Er hatte immer ein Witzchen auf den Lippen - und das auch noch im hohen Alter von über 90: Hans Scheubel. Am Donnerstag, 11. Oktober, starb der Höchstadter Ehrenbürger kurz vor seinem 96. Geburtstag, den er im Dezember gefeiert hätte.
Hans Scheubel war mit Leib und Seele Höchstadter. 1948 stieg er in den Schuhhandel ein. Sein Geschäft, das später Sohn Konrad übernahm, war aus einer ehemaligen Gerberei hervorgegangen. Ebenfalls schon 1948 begann er im Nachkriegs-Höchstadt in der Kommunalpolitik mitzumischen. Für die CSU wurde er in den ersten Höchstadter Stadtrat gewählt und übernahm schnell führende Rollen.
Von 1952 bis 1978 war er Sprecher seiner Fraktion. Von 1958 bis zum Ausstieg aus der Politik im Jahr 1996 wirkte Scheubel auch im Kreistag. Sechs Jahre lang war er dort Sprecher seiner Fraktion und sogar 30 Jahre lang Stellvertreter des Landrats.
Als Vorsitzendem der Teichgenossenschaft Aischgrund war es hauptsächlich sein Verdienst, dass die Höchstadter Fischereischule gegründet wurde. Aus ihr ging später die Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft hervor, die heute zum Landwirtschaftsministerium gehört.
Stark gemacht hat sich Scheubel auch für die Höchstadter Oberrealschule, die 1959 verstaatlicht und zum Gymnasium wurde. Seine Heimatstadt lag ihm immer besonders am Herzen. Und die dankte es ihm 1997 mit der Ehrenbürgerwürde.
Bis vor einem Jahr besuchte der Katholik auch noch jeden Sonntag den Gottesdienst und war regelmäßig auf Spaziergängen durch die Innenstadt anzutreffen.
Hans Scheubel hinterlässt drei Töchter und einen Sohn. Am Mittwoch, 17. Oktober, wird er um 14 Uhr auf dem Höchstadter Friedhof beigesetzt.