Sowohl bei der Mitarbeiteranzahl als auch beim jährlichen Umsatz unter den größten Unternehmen in der Region eilt die Siemens Healthineers AG davon. Die Medizintechnik-Firma beschäftigt mehr als dreimal so viele Forchheimer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie Platz zwei, die Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, die erst im vergangenen Jahr fusionierte. Und Healthineers will im Stadtsüden weiter wachsen. Davon dürfte auch der Logistiker Simon Hegele (Platz vier) profitieren. Unter den größten Arbeitgebern sind mehrere Traditionsunternehmen aus der Region. Knapp nicht unter die Top-10 geschafft haben es Weber und Ott aus Forchheim (280 Mitarbeiter) und Geiger Fertigungstechnologie aus Pretzfeld (250 Mitarbeiter).

1. Siemens Healthineers (3400 Mitarbeiter): Global Player mit Durchblick

Die Siemens Healthineers AG ist eines der weltweit führenden Medizintechnikunternehmen. Mit Sitz in Erlangen wurde 1986 in Forchheim die erste Fertigung für Computertomographen eingeweiht. 3400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt Healthineers in Forchheim; weltweit sind es rund 52 000. 2019 erzielte Healthineers weltweit ein Umsatzvolumen von 14,5 Milliarden Euro. Für Forchheim werden jährlich zehn bis 15 Auszubildende und duale Studierende ausgebildet.

2. Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz (1000 Mitarbeiter): Medizin für die Menschen

Nach der Fusion in 2019 betreibt die Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH die beiden Kliniken in Forchheim (225 Betten) und Ebermannstadt (85 ). 1000 Mitarbeiter arbeiten in den Kliniken. Der Umsatz liegt bei circa 66 Millionen Euro jährlich. Ein Vorgänger ist das St.-Katharina-Spital. Ein Krankenhaus im heutigen Sinne erhielt die Stadt Forchheim 1872. 1992 wurde der Klinikum-Neubau im Stadtosten beschlossen. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz bietet 30 Ausbildungsplätze jährlich.

3. Loparex (702 Mitarbeiter): Folienfabrik mit langer Tradition

Loparex entwickelt und produziert Folien für die Bau- und Autobranche, für den Hygiene- sowie medizinischen Bereich. 2019 verschmolz Loparex mit Infiana in Forchheim. Loparex hat acht Niederlassungen in Nordamerika, Europa und Asien, und liefert in mehr als 50 Ländern. 702 Mitarbeiterinnen sind in Forchheim beschäftigt, weltweit sind es rund 2000. 2018 setzte Infiana 227 Millionen Euro um. Aufgrund der Übernahme gibt es für 2019 keine Zahlen. Die Firma wurde 1854 als "Spiegelglas- und Folienschlägerei Forchheim" gegründet. 14 Azubis bildet Loparex jährlich aus.

4. Simon Hegele (600 Mitarbeiter): Zentrale Drehscheibe in Forchheim

Die Logistik-Unternehmensgruppe Simon Hegele hat sich auf Healthcare, Industrie und Handel spezialisiert. Forchheim ist zur zentralen Drehscheibe für das Healthcare Business geworden. 600 Mitarbeiter beschäftigt Simon Hegele in Forchheim; weltweit sind es 2500. 2019 setzte die Simon Hegele Gruppe 250 Millionen Euro um. 2019 feierte Simon Hegele ihr 25-jähriges Bestehen in Forchheim, wo jedes Jahr sieben Azubis ausgebildet werden. Seit März 2020 ist Simon Hegele neuer Mehrheitseigentümer der Baiersdorfer Kilian Metallverarbeitung GmbH.

5. Neunkirchener Achsenfabrik: 577 Mitarbeiter sind der Antrieb

Die Neunkirchener Achsenfabrik AG ist ein Familienunternehmen, das Achsen und Getriebe für Arbeitsmaschinen herstellt. NAF ist Marktführer für Forstmaschinenantriebe. 577 Mitarbeiterinnen sind in Neunkirchen am Brand und München (15) beschäftigt. Die Neunkirchener Achsenfabrik erzielte 182,4 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr. Das Unternehmen gibt es seit 1960 in Neunkirchen am Brand und feiert heuer 60. Firmenjubiläum. Aktuell gibt es sechs Azubis.

6. Kennametal Ebermannstadt (500 Mitarbeiter): Fränkische Metaller

Karl Hertel gründete 1960 die Ebermannstadter Metalverarbeitungsfirma. Seit 1993 gehört das Werk zum Kennametal-Konzern. Kennametal ist ein weltweit führender Lieferant von Werkzeugsystemen. 500 Mitarbeiter arbeiten geschätzt bei Kennametal in Ebermannstadt. Im vergangenen Sommer schloß der Konzern drei deutsche Werke, knapp 630 Arbeitsplätze waren betroffen. Kennametal Ebermann blieb erhalten, 40 Arbeitsplätze wurden aber verlagert.

