Neues Wohngebiet "In der Reuth" in Herzogenaurach: Seit Jahren schon zieht sich die Aufstellung des Bebauungsplans für das Gebiet nahe der Fachklinik hin, manches musste verändert und angeglichen werden. Jetzt ist es soweit, dass die Pläne dem Stadtrat vorgelegt werden können, der diese in seiner Sitzung in der kommenden Woche am Donnerstag (26. November 2020) dann beschließen soll.

Vorausgegangen war die Beratung im Planungs- und Umweltausschuss am Dienstagabend (17. November 2020), der die entsprechenden Empfehlungsbeschlüsse traf. Einstimmigkeit gab's da allerdings nur in den unstrittigen Passagen, manches fand bis zu fünf Gegenstimmen.

CSU wollte nur zwei Geschosse in Wohngebiet "In der Reuth" erlauben

In diesem Zusammenhang stand auch ein Antrag der CSU. Die Fraktion hatte versucht, ein großes Bauwerk am Rand zur bestehenden Bebauung in dieser Form zu verhindern: Statt der vier Geschosse sollten nur noch zwei erlaubt sein. Die Antragsteller scheiterten denkbar knapp: Mit Unterstützung der beiden Freien Wähler kamen sie auf sechs Stimmen, sieben Stimmen zählten SPD und Grüne. Sie schlossen sich der Verwaltung und den Planern an, die das Haus unverändert ließen, nachdem es ja bereits durch ein Staffelgeschoss etwas in seiner Größe reduziert worden war.

Anwesend waren, trotz der verschärften Corona-Bestimmungen im Sitzungssaal des Rathauses, auch mehrere betroffene Nachbarn. Es handelte sich um die Anwohnergemeinschaft aus der Gerhart-Hauptmann-Straße, Theodor-Heuss-Straße und Lessingstraße. Verschiedene Änderungsvorschläge seien berücksichtigt worden, wofür sich die Bürger bedankten. Sie wünschten, wie auch die CSU, aber eben auch eine Reduzierung der Geschosse. Bekamen in der Sitzung aber keine Mehrheit.

Zuvor hatten Kristina Vogelsang und Christian Piek vom Planungsbüro Vogelsang erläutert, weshalb man an den letzten Planungen festhalten wolle. Der Abstand zur bestehenden Bebauung der Nachbarstraßen sei erheblich, auch gebe es Hecken zur Eingrünung. Das Baugebiet habe seinen eigenen Charakter, den man wegen eines Einwands nicht ändern sollte, sagte Piek. Man werde auch darauf achten, dass an der Linie zu den Nachbarn hin keine Treppenhäuser oder Aufzüge vorgesehen werden. Außerdem wären auch die Sichtbeziehungen der Nachbar nicht so, dass die geplanten Häuser stören würden.

Neben Kindergarten auch Bäckerei in Baugebiet möglich

Auch Bürgermeister German Hacker fand, dass die Einwände zwar verständlich seien, aber zu dramatisch dargestellt würden. Die Planung sei gelungen, auch säßen in dem Büro ja keine städtebaulichen Amateure. Des Weiteren gab es den Verweis auf die Nachbarbebauung. Dort stünden ja mehrgeschossige Gebäude in der Nähe von Einfamilienhäusern.

Für Bernhard Schwab (CSU) war das kein Argument. Man müsse ja keine Fehler von früher wiederholen und könnte jetzt Rücksicht auf die Nachbarn nehmen.

Gesprochen wurde noch über die Gemeinschaftsfläche im Zentrum, wo neben einem Kindergarten sicher auch andere soziale Zwecke oder eine Bäckerei möglich wären. Ferner wurden die Anmerkungen aus der öffentlichen Auslegung abgehandelt. Dem Stadtrat werden am 26. November diese 80 Seiten erneut vorgelegt.