.

Zweitens: Klimaschutz muss gesetzlich verankert werden, auch auf Bundesebene. In Baden-Württemberg gibt es bspw. bereits ein solches Gesetz. Stromerzeugung, Verkehr, Land-wirtschaft, Industrie und Gebäudeenergie: Hier wollen verbindliche Ziele und Aktionspläne, vom Umstieg auf umweltfreundliche Mobilitat über den Schutz organischer Böden bis zur energetischen Gebäudemodernisierung. So geben wir Impulse für Investitionen in den Klimaschutz.

In Baden-Württemberg wird allen Menschen, die eine neue Heizung brauchen mit Energiefahrplänen geholfen, erneuerbar zu werden. 15 % der Wärme sollen dort bei einem Heizungswechsel durch erneuerbaren Energien gedeckt oder Ersatzmaßnahmen nachgewiesen werden. In Bayern dagegen werden Ölheizungen auch noch finanziell gefördert."


David Klanke (Die Linke):

"Deutschland muss seinen Beitrag dazu leisten, die weltweite Erderwärmung deutlich unter zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad, zu begrenzen. Wir wollen, dass die Bundesrepublik den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 verringert, bis 2030 um 60 Prozent und bis 2050 um 95 Prozent. Die genannten Ziele müssen in einem Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden.

Eine sozial gerechte Energiewende und ökologische Produktion ist dringend notwendig. Dazu muss die Energiewirtschaft demokratisiert und die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern gefördert werden.

Energie muss sauber sein: Ein zukunftsfähiges Energiesystem bedeutet den Ausstieg aus Energieerzeugung durch Atomkraft und Kohle. Fracking ist keine Alternative."


Jan Schiffers (AfD):

"Eine große Rolle spielt für mich vor allem der Umwelt- und Naturschutz. Der Erhalt von Kulturlandschaften und Naturräumen und die Sicherung der Artenvielfalt sind mir sehr wichtig. Vor diesem Hintergrund sehe ich vor allem die Errichtung von Windkraftanliegen, die nicht nur die Landschaft verschandeln sondern auch Todesfallen für Fledermäuse und Vögel darstellen, sehr kritisch.

In Sachen "Klimaschutz" bin ich sehr skeptisch, da es sich bei dem "menschengemachten Klimawandel" letztlich um eine Hypothese, also eine unbewiesene Annahme, handelt- diese kann richtig sein, sie kann aber auch falsch sein. Jedenfalls ist es bislang eine unbewiesene Annahme.

Und schwerwiegende und folgenreiche Entscheidungen, die sowohl unsere Gesellschaft als auch unsere Wirtschaft extrem regulieren und belasten, auf eine bloße unbewiesene Annahme zu stützen, halte ich für unverantwortlich. Dementsprechend lehne ich planwirtschaftlich festgelegte Ausstiegstermine, Verbote für Verbrennungsmotoren u.a. ab."


Lucas Büchner (ÖDP):

"Ja, Klimaschutz spielt für mich und auch in unserem Parteiprogramm eine zentrale Rolle. Ein konkretes Ziel ist für uns die 100% Erneuerbare Energien zu erreichen. Dass wir bis vor kurzem auf einem guten Weg dahin waren, zeigt uns der Anstieg von Strom aus Erneuerbaren Energien in Deutschland von 6% im Jahr 2000 auf 33% im Jahr 2016.

In den letzten Jahren gab es aber massive Einbrüche, da es von Seiten der Bundesregierung nicht gewünscht wird die 100% zu erreichen (siehe 10xH-Regel für Windräder in Bayern). Um die Energiewende in allen Bereichen wieder voranzutreiben, wollen wir sämtliche umweltschädliche Produkte (sowohl für Verkehr, Landwirtschaft, Industrie und Bauindustrie) höher besteuern, um mit diesen Einnahmen umweltfreundliche und klimaneutrale Produkte wie z.B. Energiespeicher zu fördern."