Als das große Verwaltungsgebäude in der Würzburger Straße, das heute als Interimsrathaus der Stadt genutzt wird, noch die Zentrale der Firma Puma war, gab es auch ein paar Besonderheiten in dem damals hochmodernen Bau. Unter anderem hat sich der Pumachef auf dem Balkon im fünften Stock einen kleinen künstlichen Golfrasen gegönnt. Und an der Hinterseite des Gebäudes lud eine große Terrasse aus Holz zum Verweilen ein.

Immer wenn Besucher empfangen wurden, wie zum Beispiel Schülergruppen aus anderen Ländern oder der Karnevalsclub beim Rathaussturm und am Aschermittwoch, führte Bürgermeister German Hacker die Gäste gern über die Terrasse ins Haus. Auch war das ein beliebter Platz für Gruppenfotos.

Den grünen Übungsteppich hoch droben gibt's immer noch, auch wenn der neue Mieter Hacker diesen wohl eher ungenutzt lässt. Die Holzterrasse am Hintereingang des Sitzungssaals aber ist inzwischen verschwunden. Sie hat Stellplätzen für Autos Platz gemacht.

"Das ist Bestandteil des Vertrags", sagt Christian Stöcker, der im Rathaus für die Immobilien zuständig ist. Als die Stadt das Gebäude vor Jahren mietete, wurde geregelt, dass der Eigentümer die Außenanlagen noch herrichtet. Sobald die Großbaustelle nebenan, im alten Trakt der früheren Puma-Verwaltung, entsprechend fortgeschritten sei, sollten diese Maßnahmen erfolgen.

Aus zehn werden zwanzig

Jetzt ist es soweit. Für die Stadt entstehen keine zusätzlichen Kosten, wohl aber hat sie einen Nutzen. Denn die Zahl der Besucherparkplätze des Rathauses lässt sich dadurch verdoppeln, berichtet Stöcker. Aus zehn werden etwa 20. Bis zum Monatsende sollen die Arbeiten beendet sein. Momentan wird vor dem Interimsrathaus und seitlich davon eifrig umgegraben und neu gestaltet. Es entsteht auch ein neuer Fahrradabstellbereich, und im Rondell sollen künftig zehn statt acht Autos parken können.

Hinter dem Haus parken

Das bedeutet aber nicht, dass die Rathausgäste derzeit keine Stellplätze vorfinden. Hinter dem Gebäude sind schon einige angelegt worden, sagt der Mann für die Liegenschaften und ergänzt: "Die Besucher müssen einfach ums Haus herumfahren". Sie sollten sich auch nicht von Baufahrzeugen abschrecken lassen. Es sei von Anfang geregelt worden, dass während der Bauphase in der Summe ebenso viele Stellplätze für den Rathaus-Verkehr zur Verfügung stehen müssen wie zuvor, also zehn. Die finden sich nun eben bereits hinter dem Gebäude.

Gemietet hat die Stadt ihren Teil des Verwaltungstraktes vom Nürnberger Immobilien-Entwickler P&P. Zwischenzeitlich haben sich die Besitzverhältnisse geändert. Den neuen Trakt, also das momentane Rathaus, hat die Firma Vicus gekauft. Die Vereinbarung zu den Außenanlagen hat sie mit übernommen. Das gilt auch für den neuen Eigentümer des alten Trakts, der zu einer großen Wohnanlage umgebaut wird. P&P hat dieses Gebäude an die Firma Bayiko (Bayerisches Immobilien-Kontor) abgegeben, die das Vorhaben nun weiter abwickelt.

Dort entstehen 99 Wohnungen. Die erforderlichen Parkplätze sollen alle auf dem Grundstück nachgewiesen werden. Deshalb wird nun auch ein Parkhaus gebaut, das vor ein paar Monaten eine Diskussion im Bauausschuss nach sich zog, wegen der Nähe zur Aurach.

Rund ums Rathaus jedenfalls werden etwa 20 Stellplätze angelegt, von denen manche bereits fertig sind. Sie sind ausschließlich für die Besucher gedacht, sagt Stöcker. Denn die Rathaus-Mitarbeiter parken kostenpflichtig in der Tiefgarage, wo etwa 40 bis 50 Stellplätze zur Verfügung stehen. Weitere Stellplätze auf dem Bereich des Nachbargrundstücks, also der Wohnanlage, fallen für die Rathaus-Bediensteten weg.