Schon vier Mal hat der Liederkranz in Herzogenaurach ein Ball veranstaltet, der jedes Mal gut ankam. Die Themen bisher waren etwa "Ein Abend in Wien" oder "Opernball". Der Nostalgieball steht dagegen unter dem Motto: "Thank You for the Music".

"Das ist eine coole Sache für uns", meint Gerald Fink, Leiter der Liederkranz 1861. Denn mit dem neuen Motto wurden viele Sängerinnen und Sängern in die eigene Jugend zurückgeführt. Es gab noch keinen MP3-Player, die Musik war meist als "Konserve" auf Kassetten gespeichert.

Die Titel hatten sich die meisten am Radio bei bekannten Musiksendungen selbst aufgenommen. Oft wurden begehrte Titel auch an Freunde weitergereicht.

Eine weitere Möglichkeit stellten Singles dar, kleine schwarze Scheiben, die auf einem Plattenspieler abgespielt werden mussten. Dabei interessierte viele nur das Lied auf der A-Seite, die zweite Seite der Platte war nicht so wichtig.

Protagonisten der 1970er-Jahre war etwa die schwedische Pop-Gruppe Abba, die mit ihrem Lied "Thank You for the Music" auch das Motto für den Abend gab. Von Abba war auch noch der Song "Hallelujah" zu hören. Zum Besten gegeben wurde auch der Hit von Joy Fleming "Ein Lied kann eine Brücke sein" oder von Neil Diamonds "Song sung blue".


Hits aus den 70er-Jahren

Als musikalische Unterstützung hatte sich Gerald Fink Annika Dannhauser und Andrea Kaschel geholt. Nach den Darbietungen von Herzo Vokal und den Herzo Singers, die Hits der 1970er-Jahre präsentierten, gab es gepflegte Tanzmusik mit dem Noris Swingtett unter dem Leiter Roland Ott, mit Unterstützung von Sängerin Sylke Schreiber. Diese Formation besticht durch einen eigenen Bigband-Sound, bietet aber auch Walzer und Foxtrott zum Tanzen. Vorbilder sind natürlich Glenn Miller und Benny Goodman, aber auch James Last, dessen Evergreens fester Bestandteil in ihrem Programm sind.

Für die Qualität der Formation spricht, dass sie schon mit so bekannten Musikern wie Max Greger, Hugo Strasser und dem Pasadena Roof Orchestra gespielt haben. Das Repertoire reicht von Konzertwalzern über Schlager bis zu neuerem Beat.

Der Kontakt mit Herzogenaurach kam über Thomas Fink zustande, mit dem sie beim Jazz-Frühschoppen gemeinsam auftreten.


Stilecht mit "Kreissäge"

Mit dabei war die Tanzsportabteilung des ASV Niederndorf, und die Kosbacher Stadl Harmonists, nach eigenen Angaben die "älteste Boygroup Frankens". Unter ihrem Leiter Knut Gradert brachten die neuen Herren - die stets stilecht mit "Kreissäge" auftreten - in Anlehnung an die bekannten Comedian-Harmonists Stücke von Duke Ellington (Creole Love Call) aber auch von Reinhard Mey (Diplomatenjagd) auf ihre unnachahmliche Art zu Gehör.

Die Tänzer des ASV animierten dazu, das Tanzbein zu schwingen, was viele Ballbesucher ausgiebig taten.