Der "nächste Schritt zur Aufklärung" soll es sein. Auf der Internetseite des Volkswagen-Konzerns kann seit letzter Woche jeder überprüfen, ob sein Fahrzeug auch betroffen ist von den Folgen des Skandals um geschönte Abgaswerte. Es gehe darum, "welche Fahrzeuge mit einem EA 189 Dieselmotor von der Serviceaktion betroffen sind", so VW in einer Pressemitteilung. Auf www.volkswagen.de/info kann man seine Fahrgestellnummer eingeben und erfahren, ob der eigene Wagen auch dazu gehört. Wenn ja, bittet der Autobauer um Geduld und kündigt ein Schreiben an.

Zahlreiche Kunden wenden sich zur Zeit aber auch direkt an ihren lokalen Servicepartner. "Wir haben in den letzten Tagen schon etliche Anrufe bekommen", sagt Peter Baier von Auto Wormser in Höchstadt, autorisierte Servicestation für VW, Audi, Skoda und Seat.


Gut informierte Kunden

Es gebe eine gewisse Verunsicherung, aber die meisten Kunden seien aus den Medien schon gut informiert. "Die Leute wissen einzuschätzen, dass wir als Partner hier vor Ort nichts dafür können", sagt Baier. Verärgert seien die Kunden eher weniger. Trotzdem wollen sie wissen, ob ihr Auto betroffen ist und wie es weiter geht. Etwa 30 Kunden hätten sich in den letzten Tagen gemeldet. Nicht wirklich viel bei einem Kundenstamm von 5000 Personen.

Man versuche, die Fragen zu beantworten, sagt Baier. Hierfür sei vor allem die Fahrgestellnummer des Autos wichtig. Man findet sie auf dem Fahrzeugschein und bei einigen Modellen auch auf der unteren Seite der Windschutzscheibe.

Auch direkt in der Zentrale des Autohauses Feser-Biemann, das Standorte in Erlangen, Herzogenaurach, Höchstadt und Forchheim hat, bittet man um Geduld. "Uns wäre es natürlich lieber, in ein, zwei Tagen die Kunden voll informieren zu können. Leider ist es aber noch ein schwebendes Verfahren", sagt Geschäftsführer Klaus Bieman. Wird der Abgas-Skandal ihm als Händler schaden? Das könne man noch nicht abschätzen, dafür sei es zu früh.

Aber Biemann ist überzeugt: "Die Kampagne, die Volkswagen nun führt, greift." Absolute Transparenz und Ehrlichkeit hat sich der Konzern auf die Fahnen geschrieben. VW hat angekündigt, noch im Oktober "den zuständigen Behörden die technischen Lösungen und Maßnahmen vorstellen."

Die betroffenen Kunden wolle man "in den nächsten Wochen und Monaten darüber informieren." Egal, ob man es Serviceaktion, Rückruf oder Umbaumaßnahmen nennt: Noch ist nicht klar, welche technischen Eingriffe konkret notwendig sein werden. Kunden und Vertragspartner müssen sich also noch ein bisschen gedulden. "Es ist noch alles am Laufen. Wir wissen auch noch nicht mehr", sagt Baier.


Was ist mit dem Gebrauchtmarkt?

Nicht nur für Werkstätten und Händler ist die Krise bei VW relevant. Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt könnte sie sich auswirken. "Ich kann mir schon vorstellen, dass der ein oder andere enttäuscht ist und auf eine andere Marke ausweicht", sagt Franziska Sacher, die in Höchstadt einen Gebrauchtwagenhandel betreibt. Unter den Kleinwagen, die sie verkauft, seien zwar weniger Diesel, aber die Erfahrung zeige, dass die Kunden auch die Steuer im Blick haben. Sollten VW-Diesel künftig in der Steuer steigen, sei das ein Kaufvorteil anderer Marken. "Ein Riesenproblem wäre es, wenn bestimmte Diesel nicht mehr in die Umweltzonen der Innenstädte dürfen", sagt Sacher.

Doch momentan gilt: Nichts genaues weiß man nicht. Das betont auch Jusuf Alijaj vom Autohaus Seebachgrund in Heßdorf. Der Gebrauchtwagenhändler hat um die 50 Wagen auf dem Hof. Darunter auch viele VW. Die Steuer sei definitiv eine Kaufentscheidung. Schließlich gehe es beim Unterhalt um einen Preisunterschied zum Benziner. Es hänge aber auch davon ab, wie viel der Kunde im Jahr fährt, sagt Alijaj.

Fährt man relativ wenig, dann falle auch die Steuer mehr ins Gewicht. Momentan habe er noch keine negativen Auswirkungen des VW-Skandals bemerkt. "Aber es ist gerade die Jahreszeit, in der es auf dem Gebrauchtmarkt wieder los geht. In einem halben Jahr kann man mehr sagen."