Es ist keine Überraschung, was Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und Citymanager Thomas Oppelt am Freitag bei einem Gespräch im Rathaus verkündet haben - schweren Herzens verkünden mussten: Der Höchstadter Weihnachtsmarkt mit Buden und Bühne auf dem Marktplatz ist abgesagt.

Die Entscheidung falle sehr schwer, doch coronabedingt sei leider die Durchführung des vorweihnachtlichen Treibens nicht möglich, das normalerweise ab dem zweiten Adventswochenende zehn Tage den Marktplatz bevölkert hätte.

Es war zu erwarten: Nach Adelsdorf, Herzogenaurach und Erlangen streicht auch Höchstadt den Budenzauber. "Ein zentrales Marktgeschehen wird heuer leider nicht darstellbar sein", sagt Oppelt. Das Stadtmarketing habe lange hin und her überlegt, wie man vielleicht eine abgespeckte Form mit Hygienekonzept hinbekommen könnte. Doch nach Beratung mit dem Gesundheitsamt und durch den "Lockdown light" habe sich herauskristallisiert, dass es nicht möglich sein wird.

Das Stadtmarketing hatte sich bereits den Kopf zerbrochen, wie es hätte gehen können. Etwa mit einem "Wintergarten", also einem biergartenähnlichen, zentralen, abgegrenzten Bereich für Glühwein und Essen. Selbst mit Abstand und einem Hygienekonzept wäre dies aber wohl an hohen Auflagen gescheitert, sagt Brehm.

Einlasskontrollen unrealistisch

Man hätte die Innenstadt quasi mit Ein- und Ausgangskontrollen abriegeln müssen. Alleine dazu hätte es mehr als zehn Securitykräfte gebraucht. "Ein Aufwand, der nicht in Relation gestanden wäre", sagt Brehm. Ausschlaggebend sei aber gewesen, dass, ähnlich wie in Adelsdorf, beteiligte Vereine, die den Großteil der Buden betreiben, früh signalisiert hätten, dass sie den Weihnachtsmarkt heuer lieber nicht veranstalten möchten.

Auch abzuwarten, ob die Corona-Infektions-Lage es Anfang Dezember vielleicht doch hergeben könnte, sei für die Vereine keine Option gewesen. Einfach zu kurzfristig für eine gute Organisation. Einige der kommerziellen Budenbetreiber seien hingegen eher dafür gewesen, es zu probieren.

Wird nun die Vorweihnachtszeit in Höchstadts Innenstadt also trist und grau? Die Stadt wolle alles tun, um dies zu verhindern, sagen Brehm und Oppelt. Niemand wisse, wie es im Dezember weitergeht. Aber man wolle die Zeit weiterhin nutzen, sich erneut Konzepte zu überlegen. Denn sollten die Coronafallzahlen sinken, könne vielleicht doch noch was gehen in Sachen Adventsstimmung.

Geht doch noch was im Advent?

"Wenn, dann wird es ein fließendes Weihnachtsgeschehen", formuliert es der Bürgermeister. Gemeint ist weniger der Konsum von Punsch und Glühwein, sondern vielmehr ein dezentrales Konzept von Buden und Ständen, verteilt über die Stadt. So wie coronagebeutelte Schauersteller es vereinzelt im Sommer schon gemacht haben. Dies könnte größere Menschenansammlungen vermeiden, Besucherströme im Fluss halten.

Sollten die Corona-Auflagen auch dies nicht ermöglichen, so rückt eine andere Idee ins Blickfeld: Vier einzelne, kleinere Kulturveranstaltungen im Advent an verschiedenen Orten, etwa im Schlosshof, im Engelgarten oder hinter der Fortuna. Als Vorbild könnten die erfolgreichen "Sundowner"-Kulturpicknicks im Freibad diesen Sommer dienen. Das Stadtmarketing wird nun Pläne schmieden und schauen, was spontan im Dezember geht.

Zumindest eine gute Nachricht gibt es: Ein Christkind soll es in Höchstadt heuer wieder geben, so Brehm. "Gerade in dieser schwierigen Zeit ist das als Symbol wichtig."