Dürfen wir jetzt unsere Raketen aus dem Vorjahr noch steigen lassen oder nicht? Gilt das Böllerverbot in ganz Mittelfranken weiterhin, nachdem das Verwaltungsgericht Ansbach es noch am Silvestertag zumindest für einige Kläger wieder gekippt hat?

Diese Fragen stellten sich viele in einer Silvesternacht, in der alles anders war als sonst. Noch am Nachmittag verschickte das Landratsamt Erlangen-Höchstadt eine Pressemitteilung, in der es die Bürger aufforderte, auch auf privaten Flächen wie dem eigenen Garten oder Balkon keine Raketen abzufeuern. Das Landratsamt verwies an die Vernunft, bei der derzeitigen Auslastung der Kliniken diese nicht mit vermeidbaren, silvestertypischen Verletzungen zusätzlich zu belasten.

Einige ließen es krachen

Dass sich die meisten daran hielten, war um Mitternacht unübersehbar. Natürlich gab es aber auch in Höchstadt und vor allem in Lonnerstadt einige Feuerwerksfreunde, die auf das Böllern nicht verzichten wollten.

Weitgehend eingehalten wurde die nächtliche Ausgangssperre, wie man bei Streifzügen durch die Stadt - Reporter gelten als systemrelevant - feststellen konnte. Straßen und öffentliche Plätze waren wie leer gefegt, was auch die Polizei bestätigt. Die Ordnungshüter hatten eine ruhige Silvesternacht. Es kam nur zu wenigen aktenkundigen Vorkommnissen (siehe Seite 11).

Sonniger Auftakt

Der letzte Tag des Jahres begann auch in Höchstadt sehr sonnig. Viele Jogger und Familien durchstreiften die Wälder in Höchstadt-Süd, auch auf Fahrrädern oder zu Pferd. Auf den Wegen im Häckersteig-Gebiet zwischen Treibweg und Wachenrother Weg herrschte ebenfalls reger Ausflugsverkehr.

Während sonst an Silvester den ganzen Tag über irgendwo Böller explodierten und immer wieder auch schon tagsüber Raketen in den Himmel stiegen, herrschte in ganz Höchstadt fast Totenstille. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde es am Abend noch ruhiger.

Erst als die nächtliche Ausgangssperre nahte, die auch in der Silvesternacht galt, wurde es in den Neubaugebieten etwas lebendiger. Wenigstens die Kinder sollten ihren Spaß am Feuerwerk haben - und sie durften in Hofeinfahrten Wunderkerzen abbrennen und Knallerbsen explodieren lassen.

Großeltern mussten vor 21 Uhr zurück

So beispielsweise bei der Familie Scheidel im Neubaugebiet in Etzelskirchen. Alina und Sarah Scheidel hatten zusammen mit ihren Eltern, Oma und Opa Spaß am ausdrücklich erlaubten Kinderfeuerwerk vor dem Haus.

Rechtzeitig vor 21 Uhr mussten sich die Großeltern allerdings schon wieder auf den Heimweg nach Gremsdorf machen. Sie wären zwar gerne noch geblieben, fügten sich aber der Auflage, auch wenn sie das an Silvester nicht ganz nachvollziehen konnten. Die beiden jüngeren Generationen zogen sich ins Haus zurück. "Wir wollen noch Spiele machen", meinte Alina.