"Mir geht sonst nichts nach, aber diese Bilder werde ich nicht so schnell aus meinem Kopf kriegen", sagt Christian Deisel von der Verkehrspolizei Erlangen. Er war vor Ort, kurz nachdem das Unglück passiert war. Er stand direkt vor dem völlig zerstörten und ausgebrannten Oldtimer-Sportwagen. Und er sah die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Insassen, die sich aus den Flammen nicht mehr retten konnten. "Es war ein furchtbares Bild. Zu wissen, man kommt nicht mehr raus - ein schrecklicher Gedanke", bedauert Deisel zutiefst.

Der italienische Sportwagen der Marke Intermeccanica (Baujahr 1968) war mit einem 62-jährigen und einem 55-jährigen Mann, beide aus Mönchengladbach, besetzt. Ein Aufkleber auf der Motorhaube lässt vermuten, dass sie sich auf dem Rückweg von einer Oldtimer-Rallye befanden. Gegen 11.30 Uhr stand der Sportwagen zwischen den Anschlussstellen Höchstadt-Ost und Pommersfelden (Richtung Würzburg) bei einer Notrufsäule auf Höhe von Kieferndorf auf dem Standstreifen. "Die Warnblinkanlage war eingeschaltet. Ich gehe davon aus, dass es eine Panne war", vermutet Deisel.

Sportwagen fing sofort Feuer

Wie es dann zur Katastrophe kam, ist bislang noch nicht endgültig geklärt. Ein 65-jähriger Fahrer, unterwegs auf dem rechten Fahrstreifen, krachte mit seinem Audi A8 leicht versetzt auf den Sportwagen. "Er war wohl unaufmerksam oder abgelenkt", denkt Deisel. Der Sportwagen im Wert von 85 000 Euro schleuderte durch die Wucht des Aufpralls 50 Meter nach vorne, drehte sich und blieb im rechten Winkel zur Fahrbahn stehen. Er fing sofort Feuer.

"Der Fahrer muss noch versucht haben, auszusteigen. Die Fahrertür stand offen. Aber er und der Beifahrer kamen nicht mehr raus. Wenn es brennt, wird der Körper starr und bewegungsunfähig", sagt Deisel. Zudem war der Sportwagen durch die Kollision zu sehr gestaucht, der Kofferraum wurde nach vorne geschoben. "Alles war verengt. Die Verformungen waren zu groß."

Der Audi des Rentner-Ehepaares aus Bergisch Gladbach kam von der Autobahn ab und blieb nach zehn Metern in einem angrenzenden Feld stehen. Beide Insassen waren ansprechbar, sie kamen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.

Beim Ablöschen des brennenden Sportwagens entdeckten Feuerwehrmänner aus Höchstadt und Adelsdorf die bereits verbrannten Personen auf dem Fahrer- und Beifahrersitz. Mit hydraulischen Rettungsgeräten entfernten sie den Rahmen des Cabrio-Daches und der Türen. Anschließend wurden die verkohlten Körper laut Stefan Brunner, Pressesprecher des Kreis-Feuerwehr-Verbands in Erlangen-Höchstadt, vorsichtig herausgehoben. Sie befinden sich derzeit noch in der Rechtsmedizin in Erlangen für eine abschließende Identifizierung. Diese wurde zunächst über die Zähne versucht - scheiterte allerdings. Nun soll sie über die DNA erfolgen.

Verhalten auf dem Standstreifen

Doch wieso kam der Oldtimer-Sportwagen überhaupt zum Brennen? "Der Tank war direkt hinter der Stoßstange. Kraftstoff ist ausgelaufen. Der Funke kam dann zum falschen Augenblick und an falscher Stelle", erklärt Deisel.
Zu Unfällen im Bereich eines Standstreifens kommt es Deisel zufolge immer wieder. Grundsätzlich rät er, das Fahrzeug auf dem Standstreifen sofort zu verlassen und sich hinter die Schutzplanke zu begeben. "Man darf nicht glauben, dass man auf dem Standstreifen in einem geschützten Bereich ist", erklärt er. Aussteigen sollte man am besten ausschließlich über die Beifahrerseite. Nicht zu vergessen sind Warnweste und Warndreieck.