Die Wellen schlagen hoch im sogenannten "Oberdorf" von Adelsdorf. Ursache ist die von der Gemeinde geplante Erneuerung der in die Jahre gekommenen Straßen und Gehwege in dem Wohnviertel östlich des Neubaugebiets Seeside. Diskutiert wird dabei weniger um die ebenfalls anstehende Erneuerung von Wasserleitung und Kanal, vielmehr geht es darum, wie die Straßen künftig gestaltet werden sollen.

Begrenzt wird das Sanierungsgebiet im Norden von der Schlesierstraße, im Osten von der Kaspar-Lang-Straße, im Süden von der Albert-Schweitzer-Straße und im Westen von der Maria-Ludwig- und der Bahnhofstraße. Gestritten wird dabei über die Frage, wie sollen die Straßen in dem Gebiet nach der Erneuerung aussehen. Die Verkehrsfläche mit Fahrbahn und Gehweg auf einer Ebene? Wie bisher zwei schmale Gehwege oder nur ein breiterer auf einer Seite? Ausgewiesene Parkbuchten oder nicht? Bäume und Grünstreifen?

Diskussionsstoff liefert dabei der im Dezember vom Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit von 16:3 Stimmen gefasste Beschluss, das Herzogenauracher Planungsbüro "GBI Kommunale Infrastruktur" mit einer Feinplanung auf Grundlage einer vorgestellten Grobplanung zu beauftragen.

Die Grobplanung gefällt nicht nur dem betroffenen Anwohner Michael Denk gar nicht. Der frühere Mitarbeiter der Gemeinde hat bereits Unterschriften gesammelt und einen offenen Brief an Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) geschrieben. "Wir wollen keine aufwendige Planung", sagt Denk. Am liebsten würde er Fahrbahnen und Gehsteige einfach so erneuern, wie sie jetzt sind - die Gehsteige aber mit flacheren Bordsteinen. Denk ist gegen einseitige, zwei Meter breite Gehwege, möchte keine ausgewiesenen Parkplätze und auch keine Pflanzinseln, wie in der ersten Grobplanung angedacht. Die Unterzeichner des Briefes fordern zudem eine "wirkliche Bürgerbeteiligung". Die Planung sollte auch auf der Homepage der Gemeinde jedem zugänglich sein und diskutiert werden können.

Einen "beträchtlichen Beteiligungswillen" unter den Anwohnern stellt auch die CSU-Fraktion fest. Fraktionssprecher Uwe Pöschl und sein Stellvertreter Nico Kauper beantragen daher ganz formell, genaue Planfestsetzungen erst im Einklang mit den Anregungen der Bürger zu treffen.

Die SPD geht da noch weiter. Sprecher Norbert Lamm und Jörg Bubel beantragen, den Gemeinderatsbeschluss vom Dezember wieder aufzuheben und erst die Wünsche der Anwohner zu hören.

Zweiter Bürgermeister Günter Münch (FW), der derzeit Karsten Fischkal vertritt, betont, "noch ist nichts beschlossen". Man habe nur einmal erste Ideen der Planer diskutiert. Natürlich werde man die Bürger mit einbinden, versichert Münch. Ihm sei dabei auch klar, dass es Widerstand geben wird: "Einer will die Parkbucht, der andere nicht." Jedem Anwohner werde man es nicht recht machen können. Am Ende werde demokratisch entschieden.

Für die Sanierung des Oberdorfs sind rund elf Millionen Euro veranschlagt. Aufgeteilt in fünf Bauabschnitte sollen Straßen, Kanal und Wasserleitung bis 2015 erneuert sein.