7. Piasten (450 Mitarbeiter): Süßes aus Forchheim

Piasten aus Forchheim ist der größte Süßwarenproduzent in Bayern. Die Firma exportiert aus Forchheim verschiedene Schokoladenprodukte und Dragees in über 50 Länder. 450 Mitarbeiter hat Piasten. Die Firma erzielte im vergangenen Jahr circa 100 Millionen Euro Umsatz. Piasten wurde im Jahr 1923 in Brieg/Oberschlesien gegründet, musste aber wegen des zweiten Weltkrieges 1945 in Forchheim neu beginnen. Im Schnitt bildet Piasten sieben bis zehn Azubis aus.

8. Sparkasse Forchheim (380 Mitarbeiter): Bankgeschäfte aus der Region

Die Sparkasse Forchheim kümmert sich als öffentlich-rechtliche Universalbank um Bankgeschäfte und Geldanlagen für Privat- und Geschäftskunden. Im Landkreis Forchheim betreibt sie 27 Geschäftsstellen. 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei der Sparkasse beschäftigt. Die Bilanzsumme beläuft sich auf rund 2,1 Milliarden Euro. Ein wichtiger Schritt: 1959 schlossen sich die Sparkassen Gräfenberg (Gründung 1839) und Forchheim (1841) zusammen. Jedes Jahr bildet die Sparkasse bis zu zwölf Azubis aus.

9. Gebrüder Waasner (380 Mitarbeiter): Von Brüdern gegründet

Gebrüder Waasner stellt Produkte durch Stanzen und Verbinden von Kernblechen für Transformatoren und Elektromotoren her. Die Firma Gebrüder Waasner agiert als Zulieferer der Elektro- und Automobilindustrie weltweit. 380 Mitarbeiter arbeiten geschätzt bei Gebrüder Waasner an den zwei Standorten in Forchheim. Die Brüder Kurt und Bruno Waasner gründeten 1946 die Elektromechanischen Werkstätten in Schlüsselfeld. Sechs Jahre später wurde nach Forchheim umgesiedelt.

10. Schmetterling International (360 Mitarbeiter): Reisen in die weite Welt

Willi Müller gründete 1968 Schmetterling. Die Firma hat circa 2500 Reisebüro-Partner in ganz Deutschland. Im Landkreis ist Schmetterling in Ebermannstadt und Forchheim vertreten, auch am Firmensitz in Geschwand gibt es einen Reiseservice. 360 Mitarbeiterinnen hat Schmetterling insgesamt. Der vermittelte Reise-Umsatz lag 2018 bei über 2,4 Milliarden Euro. Damit laufen über Schmetterling International rund 10 Prozent des Umsatzes im deutschen Tourismusmarkt.

11. Weber und Ott: (280 Mitarbeiter): Stilsichere Modemacher

Die Weber & Ott Gruppe bringt Kleidung auf den Markt, zu den Labels zählen unter anderen "Toni" und "Rosner" (Damenmode) sowie "Desoto" (Männermode). 280 Mitarbeiter beschäftigt die Weber & Ott AG in Forchheim, in Deutschland kommen 50 dazu. 2019 verbuchte sie rund 75 Millionen Euro Umsatz. Weber & Ott wurde 1834 in Fürth gegründet, 1873 erfolgte der Umzug nach Forchheim, seit 1934 ist hier auch der Stammsitz. Jedes Jahr starten sieben bis acht junge Menschen ihre Ausbildung.

12. Globus Forchheim (275 Mitarbeiter):

Globus ist ein Einzelhandelsunternehmen, das in Forchheim neben einem Supermarkt auch einen Baumarkt, Gastronomie, eine Tankstelle und Waschstraße betreibt. Globus gibt es seit 2. April 2001 in Forchheim. Globus beschäftigt aktuell an ihrem Standort in Forchheim 275 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die gesamte Globus-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2018/19 einen Umsatz von 7,71 Mrd. Euro. Im September 2020 haben drei neue Azubis bei Globus Forchheim angefangen.

13. Geiger Fertigungstechnologie (250 Mitarbeiter): Frästeile für Autobranche

Geiger Fertigungstechnologie stellt Dreh- und Frästeile für die Autobranche und metallverarbeitende Industrie her. Die Pretzfelder Firma blickt auf 60 Jahre Erfahrung zurück. 2018 wurde Geiger Fertigungstechnologie von der chinesischen Firma Zheljang Tieliu Clutch gekauft. 250 Mitarbeiter sind bei Geiger in Pretzfeld beschäftigt. 2019 erwirtschaftete der Automobilzulieferer 36,6 Millionen Euro Umsatz. 1960 gründete Ernst Ludwig Geiger das Unternehmen in Pretzfeld.