Ganz im Zeichen der Schnecke steht die Grund- und Mittelschule Mühlhausen. Obwohl sie ansonsten ganz schön Gas gibt. Die Adresse der Schule "Am Schnecklein" war es wohl, die zunächst die Idee und dann einen wahren Schneckenboom ausgelöst hat. Jetzt weihten die Schule und Schulverbandsvorsitzender Friedrich Gleitsmann (CSU) eine Skulptur vor der Haustür mit einem "Schneckenfest" ein, das sich sogar Schulrat Siegfried David nicht entgehen ließ.

Schnecken finden sich in der Mühlhausener Schule derzeit überall. Im Rahmen eines Kunstprojekts der siebten bis neunten Klassen sollten Ideen für die Neugestaltung des Eingangsbereichs der Schule entwickelt werden. "Bis dahin war er in dezentem Grau gehalten", erklärte Rektorin Gudrun Boss.

Dann kam der Name einer Künstlerin aus Hohenstadt bei Hersbruck ins Spiel: Roswitha Farnsworth hatte bereits viele Kunstprojekte an Schulen geleitet. Im Jahr 2013 hat Farnsworth für ihr eigens entwickeltes Verfahren sogar einen Innovationspreis erhalten. Auch für die Mittelschule Mühlhausen hatte die Künstlerin eine Idee.

"Die Schnecke schien uns zunächst eher für die Grundschule geeignet und wir sind doch eine Mittelschule", erklärte Rektorin Gudrun Boss den Weg bis zur Ausführung. Dennoch man habe der Künstlerin vertraut. Heraus kam eine künstlerisch gestaltete Schnecke, die jetzt im Kiesbett den Eingang schmückt. Schleimspuren aus Spiegelscherben und kleine Schnecken ziehen sich zudem über die Hausfront.

An insgesamt acht Terminen arbeitete Roswitha Farnsworth mehrere Stunden mit den Mittelschülern. Der Schneckenvirus griff auch auf weitere Fachbereiche über: Gemalt und gebastelt, als Blätterteig süß oder pikant nahmen die Schnecken das Schulfoyer in Besitz.

Und beim Einweihungsfest auch als Musical. Lehrerin Beate Dörres-Ehbauer studierte mit den "bereits erfahrenen Musical-Stars" der fünften und sechsten Klassen ein Singspiel ein. Doktor Quellstein, Doktor Brücklein, Doktor Mühlstein und Professor Schneckenhaus gehen in dem Stück mit akademischem Eifer der Frage nach, woher der Name "Am Schnecklein" eigentlich kommt. Der "Theorie" folgt das musikalische Spiel auf dem Fuße: Singend ergründen die Kids, weshalb die Schnecke ihr Haus immer bei sich trägt. Begeisterter Applaus war der Lohn für die keineswegs im Schneckentempo agierenden jungen Künstler.

Was es nun mit dem Namen "Am Schnecklein" tatsächlich für eine Bewandtnis hat, recherchierten als echte Mühlhausenerinnen die mit der Historie ihres Heimatortes sehr vertrauten "Bär-Schwestern" Anna und Gertrud Bär. Bereits bei der Uraufnahme, also der ersten amtlichen Aufnahme im Jahr 1843, sei der Bereich zwischen dem Lochweg und dem Schulweg als "Am Schnecklein" ausgewiesen, berichten sie. Der Name komme wohl daher, dass es unterhalb der Schule Weiher und somit auch viele Schnecken gab. Im übrigen kann die Schule stolz auf ihre Adresse sein. Der Name "Am Schnecklein" soll einmalig in ganz Deutschland sein.