Darmkrebs entwickelt sich seiner Bezeichnung entsprechend zunächst im Darm. Zum Tod führt jedoch meist die Ausbreitung des Tumors auf andere Organe – die sogenannte Metastasierung. Die W.-Lutz-Stiftung fördert deshalb jetzt ein neues Projekt der Molekularen und Experimentellen Chirurgie (Leitung: Prof. Dr. Michael Stürzl) an der Chirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Robert Grützmann) des Universitätsklinikums Erlangen mit 25.000 Euro. Darin sollen Modellsysteme etabliert werden, mit denen sich die Metastasierung erforschen lässt. So heißt es in einer Pressemitteilung des Uniklinikums Erlangen.

Obwohl Darmkrebspatienten meist aufgrund der Ausbreitung des Tumors auf andere Organe sterben, bilden die gegenwärtig gebräuchlichsten Modellsysteme am Tier vorrangig die Tumorentwicklung im Darm ab. Erst kürzlich ist es gelungen, durch die Verbindung neuer Zellkulturmodelle für Darmkrebs – sogenannte Organoide – und Tumorwachstumsstudien an der Maus auch den Metastasierungsprozess in präklinischen Modellsystemen darzustellen. Diese werden in der Forschungsgruppe von Prof. Stürzl gegenwärtig von Prof. Dr. Elisabeth Naschberger etabliert und sollen künftig die Entwicklung von Verfahren unterstützen, mit denen das Wachstum von Darmkrebs im Sinne eines „Lockdowns“ lokal begrenzt werden kann.

Spende an die Forschungsstiftung Medizin

Die W.-Lutz-Stiftung unterstützt diese Arbeit mit 25.000 Euro an die Forschungsstiftung Medizin am Uni-Klinikum Erlangen, durch deren Matching-Funds-Programm der Betrag auf insgesamt 33.750 Euro aufgestockt wird. Prof. Stürzl ist überzeugt, „dass durch metastasierende Modelle die Relevanz tierexperimenteller Forschungsarbeiten zu Darmkrebs für die Erkrankung beim Menschen deutlich erhöht werden kann. Wir erreichen damit einerseits ein tieferes Verständnis für die Prozesse, die die Bösartigkeit von Tumoren steuern, und erarbeiten andererseits neue Ansätze, die auf die therapeutische Hemmung dieser Prozesse abzielen.“

Prof. Naschberger freut sich sehr über die Zuwendung und sagt: „Besonders erste Etablierungsarbeiten sind zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine ausgedehnten Vorarbeiten präsentiert werden können, nur sehr schwer über die großen Forschungsförderungsinstitutionen zu finanzieren. Spenden von privaten Förderern wie der W.-Lutz-Stiftung leisten hier einen wichtigen und unverzichtbaren Innovationsbeitrag.“

Über die W.-Lutz-Stiftung

Die W.-Lutz-Stiftung geht aus dem Vermächtnis des Diplom-Kaufmanns Wolfgang Lutz hervor. Er verstarb im November 2006 als letzter Nachkomme einer erfolgreichen Unternehmerfamilie. Im Mittelpunkt der Stiftungsaktivitäten steht die Förderung der Wissenschaft.