"Hep". So nennen Bauprojektleiter Dennis Fietz und seine Siemens Healthineers-Kolleginnen und Kollegen intern den geplanten Riesenbau, für den Bagger momentan im Süden Forchheims den Untergrund vorbereiten.

Hinter dem niedlich anmutenden Namen steckt ein Megabauprojekt: Das Technology Center for High-Energy Photonics - kurz HEP. "30 000 Kubikmeter Erde wird aktuell bewegt, beziehungsweise verlagert", verdeutlicht Fietz, während er auf der Terrasse des Baucontainers an der Ecke Hafenstraße/An der Lände steht.

Noch blickt Fietz von seinem neuen Arbeitsplatz hinunter auf das Baufeld, aber der HEP-Neubau wird mit 24 Metern Höhe eines der höchsten Gebäude im Stadtsüden. In Forchheim arbeiten aktuell rund 3400 Siemensianer, mit dem Ausbau zum Siemens Healthineers Campus sollen rund 700 dazukommen. Neben dem HEP sind zwei weitere Neubauten für Logistik, Büros und Labore sowie zwei Parkhäuser geplant.

Infrastruktur weiter entwickeln

Zu den Befürchtungen, dass der Straßenverkehr stark zunehmen wird, sagt Fietz: "Wir sind mit der Stadt im Gespräch und werden im weiteren Verlauf des Projekts auch Konzepte für die Infrastruktur entwickeln." Das betreffe sowohl den Logistik- als auch den Berufsverkehr, zum Beispiel indem die Pendlerbusse aus Erlangen erweitert werden.

Die Grundsteinlegung für das Bauprojekt findet am 25. November statt. Ab Dezember/Januar sollen die ersten Rohbauarbeiten losgehen. Die Errichtung soll am nördlichen Ende der Baustelle beginnen und abschnittsweise nach Süden voranschreiten. Deshalb störe es auch nicht, dass die Baywa noch mindestens bis März 2021 An der Lände in Betrieb bleibt, erläutert Fietz.

Zukunftsweisender Standort

Siemens Healthineers investiert 350 Millionen Euro in die Erweiterung ihres Standortes in der Königsstadt. "In Forchheim bündeln wir künftig die bisher in Erlangen angesiedelte Forschung und Entwicklung sowie Herstellung unserer High-End-Röntgenröhren sowie der zugehörigen Hochspannungsgeneratoren", erklärt Thorsten Reichert, Projektmanager für High Energy Photonic bei Siemens Healthineers - also einer der Nutzer, die künftig im Technologiezentrum arbeiten werden.

"Wir zielen darauf ab, die fortschrittlichste Fertigung für High-End-Komponenten in der Medizintechnologie aufzubauen", sagt Thorsten Reichert. Automatisierte Arbeitsabläufe, Industrie 4.0, Herstellungs- und Entwicklungsprozesse, die durch 5G-Mobilfunknetz optimiert werden. An der Lände in Forchheim soll zur zukunftsweisenden Heimat für ganz Siemens Healthineers sein, mit dem Technologiezentrum "Hep".

Zahlen zum Projekt

8 Fußballfelder: Das geplante Technologiezentrum von Siemens Healthineers hat eine Nutzfläche von 57 000 Quadratmetern - das entspricht etwa acht Fußballfeldern nach der Norm der Bundesliga (7140 Quadratmetern).

1 Großbrauerei: Der 24 Meter hohe Bau wird einen Rauminhalt von 360 000 Kubikmetern haben. In das Gebäude könnte man umgerechnet mehr als die Jahresproduktion der Kulmbacher Brauerei-Gruppe füllen (3,32 Millionen Hektoliter; 334 000 Kubikmeter).

6000 Haushalte: Das Technology Center for High-Energy Photonics (HEP) wird einen jährlichen Energiebedarf von rund 30 000 Gigawattstunden pro Jahr haben. So viel wie 6000 Haushalte mit vier Personen (5000 Kilowattstunden im Jahr). Annähernd die Hälfte ihres Strombedarfs soll das Healthineers-Zentrum selbst erzeugen durch Blockheizkraftwerk und Photovoltaik-Dach.

1 Eiffelturm: Mit dem im Technologiezentrum zu verbauenden Baustahl von 8000 Tonnen ließe sich der Eiffelturm (circa 7 800 Tonnen Stahl, ohne Aufzüge) errichten. Siemens Healthineers verbaut außerdem 24 000 Kubikmeter Beton.