Laden...
Adelsdorf
Wildunfall

Jäger erklärt: Das ist bei einem Wildunfall zu tun

Wenn das Wild im Scheinwerferlicht auftaucht, ist es meist zu spät. Eine Höchstadter Polizistin erklärt, wie Fahrer einen Unfall vermeiden können und Jagdpächter Adam Hümmer, was zu tun ist, wenn es doch mal kracht.
 
Jagdpächter Adam Hümmer mit seiner Hündin Jana  Foto: Johanna Blum
Jagdpächter Adam Hümmer mit seiner Hündin Jana Foto: Johanna Blum

Oktober und November sind für Autofahrer die Monate, in denen es auf Landstraßen gefährlich werden kann. Denn dann passieren die meisten Zusammenstöße mit Wild. Vor allem in den frühen Morgenstunden und am Abend überqueren Rehe und Wildschweine die Landstraßen - besonders häufig in Waldabschnitten und an Feldrändern. Jedes Jahr meldet das Statistische Bundesamt mehr als 200 000 Wildunfälle, allein im letzten Jahr verunglückten dabei 2700 Menschen, 15 sogar tödlich.

Adam Hümmer aus Nainsdorf ist seit 37 Jahren Jäger aus Leidenschaft und seit 1989 hat er die Adelsdorfer Jagd Nainsdorf/Wiesendorf/Adelsdorf von seinem Schwiegervater Georg Thomann übernommen und gepachtet. Mit seiner sieben Jahre alten Jagdhündin Jana geht er regelmäßig auf die Jagd.

Drei Wildunfälle auf der B 470

Er weiß genau, was zu tun ist, wenn man mit einem Wild Auto-Kontakt hatte. Erst vergangene Woche wurde er zu drei nächtlichen Wildunfällen geholt - alle auf der B 470.

"Hat man einen Zusammenstoß mit einem Tier, muss der Wildunfall der Polizei gemeldet werden und die verständigt mich, den Jagdpächter. Letzte Woche ist bei einem Unfall das Tier verendet und bei zwei anderen war das Wild geflohen", so Hümmer.

"Geflohene Tiere suche ich dann mit meinem Hund, aber meistens erst am nächsten Morgen. Verendete Tiere kommen in die Tierverwertung oder ich bringe sie auf den ,Luderplatz' (ein Platz mit einer jagdlichen Einrichtung zum Anlocken von fleischfressenden Tieren mit Hilfe toter Tiere). Meistens sind es Rehe, Wildschweine, selten auch Hasen, welche nächtlich die Straße überqueren. Aber nicht nur im Herbst, auch beim Urlaubsverkehr passieren etliche Wildunfälle", erklärt Hümmer. "Aber gerade jetzt machen die Pilzsucher dem Wild das Leben schwer, denn die Tiere werden gestört und aufgeschreckt."

Immer der Polizei melden

Das angefahrene Wild darf übrigens nicht vom Unfallort entfernt werden. Wer dies tut, riskiert eine Anzeige wegen Wilderei. Dasselbe gilt auch für die Mitnahme verendeter Tiere für den eigenen Verzehr. Das darf nur der Jagdpächter.

Bei einem Umfall im Landkreis ist zunächst die Polizei Höchstadt zuständig. Die Erste Polizeihauptkommissarin und Dienststellenleiterin Sabine Röhrer erklärt, worauf Autofahrer achten können, damit es erst gar nicht erst zu einem Unfall kommt: "Bisher gibt es keine Lösung für das Problem, dass Wildtiere auf die Straße laufen."

Das Unfallrisiko könne jedoch verringert werden, wenn man besonders aufmerksam entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder sowie in Wäldern und auf neuen Straßen fährt. Man sollte auf Land- und Kreisstraßen, an Waldrändern und auch auf Autobahnen vorsichtig fahren und stets auf die Umgebung achten. Auch ein Wildtier in weiter Entfernung kann plötzlich auf die Straße laufen.

Viele Wälder im Landkreis

Autofahrer sollten ihr Tempo anpassen und in gefährlichen Regionen lieber langsamer fahren, um so besser und schneller reagieren zu können. Dabei ist es wichtig, sicher zu bremsen, ein kontrollierter Zusammenstoß ist besser als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver. Wildunfälle können zu jeder Tages- und Nachtzeit passieren. Besondere Vorsicht ist bei Dämmerung, Nacht, Nebel und nach der Zeitumstellung geboten.

Um die Tiere nicht zu blenden, sollte man das Fernlicht ausschalten und hupen, um die Tiere dadurch zu vertreiben. Ein Wildtier kommt selten alleine, es ist also wichtig, auf eventuelle Nachzügler zu achten. Die Polizistin erklärt weiter: "Hinsichtlich der Örtlichkeiten in unserem Landkreis gibt es keine Häufungen an bestimmten Stellen. Vielmehr ist die Problematik im urbanen Gebiet zu sehen. Im hiesigen Landkreis gibt es viele Wälder und Teiche und die Örtlichkeiten variieren."