Die aktuell 52 Kinder im Zentbechhofener Kindergarten St. Johannes freuen sich schon darauf, bald viel mehr Platz in neuen Räumen zu haben. Nicht nur aus ihren Containern heraus - in denen sie vorübergehend untergebracht sind - verfolgen sie die Arbeiten am Neubau. Sie inspizieren auch immer wieder die Baustelle aus der Nähe.

Für 3,4 Millionen Euro bekommt der nördliche Höchstadter Ortsteil derzeit einen neuen Kindergarten. Auf dem Grundstück, auf dem im August 2019 das alte Schulhaus abgerissen wurde, stehen inzwischen die Rohbauten von vier einzelnen Häusern, die über einen zentralen Gemeinschaftsbereich verbunden sind.

Das Architekturbüro Wiesneth legt bei dem Projekt besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Ökologische und energieeinsparende Aspekte stehen im Vordergrund. Der Flachdach-Teil wird insektenfreundlich begrünt, geheizt wird mit einer Grundwasser-Wärmepumpe und natürlich ist auch Photovoltaik geplant. Der erzeugte Strom soll weitgehend im Gebäude selbst verbraucht werden.

Der Höchstadter Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung den Kindern in Zentbechhofen und dem Personal noch eine besondere Freude gemacht. Einmal segneten die Räte die von der Neustadter Landschaftsarchitektin Kerstin Gruber vorgestellten Pläne für die Gestaltung der Außenanlagen ab, und dann stimmten sie auch noch einer Ausweitung des Freigeländes zu.

"Wir haben dann richtig viel Platz", freut sich jetzt schon Christina Schindelbeck, eine der beiden Leiterinnen der Kita. Das kleine Waldstück auf dem Gelände bleibt erhalten. Auch die Trampelpfade durch das Gehölz. "Wir wollen weiterhin sehr naturnah sein und gehen mit den Kindern auch jeden Tag raus", sagt Schindelbeck.

"Die sehr schöne Natur, die genutzt werden kann", hat es auch Landschaftsplanerin Gruber angetan. Sie hat in ihrem vom Stadtrat einstimmig abgesegneten Konzept Angebote, die für alle Altersgruppen in der Kita passen. Auf teuere Sonnensegel kann bei den Sand- und Matsch-Spielflächen verzichtet werden, weil Bäume und Sträucher genügend natürlichen Schatten werfen.

190  000 Euro hatte das Architekturbüro ursprünglich für die Außengestaltung angesetzt. Die konkreteren Schätzungen von Kerstin Gruber für das 2300 Quadratmeter große Gelände und die vier Stellplätze gehen von 280 000 Euro aus. Die Arbeiten werden jetzt aber erst ausgeschrieben. Hinzu kommt vor dem Kindergarten noch ein Gehweg, der mit dem Ausbau der Jungenhofener Straße angelegt werden soll.

Kein Mangel an Kindern

3,4 Millionen Euro für einen neuen Kindergarten in Zentbechhofen - gibt es dafür auch genügend Kinder? Für Leiterin Schindelbeck keine Frage. Im Moment ist das Provisorium voll ausgelastet. Betreut werden Kinder von zwei Jahren bis zum Schuleintritt, auch zehn Schulkinder kommen in den Hort. Geplant sind im Neubau zwei Kindergarten-Gruppen mit jeweils 26 Kindern, eine Krippen-Gruppe und ein Hort für 30 Schulkinder.

Nach Schindelbecks Hochrechnungen werden diese Plätze auch gebraucht, kommen nach Zentbechhofen doch auch die Kinder aus Förtschwind, Greuth, Jungenhofen und Schweinbach. Mit dem Bezug des Neubaus übernimmt die Stadt Höchstadt übrigens auch die Trägerschaft von der Kirche.