Lob in höchsten Tönen und Unterstützung aus allen politischen Lagern gab es am Donnerstagnachmittag für das Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt. Der Krankenhausausschuss des Kreistags segnete einstimmig den Wirtschaftsplan für 2021 ab. 1,95 Millionen Euro muss der Landkreis zuschießen.

Im laufenden Jahr werden es "noch weit über zwei Millionen sein", sagte Landrat Alexander Tritthart (CSU). Aber er steht ebenso zu der "hochqualitativen und wohnortnahen" Gesundheitsversorgung in dem "bedeutenden Infrastrukturbestandteil des Landkreises", wie Sprecher aller Fraktionen.

Im Krankenhaus gehe man davon aus, so Tritthart, dass Corona das Haus weiterhin personell und betriebswirtschaftlich stark belaste. Eine besondere Herausforderung sieht er in dem bundesweiten Mangel an Pflegekräften und Ärzten. Um die ab 1. Januar geltende Erhöhung der Pflegepersonal-Untergrenzen zu erfüllen, plane das Krankenhaus Höchstadt zwölf zusätzliche Vollzeit-Pflegestellen.

Die jahrelangen Bauarbeiten zur Strukturverbesserung und Erweiterung des Hauses sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Dann stünden laut Tritthart wieder "80 Betten in hochmodernem Ambiente" zur Verfügung - in den Fachabteilungen Innere und Allgemein- und Unfallchirurgie, wo es eine Kooperation mit der Uniklinik Erlangen gibt.

Viel Neues

Zu den Highlights des Höchstadter Krankenhauses zählen für den Landrat unter anderem die neue Intensivstation, die endoskopische Ausstattung der Abteilung Inneres, das neue Labor, die modernisierte Palliativstation und ab 2021 das digitalisierte Röntgengerät. Hinzu kommt die zentrale Notaufnahme in neuen Räumen. Hier werden die Patienten nach dem Triage-System eingestuft und nach Dringlichkeit behandelt.

Wenn die angekündigten Zuschüsse fließen, soll im nächsten Jahr die Vernetzung mit dem Medizinischen Versorgungszentrum Erlangen-Höchstadt und der Uniklinik weiter ausgebaut werden.

Kritik übte Tritthart einmal mehr an den politischen Rahmenbedingungen, die nicht nur kleine Kliniken wie St. Anna vor enorme Herausforderungen stellen.

Insgesamt sieht der Landrat das Kreiskrankenhaus "baulich und medizinisch sehr gut aufgestellt". Trotz der parallel laufenden Baumaßnahme habe es mit den zehn Beatmungsplätzen in der Corona-Pandemie seine Leistungsfähigkeit bewiesen. Jetzt müsse es nur von den Bürgern auch geschätzt werden. Tritthart: "Der Kreis hat viel für sein Krankenhaus getan, jetzt müssen es die Bürger auch annehmen."

2500 Euro Prämie

Verwaltungschef Thomas Menter machte den Kreisräten klar, wie dringend man mehr Pflegekräfte brauche. Auch im Pflegebereich breite sich das Geschwür "Zeitarbeit" aus, was sehr teuer sei. Menter will die Herausforderung Personalgewinnung pro aktiv angehen, mehr auf eigene Pflegeschüler setzen, aber auch Prämien zahlen. Wirbt ein Mitarbeiter eine neue Pflegekraft an, winken ihm 2500 Euro Prämie. "Andere machen das auch", sagte dazu Landrat Tritthart.

Der Ärztliche Leiter von St. Anna, Inneren-Chefarzt Dr. Martin Grauer, will unter dem Pflegepersonal die Krankheitsquote reduzieren und das Klima verbessern. Dass es aber damit wohl nicht allzu schlecht bestellt ist, macht er daran fest, dass einige Pflegekräfte von der Uniklinik nach Höchstadt gewechselt sind.

Verstärkung für die Verwaltung hat Menter auch im Wirtschaftsplan einkalkuliert. Die habe es seit 2011 nicht mehr gegeben. Die Kollegen würden über 1700 Überstunden vor sich her schieben, so Menter.