• Höchstadt: "Sommer in der Stadt“ Mitte Juli von Hochwasser überschwemmt
  • Schausteller-Familie Zinnecker trifft es hart - so ist ihr Plan
  • Schaden beläuft sich auf mehrere hunderttausend Euro
  • Zweite Chance für Familienpark Höchstadt? 

"Wie im Horrorfilm", beschrieb Schaustellerin Angelique Zinnecker das Ausmaß der Jahrhundertflut in Höchstadt gegenüber inFranken.de. Der Festplatz in Höchstadt stand nach dem Unwetter Mitte Juli vollständig unter Wasser. Kurz bevor dort eigentlich die Veranstaltung "Sommer in der Stadt" hätte stattfinden sollen. Der Schock bei der Familie saß tief. 

Hochwasser in Höchstadt: Schausteller-Familie schätzt Schaden auf 400.000 Euro

"Wir Schausteller sind eigentlich ziemlich hart im Nehmen“, erklärt Alexander Zinnecker inFranken.de drei Wochen nach dem Hochwasser. Mittlerweile habe die Familie den Schock verdaut und verarbeitet. Nur kurze Zeit nach dem Hochwasser habe man sich darangemacht zu überlegen, wie man die Schäden bewältigen könne. Mit etwas Glück werden diese von der Versicherung übernommen, alles sei hier noch nicht geklärt. Der Schaden belaufe sich schließlich auf etwa 400.000 Euro. Aber: "Im Großen und Ganzen ist die Welt schon wieder mehr in Ordnung“, so Zinnecker.

In Mitleidenschaft seien beispielsweise einige Wohnwägen der Familie gezogen worden. Sie seien eigentlich ein "Totalschaden“. Besonders hart habe es aber das Fahrgeschäft "Star Dancer" getroffen. Den Rest habe man so gut es geht retten können. "Der Stardancer war total unter Wasser. Das Ding war total im Eimer und muss von Grund auf generalüberholt werden", erklärt Zinnecker. Die Reparaturen seien schon im Gange und es gibt viel zu tun. Das Fahrgeschäft brauche neue Motoren und eine komplett neue Elektronik. "Wir sind fleißig dran", sagt der Schausteller. Kleinigkeiten könne die Familie selbst reparieren, aber den "Löwenanteil" übernehme eine Firma: "Das können wir nicht leisten", so Zinnecker. 

Auch wenn die Versicherung den finanziellen Schaden übernimmt, löse das nicht alle Probleme. "Wir haben den Arbeitsaufwand und den Verdienstausfall, den wir durch Corona eh schon hatten", so Zinnecker. Veranstaltungen wie die geplanten "Pop-Up-Parks", beziehungsweise der "Sommer in der Stadt" seien genau genommen nur "Schadensbegrenzung" für die Schausteller-Familie. "Wir leben und bringen die Zeit rum", erklärt er. Wirklich Geld zu verdienen sei so nicht möglich. Man könne lediglich einige Kleinigkeiten bewerkstelligen und ein paar Rechnungen begleichen. 

Eine zweite Chance für Familienpark in Höchstadt? Betreiber äußern sich 

Die Schausteller seien trotz allem auf ihrer Tour weitergezogen: "Wir machen natürlich auch ohne Star Dancer weiter." Das Fahrgeschäft sei zwar ein "Highlight", trotzdem sei der Park, an dem so viele Schausteller*innen aus Deutschland beteiligt sind, möglich. Momentan befinden sich die Schausteller*innen in Zwiesel auf dem Grenzlandfestplatz, anschließend führt die Tour nach Plattling (Landkreis Deggendorf). Möglicherweise kommt der Pop-Up-Park gegen Ende September sogar noch einmal nach Höchstadt.

Um Hochwasser-Betroffene zu unterstützen, ruft der Landkreis Erlangen-Höchstadt Spendenaktionen ins Leben. Außerdem wird auch Hilfe für Betroffene angeboten.