Ideengeber, Planer und Vollender an vielen "Baustellen" ist er für Dekan Kilian Kemmer. Für Landrat Alexander Tritthart (CSU) ist Waldemar Kleetz "ein wichtiges Gesicht in der Gemeinde und im Landkreis" und für den Landtagsabgeordneten Walter Nussel "immer ein Vorbild und Ratgeber". Norbert Walter (alle CSU), sein Nachfolger im Amt des Gemeindeoberhaupts, würdigte Waldemar Kleetz als den Bürgermeister, der die Gemeinde Gremsdorf über drei Jahrzehnte ganz entscheidend geprägt und einen Großteil seines Lebens für das Wohl der Bürger verwendet hat.
Daneben haben für den ehemaligen Lehrer an der Hauptschule Hannberg und Familienvater mit drei Kindern und sechs Enkeln aber auch andere Dinge Gewicht, wie bei der Ernennung zum Ehrenbürger deutlich wurde. Eines hoben alle Laudatoren hervor: Dass Waldemar Kleetz "immer ein Partner war, auf den man sich absolut verlassen konnte". Die Ehrenbürgerwürde treffe "genau den Richtigen", stellte Landrat Tritthart fest.


Ständchen auch zum 70. Geburtstag

Zur Verleihung gab es für den Altbürgermeister das, was man als "großen Bahnhof" bezeichnet. Neben den eingangs genannten "Promis" waren die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft, Mitarbeiter, Gemeinderäte und natürlich die Familie zur Feier ins Rathaus gekommen. Die Kleinen vom "Kinderparadies" huldigten dem neuen Ehrenbürger ebenso mit einem Ständchen wie die Blaskapelle Gremsdorf. Umso mehr, als Waldemar Kleetz am Tag danach, am 10. Januar, seinen 70. Geburtstag feierte.
1978 wurde Waldemar Kleetz in den Gemeinderat und 18 Jahre später 1996 zum ersten Bürgermeister gewählt. Bei den Wahlen 2002 und 2008 wurde er mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt. Als "treibende Kraft und Motor" habe er markante und für Gremsdorfs Finanzkraft wegweisende Entwicklungen angestoßen und verwirklicht, sagte Bürgermeister Norbert Walter. Allen voran nannte er den Gewerbepark an der Autobahn, das Gewerbegebiet Buch, den Sandabbau Roth, die Erweiterungen bei Imo und bei den Barmherzigen Brüdern. In die "Ära Kleetz" fallen auch die Renovierung von Rathaus, Kirchplatz, des Bucher Dorfplatzes, die Erweiterung des Kindergartens um Krippe und Hort. Die Baugebiete in Poppenwind, Ringstraße in Buch und Am Mauerwald in Gremsdorf tragen seine Handschrift.
Neben dem Engagement in seinem "Heimatverein", dem TSV Neuhaus, habe sich Waldemar Kleetz ab 1978 intensiv dem Gremsdorfer Vereinsleben gewidmet. Er sei sogar Trainer des SC Gremsdorf gewesen und habe auch die Laufabteilung ins Leben gerufen. 15 Jahre im Amt des CSU-Ortsverbandsvorsitzenden, zog Kleetz 2008 in den Kreistag ein. Für seine kommunalpolitische Arbeit wurde er mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze ausgezeichnet. Neben all dem habe sich Waldemar Kleetz auch in Kirche und Pfarrgemeinderat engagiert, halte als Lektor Andachten in der Bucher Kapelle.


Im "Unruhestand"

Aktuell scheint Kleetz sich im "Unruhestand" zu befinden. Als Kreisrat entscheidet er weiter mit über die Geschicke von Erlangen-Höchstadt. Er ist Seniorenbeauftragter und Vorsitzender des Gremsdorfer Seniorenbeirats und organisiert bestens besuchte Ausflüge, Dichterlesungen, sportliche Aktivitäten oder Fortbildungsveranstaltungen. Außerdem ist er ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Ansbach, gehört dem Ethikrat der Barmherzigen Brüder an, ist Archivar der Gemeinde und seit kurzem Vorsitzender des Kapellenvereins Buch.
Dass er sich während der Sanierung sowohl als "Architekt" als auch als Bauleiter und Vertreter der Gemeinde um die Kapelle "gekümmert" hat, rechnet ihm Bürgermeister Walter hoch an. Damit der Altar rechtzeitig zur Einweihung verwirklicht werden konnte, habe er noch nach einer Kreistagssitzung ein Altar-Modell nach Bamberg gefahren. Bürgermeister Walter nahm dies zum Anlass, Kleetz ein Modell des Bucher Altars zu überreichen.
Das letzte Wort hatte der neue Ehrenbürger selbst. Schmunzelnd erinnerte er sich an die Worte des damaligen Vize zu seiner Bürgermeister-Kandidatur: "Du passerst scho, wenn du ka Bücher wärst!" Dass er "Biecher" ist, darauf legt Waldemar Kleetz Wert. Auch machte er kein Hehl daraus, dass ihn die Ernennung zum Ehrenbürger stolz macht. "Ich habe alles gern getan", versicherte er. Der Kontakt mit Menschen habe ihm stets Freude bereitet. "Es war eine herrliche Zeit als Bürgermeister von Gremsdorf!" Die Gemeinde in eine gute Zukunft zu führen sei ihm wichtig gewesen.
Allein sei das jedoch nicht zu schaffen. Er dankte allen, die das "Projekt Gemeinde" mitgetragen haben. Sein besonderer Dank galt seiner Frau Rita, die ihm "als Prellbock, Blitzableiter, als Motivatorin und lebender Terminkalender" stets unterstützt habe. Passend dazu spielte die Blaskapelle "Sag Dankeschön mit roten Rosen", ein Lied, zu dem Waldemar und Rita Kleetz ein Tänzchen wagten.