Konrad Hofstätter hat "lange überlegt". Einen gut frequentierten Blumenladen in der Innenstadt gibt man nach fast 80 Jahren nicht einfach so auf. "Corona hat dabei zwar eine Rolle gespielt, aber letztlich den Prozess nur beschleunigt", sagt der Gärtner und Chef des Blumenhauses Betz.

Seit März war das Geschäft des 53-Jährigen in der Hauptstraße geschlossen. Wegen Corona war es nicht mehr möglich gewesen, im Laden die Abstandsregeln einzuhalten. Daher konzentrierte sich Konrad Hofstätter auf seine Gärtnerei und das Blumenhaus in der Äußeren Nürnberger Straße.

Dass er den Laden in der Innenstadt nun ganz aufgibt, das habe mit der Personalsituation in der Floristik-Branche zu tun. "Ich kann keine Ungelernten beschäftigen. Ich brauche Fachpersonal, das beraten und verkaufen kann", sagt Hofstätter. Wer in der Floristik arbeite, benötige Herzblut; überall würden Floristen händeringend gesucht, der Markt sei leer gefegt.

Blumen-Handel seit 1911

1911 hatte die Familie Betz in Forchheim mit dem Handel von Gemüse und Pflanzen begonnen. Der Laden in der Hauptstraße eröffnete 1942. Und Inge Hofstätter, die Mutter von Konrad Hoftätter, bediente dort seit 60 Jahren. Unserer Zeitung sagte die 82-Jährige, dass sie natürlich die Laufkundschaft vermisse, die sie in den vergangenen sechs Jahrzehnten aus der Innenstadt kenne. Der Einschnitt, den Corona hinterlassen habe, werde noch lange zu spüren sein. "Es wird noch drei oder vier Jahre dauern, bis die Geschäftswelt wieder ganz hochgefahren ist", meint die 82-jährige Geschäftsfrau.

Wobei Konrad Hofstätter betont, dass durch die Verlagerung seines Geschäftes an den Stadtrand zwar die Laufkundschaft verloren gegangen sei; doch der "Umsatz pro Kunde" sei größer, weil die Kunden mit dem Auto aus dem ganzen Umland kämen und größere Mengen einzukaufen.

Sorgenkind Innenstadt

Auf die Dauer sei sein Blumenladen in der Fußgängerzone nicht mehr haltbar gewesen, "weil die Forchheimer Innenstadt generell ein Sorgenkind geworden ist", bedauert Konrad Hofstätter. "Vor allem die Parksituation ist wegen der vielen Baustellen schwierig geworden und wird auf Jahre hinaus schwierig bleiben."

Daher ist der 53-Jährige trotz der Schließung in der Innenstadt zuversichtlich: "Hier draußen haben wir Parkplätze und wir können die Abläufe im Betrieb besser bündeln."