Soll man wirklich versuchen, den Puma-Kreisel zu erhalten? Kann man etappenweise auf Oberleitungen verzichten? Und was kostet das Vorhaben denn nun tatsächlich für die Stadt? Das sind drei von vielen Fragen in einer regen Diskussion zum Planungsstand der Stadt-Umland-Bahn in der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstagabend.

Am Ende der 49-minütigen Debatte galt es, dem Zweckverband Stadt-Umland-Bahn grünes Licht zu erteilen, auf der Grundlage des aktuellen Planungsstands weiter zu verfahren. Das bedeutet auch den Sprung in die Leistungsphase 3. Der Ausschuss traf die Empfehlung gegen die beiden Stimmen der Freien Wähler, der Stadtrat soll am 26. November dann den abschließenden Beschluss fassen.

Puma Way nicht unkritisch

Daniel Große Verspohl und Florian Gräf vom Zweckverband erläuterten den aktuellen Stand und gingen auf ein paar wenige Änderungen ein, die sich jetzt ergeben haben. Alle sind bereits kommuniziert worden.

Beispielsweise rückt die Haltestelle nahe dem Ortsteil Haundorf näher ans Dorf, weil sie um 120 Meter nach Norden versetzt worden ist. Eine Begleiterscheinung der von den Bürgern angeregten Maßnahme: Es müssen nun zwei Straßen statt einer überquert werden. Konrad Körner (CSU/JU) nahm das mit einem gewissen Verzücken auf, denn es habe ja bisher geheißen, so etwas wäre nicht ratsam. "Wenn man will, dann kann man" sagte der Stadtrat.

Er hatte, ebenso wie SPD-Stadtrat Curd Blank, auch Fragen zu den veränderten Planungen auf Höhe von Puma, also zur Haltestelle Puma Way. Dort wird ein kurzes Stück der Straße verlegt, um den Kreisverkehr zu erhalten. Die Bahn rollt dann auf der Pumaseite parallel zur Straße. Das wurde im Ausschuss auch mit Skepsis betrachtet: "Ich dachte, eine Ampel und ein Kreisverkehr in kurzer Entfernung beißen sich", sagte Blank. Für den technischen Leiter des Zweckverbands, Florian Gräf, ist diese Lösung aber ein "optimaler Kompromiss". Als Alternative hätte man einen vierarmigen Knoten vorsehen können, der aber ebenso mit einer Ampel verknüpft wäre. Freilich ist es bei der vorgeschlagenen Lösung möglich, dass Autos bei Rotlicht auch schon mal im Kreisverkehr halten müssen. Die Haltestelle Puma Way ist übrigens auf Höhe des jetzigen Montessori-Kindergartens vorgesehen.

"Wäre denn ein Verzicht auf die Oberleitung möglich?", fragte SPD-Fraktionsvorsitzender Holger Auernheimer und meinte konkret die Rathgeberstraße. Denn es gebe ja inzwischen moderne Fahrzeuge, die mit Energiespeicher fahren. Solche habe man nicht in Betrieb, sagte Gräf. Man könnte später bestenfalls nachrüsten. Vorgesehen ist eine vollständige Fahrleitung auf der gesamten Strecke. Was für Gräf übrigens ohnehin die bessere Wahl ist, denn "ein Fahrzeug direkt an der Steckdose ist die effizientere Lösung". Auch Geschäftsleiter Große-Verspohl sah das so. Ein Energiespeicher respektive eine Batterie wäre keineswegs umweltfreundlicher.

CSU-Fraktionschef Walter Drebinger erinnerte an frühere Aussagen. Welche Kosten bleiben denn nun konkret an der Stadt hängen, wollte er wissen und erhielt, wie bisher, den Hinweis auf die letzte Kostenberechnung. Von den 372 Millionen Gesamtkosten erwarte man mindestens 90 Prozent Förderung. Der Eigenanteil der Stadt Herzogenaurach an den Gesamtkosten liege bei 16,4 Prozent. Eine genaue Aufstellung werde es vor dem Start des Planfeststellungsverfahrens geben.

Hacker lobt Drebinger

Eingangs hatte Walter Drebinger noch angemerkt, dass die CSU als Vorzugstrasse durch die Stadt die Flughafenstraße favorisiert hatte, sich aber nicht durchsetzen konnte. "Wir akzeptieren die Rathgeberstraße natürlich", fügte er hinzu. Um sich ein ausdrückliches Lob von Bürgermeister German Hacker zu sichern, denn der musste nach einer Aussage von Christian Schaufler um Fassung ringen. Der Freie Wähler lehnte es nämlich ab, die Stub jetzt mit Hochdruck weiter zu verfolgen, solange die Prüfung der Aurachtalbahn am Laufen sei. "Irgendwann ist es gut", sagte Hacker. Den Stub-Zweckverband gebe es seit 2016, alle wollen die Bahn, selbst der Landkreis-Osten. "Macht doch euren Frieden", rief er und nannte Drebinger als gutes Beispiel. Er sei bereit, etwas ad acta zu legen, wenn es entschieden ist.