Der Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU) gratulierte dem Verein zur Auszeichnung, der als einer von 100 "Genussorten Bayerns" zu einem elitären Kreis gehört. Er nannte den Vorsitzenden Helmut Pfefferle Motor des Vereins, der die Region zum Aushängeschild gemacht habe.

Pfefferle verwies in seinem Rechenschaftsbericht auf den neuen Mitgliederhöchststand von 117. Neben dem Brennereitag bildeten wieder zehn Vernissagen von "Kunst und Genuss" einen Höhepunkt. Die Sommerkirche, eine Idee von Pfefferle und Pfarrer Michael Gehret (Pinzberg), erfreut sich nach vier Jahren mit neun gut besuchten Veranstaltungen und über 1000 Besuchern erhöhter Beliebtheit. Der Erlös kommt der Renovierung der Walberlakapelle zugute.

Das Gästejournal mit einer Auflage von 60 000 Exemplaren trägt das Angebot nach ganz Deutschland hinaus. Hinter der Mitgestaltung der Werbemittel steht die Geschäftsführerin Christel Hötzelein, die Homepage gestaltet seit Jahren Alexander Dittrich.

Ehrenvorsitzender Ernst Jürgen Dahlmann ging auf "Kunst und Genuss" ein. Der Vater des Gedankens war vor 15 Jahren der ebenfalls anwesende Designer und Künstler Volker Hahn. Er gab letztes Jahr den Stab weiter an Tanja Engelke und Kurt Neubauer. Die Kunstaktion, die letztes Jahr "Die Windspiele" als besondere Ausstellung zeigte, könne nur mit dem Sponsoring durchgeführt werden, betonte Dahlmann. Volker Hahn erinnerte an die Anfänge, als es galt, Gastwirte und Künstler zu überzeugen. Tanja Engelke bekräftige den Herzenswunsch, Kunst zum Volk zu bringen. Jetzt würde man auch noch Rathäuser gerne einbeziehen.

Helmut Pfefferle verwies auf den 16. Tag der offenen Brennereien und Brauereien. Es sei mittlerweile ein Genussfest. Bemerkenswert, und das mache stolz: Es habe bisher noch nie eine Alkoholleiche gegeben.

An Kassenwart Ludwig Erlwein lag es dann, die umfangreichen Kassenbewegungen aufzuzeigen. Am Ende zeigte die Kasse ein Minus von 1302 Euro, keine Überraschung. Schließlich gelten die Vereinsbeiträge seit 2006 unverändert, wie Pfefferle ausführte. Hinzu kommt, dass die Spendenbereitschaft der Banken und Sponsoren rückläufig ist. Man wolle sich um die Anerkennung als gemeinnütziger Verein kümmern.

Pfefferle verwies auf die mannigfachen Aufgaben in Kultur und Landschaftspflege, die Koordination mit vielen anderen Vereinen oder Verbesserung der Freizeitangebote.

Insgesamt umfasst der Verein in 26 Dörfern 28 Vermieter von Ferienwohnungen mit 236 Betten, zwölf Hotels und Pensionen mit 340 Betten, 29 Gastwirtschaften und Cafés, 26 Brenner, vier Brauer, vier Direktvermarkter, 36 Dienstleister aus verschiedenen Branchen und fünf politische Gemeinden. Bei den 31 Privatvermietern mit 240 Betten führt Leutenbach mit 155 Betten die Liste an. Bei den 320 gewerblichen Betten stehen Kunreuth und Schlaifhausen mit je 56 Betten an der Spitze.

Zudem zählt die Region laut der statistischen Quelle DWIF im Bereich rund ums Walberla 300 000 Tagesgäste mit 5,8 Millionen Euro Umsatz und 61 000 Übernachtungen mit 4,4 Millionen Euro Umsatz, also insgesamt 10,2 Millionen Euro Umsatz. Davon entfallen 51 Prozent auf das Gastgewerbe, 35 auf den Einzelhandel und 14 auf Dienstleistungen. Pfefferle nennt in der wirtschaftlichen Betrachtung ein Mehrwertsteueraufkommen von 1,9 Millionen Euro/Jahr und einen Steuerrücklauf an die Gemeinden von 250 000 Euro.

Der Tourismus bringe in der Region rund 220 Arbeitsplätze. An anderer Stelle verwies der Vorsitzende auf die Gaststätten und Läden, die es zu erhalten gelte.

Beitragserhöhung ruft die Bürgermeister auf den Plan

Um finanziell tragfähig weiterarbeiten zu können, schlug Vorsitzender Helmut Pfefferle eine deutliche Erhöhung der Beiträge vor. Der Grundbeitrag für die Mitglieder beträgt künftig 65 Euro (bisher 44), der Betrag pro Bett vier Euro (bisher drei), für eine Gemeinde 800 Euro (bisher 300). Damit würden die Einnahmen von 8340 auf 13 771 Euro steigen.

Bürgermeister Florian Kraft (FW) aus Leutenbach kam der Sprung für die Kommune zu groß vor, das könne er nicht allein entscheiden. Sein Kollege Konrad Ochs (CSU) aus Kunreuth zeigte sich überrascht, nicht vorher genauer informiert worden zu sein. "Wir haben ja mehrere Vereine mit Ansprüchen", sagte er.

Diese Aussage brachte Ernst Jürgen Dahlmann auf die Palme. Er habe schon bei der Gründung gemerkt, dass das Interesse der Kommunen gering sei. Als sie nach einem Jahr merkten, da tut sich was, seien sie gekommen. "Welche Zukunft erwartet ihr? Unsere Chance ist der Tourismus. Die Äußerungen der Gemeinden sind beschämend", rief er in den Raum. "Wir können nicht einfach Hurra schreien", entgegnete Ochs und unterstellte, die Zahlen von Herrn Pfefferle seien geschönt.

Hier besteht offensichtlich ein Dissens, was die Wertschöpfung für die Region und ihre Bereicherung angeht. Pfefferle zeigte zum Vergleich auf Nachbargemeinden. So unterstütze Egloffstein jährlich mit etwa 18 000 Euro (neun Euro/Einwohner), Gräfenberg mit 6700 Euro (ein Euro/Einwohner) und der Verein "Rund ums Walberla" mit 1500 Euro (0,14 Euro/Einwohner) seinen Tourismus.

Landrat Hermann Ulm glättete die Wogen und schlug vor, die fünf betroffenen Bürgermeister aus Pinzberg, Kunreuth, Wiesenthau, Kirchehrenbach und Leutenbach sollten sich mit dem Vorstand des Tourismusvereins zusammensetzen und sich arrangieren. Die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Florian Kraft wünschte sich eine engere Kooperation zwischen dem Tourismusverein, der Gemeinde und den übrigen Kulturträgern, was zu mehr Verständnis führen würde, worauf Pfefferle meinte, das dürfe keine Einbahnstraße sein.