Seit Beginn des neuen Schuljahrs ist auch der neue Anbau an der Anton-Wölker-Grundschule bezogen. "Für die Kinder wahnsinnig motivierend", sagt Lehrerin Laura-Sophie Linhardt, die ihre erste Klasse hier unterrichten kann.

Die Begeisterung kommt von der technischen Ausstattung des Klassenzimmers. Herzstück ist das Whiteboard, das heute in modernen Klassenzimmern die alte grüne Tafel ersetzt. Projektionswand, Computer, Beamer und Dokumentenkamera in einem Gerät, das steigert bei Schülern wie Lehrern den Spaß am Lernen und Lehren.

An Gymnasium, Real- und Mittelschule gehören die Whiteboards schon länger zur Grundausstattung, jetzt ziehen sie auch in die beiden Höchstadter Grundschulen ein. Die zwei neuen Klassenzimmer im Anbau der Anton-Wölker-Schule bilden die Vorhut der Digitalisierung.

"Die ersten Klassenzimmer mit digitaler Bildung", schwärmt auch Sonja Müller. Sie unterrichtet eine vierte Klasse in den neuen Räumen. "Moderner und viel hübscher", schwärmen ihre Schüler, "aber auch ein wenig klein", haben sie schon festgestellt. Das bedauert auch Konrektorin Antje Ullmann. Doch an den von der Regierung vorgegebenen Raumgrößen ist nichts zu machen. Die Schule ist inzwischen 20 Jahre alt und damals waren die Klassenzimmer deutlich größer.

Erstklasslehrerin Linhardt freut sich jeden Tag, mit der neuen technischen Ausstattung arbeiten zu können. Sie kann Filme zeigen, Lernsoftware einsetzen und hat Differenzierungsmöglichkeiten: "Es müssen nicht mehr alle Schüler das Gleiche machen."

Das ist für sie besonders wichtig, weil die Leistungsschere ihrer Schüler inzwischen sehr groß ist. "Manche kommen in die erste Klasse und können schon flüssig lesen, andere können ihren aus nur drei Buchstaben bestehenden Namen nicht schreiben - was sie auch gar nicht müssen", stellt die Lehrerin fest.

Nicht nur mit der Technik kann sie hier gezielt eingreifen. In dem neuen Anbau gibt es auch noch zwei Gruppenräume, in die sich Lehrer mit Schülern zurückziehen können, die besonderen Förderbedarf haben.

Neuer Lehrplan macht Druck

Mit der digitalen Ausstattung sei man noch am Anfang, sagt Konrektorin Ullmann. Solange die nicht flächendeckend in der ganzen Schule zur Verfügung steht, könne man den neuen Lehrplan nicht so umsetzen, wie man müsste. Ullmann wünscht sich nicht nur Whiteboards, sondern auch "ein paar Computer mit WLAN in jedem Klassenzimmer" und eine schnelle Umsetzung des Medienkonzepts.

Sachaufwandsträger für die beiden Grundschulen und die Spix-Mittelschule ist die Stadt Höchstadt. Bürgermeister Gerald Brehm (JL) kündigt an, dass alle drei Schulen "eine sachgerechte, moderne Ausstattung" bekommen werden. Man hätte die digitale Aufrüstung der Grundschulen zwar auch vorziehen können, hätte dann aber auf 80 Prozent Förderung verzichtet, die jetzt in Aussicht stehen, sagt der Bürgermeister. Wenn die Medienkonzepte der Schulen vorliegen, werde man Gespräche führen.