Raus aus dem Keller lautet die Devise beim Tabellenletzten der Fußball-Kreisklasse 1 ER/PEG, dem TSV Höchstadt. Dafür muss sich der Verein neu aufstellen, auch in der Führungsmannschaft. Mit Werner Soßna hat sich ein TSVler mit Leib und Seele bereit erklärt, bei der Hauptversammlung im Februar für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren und den Klub vor dem Aus zu bewahren. Unterstützung bekommt Soßna von Axel Geier, der sich um die Finanzen kümmern wird, und Peter Jeromin als Sportlichen Leiter.
Dieser Jeromin hat viel vor, vor allem im Bereich Fußball, der in Höchstadt derzeit vor sich hin darbt. Als Erstes hat der gebürtige Gelsenkirchener, den es vor 30 Jahren an die Aisch verschlug, sechs Neuzugänge an Land gezogen, darunter seinen Sohn Alexander vom Bayernligisten SV Memmelsdorf.

Sportlich nicht nachvollziehbar, aber ein klares Bekenntnis zum TSV.

Zeit für einen Richtungswechsel
"Mein Sohn hat vor 18 Jahren nach dem Sommercamp von Alois Reinhardt beim TSV mit dem Kicken angefangen, und es stellte sich heraus, dass er mit dem Ball gut umgehen konnte", erzählt der 59-Jährige. Deshalb zog es das Talent in der D-Jugend weiter: Über Uehlfeld, Quelle Fürth und Eintracht Bamberg ging es zum FSV Erlangen-Bruck. Immer eng an seiner Seite war Vater Peter. Im Seniorenbereich landete Alex dann über Amberg und Neustadt/Aisch in Memmelsdorf.
Als Alexander aber mit Verletzungen zu kämpfen hatte und die Priorität eher auf der Ausbildung lag, war der richtige Zeitpunkt gekommen, die Richtung zu ändern. "Uns war immer klar, dass wir auch mal was zurückgeben wollen von der exzellenten fußballerischen Förderung, die Alexander erfahren hat.

Wir haben die Situation in Höchstadt immer verfolgt, auch den Absturz. Und als die Anfrage vom Verein kam, haben wir beschlossen zum TSV zurückzukehren", erzählt Jeromin, der in seinem 26-jährigen Sohn aber "nicht den Messias" sieht.
"Er kann der Mannschaft weiterhelfen und als Inhaber der C-Lizenz vielleicht auch Trainer Robert Hofmann unterstützen", erklärt Jeromin, der mit dem TSV mittelfristig Kreisliga spielen will. Jetzt aber soll zunächst der Klassenerhalt in der Kreisklasse geschafft werden. Aber das allein ist bei 15 Punkten Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze schon eine absolute Mammutaufgabe. "Aber es nützt ja nichts, wir müssen etwas tun", betont Peter Jeromin.

Verein muss attraktiver werden
Ein großes Anliegen ist ihm die Stärkung des Jugend- und Schülerbereichs. "Es kann nicht sein, dass es in Höchstadt keine A-Jugend gibt.

Wie soll man denn sonst Spieler für den Seniorenbereich bekommen?" Um Junioren vom TSV zu überzeugen, müsse der Verein attraktiver werden. Zum einen sollen die Trainer und Betreuer neu motiviert und mehr unterstützt werden, denn sie seien tragende Säulen. Und auch die Kooperation mit anderen Vereinen will Jeromin vorantreiben, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.
Ein wichtiger Punkt ist auch der Neubau des Vereinsheims, der dieses Jahr realisiert werden soll. "Damit Eltern ihre Kinder bei uns anmelden, müssen die Rahmenbedingungen passen." Ein modernes Vereinsheim mit Umkleiden und Duschen als zentrale Anlaufstelle und Mittelpunkt des Vereinslebens, das auch wieder gestärkt werden muss, ist für Jeromin wie Soßna das Symbol für einen Neuanfang der Fußballabteilung des TSV.

Änderungen im Kader
Abgänge: Torhüter Karsten Thurn (SV Tennenlohe)
Neuzugänge: Alexander Jeromin (SV Memmelsdorf), Max Jeromin (vereinslos), Sebastian Graf (SV Weichs), Michael Schlee (SC Hertha Aisch), Edgar Wittig (SC Münchaurach), Daniel Bauer (VdS Spardorf)