Für den Abschluss des Igensdorfer Kultursommers hatten sich die Veranstalter um Frank Herdegen etwas Besonderes einfallen lassen. Sie luden die Besucher zu einer Doppelveranstaltung rund um das Thema "Wasser" ein.

Festes Schuhwerk und eine Kamera waren vonnöten, als es im ersten Teil am Nachmittag bei einer Wasserwanderung vom Ausgangspunkt im Weißenoher Ortsteil Dorfhaus entlang der Lillach ging. Die Führung lag dabei in den Händen der Dipl.-Biologin Ute Gellenthien vom Bund Naturschutz.

Gemeinsam ging es zu Sinterterrassen ging. Wie die Diplom-Biologin bei der Exkursion den Teilnehmern erläuterte, haben sich die Sinterstufen vor über 10 000 Jahren im Zuge der letzten Eiszeit gebildet. Sie sind noch heute ein beinahe einzigartiges Rückzugsgebiet für seltene und oftmals vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen.
Zu diesen zählte Ute Gellenthien unter anderem den Feuersalamander, die weiße Wasseramsel, die zweigestreifte Quellenjungfer, eine Großlibelle sowie 120 Schmetterlingsarten und viele seltene Käfer.

Raus aus dem Konzertsaal

Deshalb wurden die Sinterstufen der Lillach im Jahre 1976 zu einem flächendeckenden Naturdenkmal erhoben. Seit 1995 sind sie Teil der Schutzzone des "Naturparks Fränkische Schweiz".

Nachdem die Gäste vom Förderverein der Sing- und Musikschule Igensdorf mit einem Imbiss versorgt worden waren, ging es für sie ein zweites Mal um das Thema "Wasser".

In der Grundschulaula drehte sich beim Auftritt der Bamberger Band "Trio Exotic" alles um das kostbare Nass.
Das weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Ensemble mit Corinna Frühwald an der Flöte wird ein konventioneller Konzertsaal regelmäßig zu eng. Dann brechen die Musiker aus und spielen in Synagogen, auf Sanddünen, in Tropfsteinhöhlen oder auch schon einmal in der Kanalisation.

Mit dem in Aserbaidschan geborenen Cellisten Oleg Galperin und Sevinc Salam am Klavier, brachte Corinna Frühwald Werke von Händel, Chopin und Gaubert zu Gehör.
Eines hatten die Lieder alle gemeinsam: Sie beschäftigten sich mit Wasser in seinen vielen unterschiedlichen Formen: als See oder auch als kleine Regentropfen.

Zwei Seiten des Wassers

Aber auch von der Pianistin Sevinc Salam stammten an diesem Abend einige Stücke, so zum Beispiel das Klavier-Solo, das Cello-Solo "Voice of the sea". In dem Stück "Des Meeres Atem" spielten Cello und Klavier dann gemeinsam.

Die Zuhörer konnten an diesem Abend mit der Gewissheit nach Hause gehen, dass sie zwei interessante Facetten des Wassers erlebt haben: die natürliche Seite bei der anfänglichen Wanderung. Und die spirituelle Seite des Wassers, die das exzellente "Trio Exotic" musikalisch vor ihnen entfaltete.