Bei "Brodwerschd, Bier und Büdd" gab es neben schmissiger Musik mit den Aurachspatz'n begeisternde Auftritte der "Kullschneiders Reddl" alias Emmi Weiß, der "Mittel-Alter-Dame", die von ihrem Kuraufenthalt berichtete (Christa Peetz), von der Franken-Schlumpfine (Emmi) und vom Herzogenauracher Stadtschreiber.

Und die Hochform, die die "Reddl" mit ihrer "Quetschn" und ihren "Spatzen" (Ludwig Spieß und Konrad Grasser, mit Teufelsgeige und Tuba) ausstrahlte, übertrug sich auf das Publikum in der vollbesetzten Gastwirtschaft, in der fast alle Gäste einmal wieder "Mut zur Maske" bewiesen. Und so gaben sich Coboys und Cowgirls, Seemänner und Rocker ein Stelldichein.

An Themen mangelte es den launigen Büttenrednern nicht. Die " Kullschneiders Reddl" heizte mit ihren Gstanzeln die Stimmung an und hatte als "Schlumpfine" die Lacher auf ihrer Seite, als sie die große Politik und das Stadtgeschehen kommentierte. Die "Ursulator von der Leihen" , alias Verteidigungsministerin, bekam ihre Abreibung ("Oh Jesses, oh Jesses, wu soll denn des hinführn, wenn Weiber Männer kommandiern?") und der Saal stimmte mit ein, als sie nach der Melodie ("Rote Rosen aus Athen") anstimmte "Keinen Euro nach Athen". Natürlich gab es auch Seitenhiebe gegen die Stadtpolitk in der multi-kulti fair-trade Stadt Herzogenaurach. Den Herzogenaurachern empfahl die Schlumpfine "einkaafn im Stedtla, das wäre fair", und schließlich prangerte sie die Stadtpolitik mit der Unterhöhlung des Hubmannparkplatzes und dem Bau des Parkdecks in der Hochwasserzone an der Schütt an ("Der German baut, wie's ihm gefällt, der hat des Geld - was kost' die Welt?).

Von ihrem Kuraufenthalt - ohne Kurschatten, erzählte Christa Peetz. Sie hatte von einer Fürstensuite im Kurhotel geträumt, lag aber stattdessen mit drei weiteren Frauen auf dem Zimmer, von denen eine schnarchte und die andere "streng" roch. Dazu kam noch eine Diät, "aber das Essen hat sowieso nicht geschmeckt, sie hatten es auch stets im Salatblatt vesteckt. Und so endet die Kur, ohne dass sie "das kleine Schwarze" überhaupt einmal getragen hatte.


Soushi statt Schaiferla

Der Stadtschreier prangerte an, dass man in der Stadt zwar internationale Küche anbietet, dass aber deutsche und gar fränkische Küche nur noch selten angeboten wird: "Statt Schaiferla und saure Zipfel kriegst du bei uns, des is der Gipfel - japanisch Soushi und chinesisch Essen, des wu mer muss mit Stäbli essen ..." Schließlich war die StUB bei allen Rednern ein Thema: "... doch kein Mensch - ich muss tief schnaufen - ka Mensch weiß, wo und wie soll denn die verlaufn!"