Am Chor der Herzogenauracher Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena standen am Wochenende zwei Übertragungswagen mit Nummernschildern aus Siegen und Köln. Mit dem technischen Equipment der Fahrzeuge wurde für den Deutschlandfunk der katholische 10-Uhr-Gottesdienst mit Stadtpfarrer Helmut Hetzel aufgenommen und Deutschlandweit übertragen.

Stefan Heinen zeichnete gemeinsam mit Hardy Lorscheidt dafür verantwortlich, dass alles klappte. Bereits am Vortag hatten sie die Technik aufgebaut. Die Übertragung wurde mit der Telefonleitung bewerkstelligt, zur Sicherheit gab es noch einen LTE-Router, außerdem war als letzte Notoption noch eine Satellitenschüssel aufgebaut, die aber nicht benötigt wurde.

Bereits beim Samstagabendgottesdienst konnten sich die Techniker in den Ablauf der Herzogenauracher Messe einfühlen, sodass der Ablauf besprochen und eventuell korrigiert werden konnte. Es sollten vor allem keine akustischen "Löcher" entstehen. Diese müssen meist mit Musik überbrückt werden. Zusätzlich konnte Heinen noch bei der Frühmesse mit Pater Moison Michael um 8.30 Uhr überprüfen, ob die technische Übertragung funktioniert. Pater Moison gestaltete dieses Mal seinen Gottesdienst etwas kürzer, damit noch genügend Zeit für die Vorbereitung bis 10 Uhr blieb.

Pünktlichkeit ist gefragt

Monika Tremel, Pastoralreferentin und eine der Leiterinnen der Einrichtung "Offene Tür Erlangen", koordiniert für das Erzbistum Bamberg die Übertragungsorte. Dabei kommt es auf mehrere Faktoren an, eine Rolle spielen die örtlichen Gegebenheiten im Gotteshaus, die musikalische Umrahmung, aber auch die Fähigkeit des Zelebranten, verständlich für jeden Zuhörer die Messe zu gestalten. Für die Musik zeichneten Toni Rotter an der Orgel und der Chor verantwortlich.

Der Beginn der Sendung war Punkt 10 Uhr und 5 Minuten, nach den Nachrichten und den Verkehrsmeldungen. Die Ausstrahlung endete um 10.59 Uhr und 45 Sekunden - meist mit Orgelmusik zum "Ausschleifen", es gibt laut Stefan Heinen aber auch Organisten, die es schaffen, ihren Musikbeitrag punktgenau zu beenden.

Stadtpfarrer Helmut Hetzel predigte über das Evangelium nach Matthäus, in dem Petrus Jesus fragt, ob ein siebenmaliges Vergeben ausreichend sei. "Vergeben, verzeihen hat zwei Wirkkreise", so Hetzel. Zum einen mache das Vergeben den Täter vom schlechten Gewissen frei. Zum anderen könne der Vergebende loslassen und werde innerlich frei, statt innere Verletzungen zu pflegen, die viel Lebenskraft raubten. Dadurch werde Energie für eine lebensaufbauende Gestaltung frei. "Gott ist der Verzeihende, der uns erlöst", erklärte Hetzel, und weiter: "Vergeben, verzeihen heißt loslassen, heißt frei leben!"

Der Deutschlandfunk ist jedes Wochenende in Deutschland unterwegs, um abwechselnd einen katholischen und einen evangelischen Gottesdienst zu übertragen. Diese werden gelegentlich auch vom Bayerischen Rundfunk oder der ARD übernommen.