Das fünfmonatige Ringen um den Bebauungsplan Schirnaidler Straße ist beendet. Montag Mittag (18. Mai) gab Geschäfts- und Abstimmungsleiter Stefan Loch das Ergebnis bekannt: Der Bürgerentscheid 1, das sogenannte Ratsbegehren, war im Stichentscheid von 54,75 Prozent der Bürger (1562 von 2853 Stimmen) angenommen worden. Das detaillierte Ergebnis hat die Gemeinde Eggolsheim auf ihrer Homepage www.eggolsheim.de veröffentlicht.

"Natürlich sind wir enttäuscht, dass es nicht gereicht hat", kommentierte Martin Albert (Vertreter des Bürgerbegehrens) das Ergebnis. Gleichzeitig, betonte Albert (der für die Jungen Bürger im neuen Gemeinderat sitzt), "sind wir glücklich, dass wir diesen Weg gegangen sind." Das Bürgerbegehren habe gezeigt, dass die Unzufriedenheit in der Bevölkerung viel größer war, als die Stimmen im Gemeinderat hätten vermuten lassen. Das Ratsbegehren zum Bebauungsplan Schirnaidler Straße sei mit 17:1 beschlossen worden. "Dieses Mehrheitsverhältnis spiegelt nicht die Meinung der Bevölkerung", stellt Martin Albert mit Hinweis auf den "relativ knappen" Wahlausgang fest. "Es war ein Kopf- an Kopfrennen. Der Bürgerwille hat stark relativiert, was der Gemeinderat scheinbar eindeutig ausgedrückt hat."

Für den neu gewählten Junge Bürger-Rat hat das Konsequenzen: "Mich macht das nachdenklich. Ich sehe im Stimmverhalten der Bürger eine Aufforderung, dass der Gemeinderat solche Themen künftig viel genauer reflektieren muss. Wir müssen mehr in Frage stellen, so wie bisher kann es nicht weitergehen."

Schwarzmann streckt die Hand aus

Zur Erinnerung: Die begehrenden Bürger hatten strengere ökologische Standards für das Baugebiet Schirnaidler Straße gefordert. Weniger Bäume sollten gefällt werden. Daraufhin hatte der Markt eine Planungsalternative vorgelegt. Dieser Kompromissvorschlag, der nun von der Mehrheit der Bürger akzeptiert wurde, hat den Anspruch, "den ökologischen Belangen Rechnung zu tragen und gleichzeitig dem hohen Bedarf an Wohnraum in Eggolsheim gerecht zu werden."

Bürgermeister Claus Schwarzmann zeigte sich am Montag zufrieden: Der Bürgerentscheid 1, also das Ratsbegehren, habe immerhin fast 60 Prozent der Stimmen erhalten, während der Bürgerentscheid 2, also das Bürgerbegehren, nur 51 der Stimmen erhielt. Die Stichfrage, so Schwarzmann, hätten die Bürger dann mit einem "klaren Abstand" (rund 55:45 Prozent) entschieden, findet Schwarzmann. Er betonte, dass er "jetzt die Hand ausstrecken" werde. Heißt: Es würden möglichst viele Anregungen des Bürgerbegehrens in das Baugebiet mit eingeplant. Etwa soll es "eine Zufahrtsstraße weniger" geben. "Es ist das Verdienst des Bürgerbegehrens, dass wir alles nochmal klar anschauen."